… und es hat „Zoom“ gemacht …

Sonnenuntergang Norderney
"Zoom"

so textet Klaus Lage und meint: Und es hat „klick gemacht“, der Groschen ist gefallen. So ähnlich geht das beim Lernen. Dort nennt man „den Klick“ dann „neuronale Verknüpfung“. An eine bekannte, bereits vernetzte Information wird eine neue angehängt, Klick! Damit geht Lernen viel leichter. Das Gelernte wird quasi „unvergessbar“.

Mein persönliches „Zoom-Erlebnis“: Ich lernte den englischen Begriff zu „einwickeln, einpacken“ der da lautet: to wrap. Und was glauben Sie, woran habe ich spontan gedacht, womit hat mein Gehirn diesen  Begriff vernetzt? Perfekt, ja genau, mit diesen leckeren Röllchen, ausgebackener Teig gefüllt mit Köstlichkeiten, genannt Wrap. Die heißen „Wrap“ weil da etwas eingewickelt ist, z.B. Gemüse, mit anderen Worten „eingewrapt“.

Der Effekt: Ich werde diese Vokabel sicher niemals vergessen. Lernen ist mir noch niemals so leicht gefallen.

Also: Bilden Sie beim Lernen möglichst viele Verknüpfungen zu bereits vorhandenem Wissen, zu Bildern, Erlebnissen, ihrem Umfeld etc.. Das geht viel leichter als Sie denken. Verknüpfungen finden Sie z.B. im Bezug auf Ihre  Berufstätigkeit, ein Praktikum, einen Aushilfsjob, ihr Privatleben.

Oder Sie erfinden sich ein ganz fiktives „Etwas“, mit dem Sie verknüpfen. Wie das „Fiktive“ geht, haben zwei Studierende beschrieben: Frau S. aus Bremen baut sich beispielsweise je Studienheft ein Haus in Ihrem Kopf und Frau W. aus Wegberg lernt mit Schubladenschränken im Kopf, jