Konzentration

man-1191845_1280Wer kennt das nicht? Man lernt für eine Prüfung, aber die Gedanken wandern ständig woanders hin. Schließlich gibt es interessantere Dinge, die der Aufmerksamkeit bedürfen. So nimmt man sich zwar vor zu lernen, kommt am Tag dann aber doch zu nichts. Was es mit der Konzentrationsschwäche auf sich hat und wie man lernen kann sich zu konzentrieren findet ihr hier.

Ablenkungen

Ablenkungen treten in vielerlei Hinsicht auf. Externe Ablenkungen entstehen durch Sinneseindrücke, so z.B. durch Bewegungen, Gerüche, Hitze, Kälte und Lärm. Innere Ablenkungen entstehen dadurch, dass das Gehirn abschweift und auf Erinnerungen und Emotionen zurückgreift. Somit ist es wichtig seine Sinne während des Lernens im Griff zu haben. Denn nach jeder Unterbrechung braucht es einer erneuten Einarbeitungszeit in die Materie. Da auch für das Lernen nur eine begrenzte Energie zur Verfügung steht, die irgendwann aufgebraucht ist, stellen Unterbrechungen einen Energieverlust dar, der durchaus vermeidbar ist.

Funktionen im Gehirn

Das Gehirn braucht ständig neue Informationen. Bekommt es diese nicht von außen vermittelt, holt es sich diese von innen. Es erschafft Bilder und Erinnerungen, die unsere Aufmerksamkeit beeinträchtigen. Dadurch ist es wichtig stets einer Herausforderung nachzugehen, wenn man für eine Prüfung lernt. Den idealen Zustand für die Lernphase beschrieben US-Wissenschaftler als Flow. Es beschreibt die Lage, in der man sich völlig einer Aufgabe hingibt und die Zeit wie im Nu verfliegt. Alles scheint zu funktionieren und man fühlt sich wie im Fluss. Um diesen Zustand zu erreichen, benötigt es Training und Selbstkenntnis.

Der Flow-Zustand befindet sich nämlich in einem Gleichgewicht zwischen Über- und Unterforderung. Sind wir beim Lernen unterfordert, empfinden wir Langeweile und das Gehirn driftet ab. Ist uns der Lernstoff allerdings zu schwierig, fühlen wir uns überfordert und geraten in Stress. In gestresstem Zustand sind wir aber weniger lern- und aufnahmefähig. Idealerweise passt man also die Herausforderung des Lernstoffs den eigenen Fähigkeiten an.

Konzentration lernen

Durch einige Tipps und Tricks ist es durchaus möglich sich Konzentration anzueignen. Sogar mehr als das. Durch gezieltes Training ist es denkbar einen Zustand der unbewussten Kompetenz zu erreichen, in dem die Prozesse des Lernens automatisch ablaufen. Für den Anfang genügt es jedoch durch einige simple Techniken die eigene Konzentrationsfähigkeit hoch zu halten. Grundlegend sind eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf sowie sportliche Betätigung als Basis für eine gesteigerte Konzentrationsfähigkeit. Alle diese Elemente helfen dabei die Fähigkeit sich zu konzentrieren zu steigern. Verschreibungspflichtige Medikamente können zwar kurzfristig helfen, sind langfristig aber eher mit Risiken behaftet. Besser ist es sich um folgende Aspekte zu kümmern:

Arbeitsplatz einrichten

Der richtige Arbeitsplatz ist essentiell wenn es um erfolgreiches Lernen geht. So sollte man sich zu allererst einen Platz suchen, an dem man tatsächlich nur arbeitet. Je mehr Aktivitäten man an diesem Ort noch durchführt, desto geringer ist die Konzentrationsleistung. Eine gute Ausleuchtung des Arbeitsplatzes und eine aufrechte Haltung während des Lernens verbessern die Fähigkeit zur Konzentration weiter. Idealerweise ist man an seinem Arbeitsplatz von so vielen äußeren Ablenkungen wie möglich befreit. Treten doch Ablenkungen jedweder Art auf, die sich nicht beseitigen lassen, ist es wichtig diese zu akzeptieren. Je mehr man sich dagegen sträubt, desto mehr sinkt die Aufmerksamkeit für den Lernstoff.

Emotionale Komponenten

Wie wir vorhin gelernt haben, können Emotionen interne Ablenkungen darstellen. Dies geschieht zum einen dadurch, dass man sich selbst verurteilt, wenn mal etwas nicht so gut funktioniert wie es sollte. Hier rät es sich eine hohe Frustrationstoleranz aufzubauen. Redet man sich selbst oft genug ein, man könne es eh nicht lernen, glaubt man es irgendwann tatsächlich. Anstatt sich also vorzuwerfen etwas nicht gut genug zu können, sollte man eher analysieren warum es gerade jetzt nicht so gut zu erlernen ist. Vielleicht stecken ja andere Gründe dahinter als die eigene Unzulänglichkeit. Darüber hinaus sollte man sich auch eingestehen, dass es in Ordnung ist, wenn mal etwas nicht auf Anhieb klappt. Setzt man sich kleine Ziele und feiert diese angemessen, merkt man schnell wie die Motivation zurückkehrt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, das eigene Interesse für das gerade gelernte Thema zu wecken. Besteht mal kein wirkliches Interesse am Lernstoff, ist es wichtig dieses trotzdem hervorzurufen. Anstatt sich also zu denken „Ich muss jetzt…“ sollte man sich bewusst für das Lernen entscheiden und sich das Ziel vor Augen führen, das man damit erreichen will. Setzt man sich darüber hinaus noch eine Belohnung für das Absolvieren einer bestimmten Aufgabe, steigt das Interesse am Lernstoff von ganz allein.

Pausen und Ausgleich

So wichtig der Flow-Zustand beim Lernen auch ist, so sind Pausen und ein Ausgleich zum Lernen fast ebenso wichtig. Bereits nach 20 Minuten lernen, fangen wir an zu ermüden und unsere Aufmerksamkeit lässt nach. Für die Zeit nach einer Lernphase sind Aktivitäten wie Sport, Lesen oder kreative Tätigkeiten gut dafür geeignet, sich wieder zu erholen und dem Gehirn eine Pause zu verschaffen. Für ein reibungsloses Lernerlebnis kann es hilfreich sein feste Abläufe und Rituale zu etablieren. Somit stellt sich das Gehirn mit der Zeit automatisch auf die verschiedenen Phasen ein.

Software-Tools zur Hilfe für Lernen am PC

Wer viel am PC lernt und sich selbst dabei nicht allzu gut im Griff hat, kann auch auf einige Software-Tools zurückgreifen, die einem helfen, sich nicht zu sehr ablenken zu lassen. Gadgets wie SelfControl, Cold Turkey oder Anti-Social blockieren für eine gewisse Zeit Webseiten, die eine solche Ablenkung darstellen könnten. Man erstellt ganz einfach eine Liste von Seiten, z.B. Facebook, Twitter, YouTube etc. und stellt die Zeit ein, wie lange diese blockiert werden sollen und schon ist der Zugriff darauf nicht mehr möglich. Gerade für digitale Lerner ein paar wichtige Werkzeuge um bei der Stange zu bleiben.

Mit Konzentration zum Erfolg

Konzentration ist also durchaus beeinflussbar. Schafft man sich eine angenehme Arbeitsumgebung, lässt sich von kleinen Hindernissen nicht aus der Bahn werfen und bringt sich selbst in den Flow-Zustand, ist eine Lernphase deutlich effektiver. Allen Ablenkungen kann man wohl nie entgehen und Pausen zur Erholung sind auch wichtig. Dennoch lässt sich der Lernprozess durch einige kleine Tipps strukturieren und optimieren.

Der Flow-Zustand

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Flow-Zustand

Ein Zustand, in dem einfach alles zu gelingen scheint. Irgendwie fließt alles, man gibt sich voll und ganz der Aktivität hin. Man ist voll konzentriert und übermäßig motiviert. Es entsteht ein Bewusstsein für sich selbst und die Zeit vergeht wie im Flug. Nein, das ist keine Begleiterscheinung einer neuen Droge. Dieser Zustand ist der Flow. Diesen können wir in allen Tätigkeiten erleben. Was der Flow genau ist, welche Vorteile er bringt und wie man ihn forcieren kann, lest ihr hier.

Definition Flow

Der sogenannte Flow wurde vom Wissenschaftler mit dem eingängigen Namen Mihály Csíkszentmihályi geprägt. Mit dem Ziel vor Augen herauszufinden, was Menschen in ihrem alltäglichen Leben besonders glücklich macht, beobachtete und befragte er verschiedene Persönlichkeiten aus den Bereichen Musik, Medizin oder Extremsport. Durchgehend berichteten die Probanden von einem Zustand, in dem sie sich völlig ihrer jeweiligen Tätigkeiten hingegeben haben. Es schien ihnen als würde alles von alleine laufen. Diesen Zustand beschrieb Csíkszentmihályi dann als den Flow, den er dann später auch auf andere Bereiche, wie z.B. dem Lernen anwendete. Aber wie erreicht man eigentlich diesen Flow-Zustand?

Um diesen Zustand zu erreichen sind einige Voraussetzungen vonnöten. Dabei muss eine bestimmte Herausforderung mit den eigenen Fähigkeiten in Einklang stehen. Ist eine gewisse Tätigkeit zu einfach für uns, entsteht Unterforderung und resultiert in Langeweile. So tritt der Flow so gut wie nie bei Routinearbeiten auf. Ist die Tätigkeit jedoch zu schwierig entsteht Überforderung und wir geraten in Stress. Somit ist es wichtig sich realistische Ziele zu setzen. Des Weiteren muss eine intrinsische Motivation zur Erledigung der Aufgabe enthalten sein. Dies bedeutet, dass man von sich selbst aus gewillt und motiviert ist die Tätigkeit zu meistern und keine externen Gründe bestehen. Solche externen Gründe, wie Belohnungen oder Druck, helfen nicht dabei den Flow Zustand zu erreichen. Dauerhafter Druck ist mit der Zeit sogar kontraproduktiv, da sich das Gehirn dem Stress entgegenstellt und wir somit weniger denk- und aufnahmefähig sind.

Diesen Zustand voller Energie und Produktivität kann man nun auch auf den Lernprozess anpassen. Dabei müssen die Lernfähigkeiten mit der Herausforderung übereinstimmen. Durch das Erlangen neuer Lerntechniken fühlt man sich auf Dauer weniger überfordert und gerät nicht so schnell in den Stress-Bereich. Nutzt man diese Voraussetzungen erweitert man seine Fähigkeiten quasi automatisch. Die Anforderungen werden dabei stets ein Stück weit erhöht und somit steigen auch die eigenen Fähigkeiten gleich mit.

Der Flow-Zustand ist also ein probates Mittel für größeren Lernerfolg. Hier noch einmal die Voraussetzungen, die für ein Flow-Gefühl vorhanden sein müssen.

  1. Du musst der Aufgabe gewachsen sein. Herausforderung und Tätigkeit stehen im Einklang.
  2. Es muss dir realistisch möglich sein das Ziel zu erreichen.
  3. Ablenkungen unterbrechen den Flow-Zustand. Du solltest dich ganz auf die Aufgabe konzentrieren können.
  4. Man sollte selbst kleine Erfolge sofort erkennen können. Irgendeine Form von Rückmeldung damit man sieht, dass es läuft.
  5. Du hast eine von dir ausgehende Motivation haben die Aufgabe zu bewältigen. Im besten Fall hast du einfach Spaß daran.

Flow-Zustand bewusst erreichen

Um den Flow-Zustand bewusst zu erreichen, sind zwei Wege denkbar. Entweder die geforderte Aufgabe ist zu einfach und man muss diese spannender und herausfordernder gestalten oder die Aufgabe ist zu komplex und man muss gegen Überforderung angehen.

Sehen wir uns zuerst die erste Variante an. Ist man also von der Tätigkeit unterfordert, hilft es meist sich eigene Herausforderungen zu schaffen. Nach dem Gesetz der erzwungenen Effizienz werden Aufgaben spannender gestaltet und sich selbst ein gewisser (Zeit-)Druck geschaffen. So kann man sich z.B. das Ziel setzen einen eher uninteressanten Fachartikel in einer bestimmten Zeit zu lesen. Durch das Hinzufügen solcher Spiel- und Wettbewerbselemente mit sich selbst, lässt sich das Anforderungslevel heben, was idealerweise im Flow endet. Bei der Arbeit ist es möglicherweise besser solche Aufgaben, falls möglich, zu delegieren.

Auf der anderen Seite fühlen wir uns von einigen Tätigkeiten eher überfordert. Wir geraten in Stress und verteufeln die eigene Unzulänglichkeit. In einigen Fällen können hierbei Entspannungstechniken helfen, die eine gewisse körperliche Anspannung lösen. Oft kann dadurch der Stress-Bereich schon wieder verlassen werden. Liegt das Problem jedoch mehr in der Aufgabe selbst, kann es helfen die Aufgabe in Zwischenziele zu unterteilen, die man sich selbst zutraut. Durch das Erreichen kleinerer Meilensteine lässt sich die Tätigkeit in kleinen Schritten lösen. Darüber hinaus gibt es noch andere Faktoren, die man berücksichtigen kann. So tragen Sport, richtige Ernährung, ausreichend Schlaf, positive Emotionen oder allein die Tageszeit auch zum Erfolg bei. Ein gutes Zeitmanagement ist weiterhin ein großer Erfolgsfaktor für die Bewältigung schwieriger Aufgaben.

Gefahren des Flow-Zustands

So positiv der Flow-Zustand uns beeinflusst, so liegt doch auch ein kleines Risiko darin. Da im Flow vermehrt Dopamine, also sogenannte Glückshormone, ausgeschüttet werden, kann dieser Zustand in gewisser Weise süchtig machen. Genau diesen Umstand nutzen z.B. die Hersteller von Computer- und Videospielen. Diese sind meist so designt, dass sie einen Flow-Zustand im Spieler auslösen. Durch eine immer höhere Herausforderungsstufe wird der Zustand stetig verlängert, sodass die Spieler nicht mit dem Spielen aufhören wollen. Dies kann im Extremfall sogar in eine Sucht umschlagen. Darüber hinaus erscheinen Alltagstätigkeiten im Vergleich zum Flow langweiliger.

Fazit

Der Flow versetzt uns in einen Zustand des Glücks und der Zeitlosigkeit. Wir gehen vollkommen im Moment auf und haben das Gefühl, dass uns alles gelingt. Schaffen wir es diesen Zustand in unser Lernumfeld zu transportieren, fällt uns das Lernen an sich leichter und die Ergebnisse werden besser.

crossmedial_lernen

Das System der Kostenrechnung
Das System der Kostenrechnung
Crossmedial lernen bedeutet, bewusst und zielgerichtet mit unterschiedlichen, möglichst aufeinander abgestimmten Medien, Kanälen und Plattformen zu lernen.

Bei dieser Lernmethode werden z.B. durch Verlinkung direkte Bezüge zwischen den Medien eröffnet.

Die Kombination von unterschiedlichen Sinnen, Kanälen und Plattformen bringt erwiesenermaßen erhebliche Vorteile beim Lernen und Erinnern.

Kurz gesagt werden durch die Nutzung unterschiedlicher Medien (auf/von unterschiedlichen Plattformen) beim Lernen verschiedene Sinne (Kanäle) angesprochen. Dabei gilt folgende Faustregel: Die Erinnerungsquote steigt deutlich mit den beteiligten Sinnen.

Im Fall von
– nur Hören beträgt die Erinnerungsquote ca. 20 %,
– nur Sehen ca. 30 %,
– Sehen und Hören ca. 50 %,
– Sehen, Hören und Diskutieren ca. 70 %,
– Sehen, Hören, Diskutieren und selber Handeln steigt die Erinnerungsquote auf ca. 90 %.

Starten Sie wiefolgt:

(1) Entscheiden Sie sich für eine Dateiart, die im Zentrum des crossmedialen Lernens steht. Das kann z.B. eine Textdatei sein, das kann eine Präsentation sein, es kann aber auch (und dieser Weg wird hier gewählt) eine Mind Map sein.

Mind Mapping ist eine besonders gehirngerechte Technik, die in den 70er Jahren von Tony Buzan auf der Grundlage von gehirnphysiologischen Erkenntnissen entwickelt wurde. Das Ergebnis des Mind Mappings, die Mind Map, kann ins Deutsche übersetzt auch als Gedankenkarte bezeichnet werden. Das Vorgehen: Legen Sie eine Gedankenkarte an, in dem Sie das zentrale Thema in der Mitte notieren, beispielsweise Marketinginstrumente. Von hier aus verzweigen Sie nun Ihre Gedanken, indem Sie die dem Beispiel folgenden einzelnen Marketinginstrumente als Hauptzweige notieren. Weitere Assoziationen folgen als Unterzweige. Assoziationen werden so zu Papier gebracht und regen zu neuen Assoziationen an. Diesen Verzweigungen werden jeweils weitere Stichworte in Form von Substantiven, Adjektiven, Verben … zugeordnet. Mind Maps können per Hand erstellt oder mittels Software generiert werden.

Besonders häufig wird die Open-Source-Software »XMind« genutzt:
http://www.xmind.net
Weitere Hinweise zu anderen Programmen:
http://www.deutsche-startups.de/2012/02/24/die-10-besten-programme-um-mind-maps-zu-erstellen
Schritt für Schritt eine Mind Map erstellen:
http://www.zeitzuleben.de/2405-ein-mind-map-erstellen-schritt-fur-schritt/

(2) Überlegen Sie, welche unterschiedlichen Medien wie Audiofiles, PDF-Dateien, Textdateien, Videos, Visualisierungen etc. Sie nutzen wollen.
Achten Sie besonders darauf, dass Sie unterschiedliche Sinne (Kanäle) beim Lernen. Der Mensch verfügt über fünf Sinne, nämlich Sehen, Hören, Riechen, Geschmack und Tastsinn. Kombinieren Sie diese Sinne nach Möglichkeit beim Lernen.

(3) Skizzieren Sie Ihr zu erstellendes Tool kurz und setzen es dann Schritt für Schritt in der Software um.

Hier das Ergebnis:
– Die Mind Map als XMind-Datei. Die kostenlose XMind-Software finden Sie hier: XMind.
– Eine Beschreibung des fertigen Tools folgt.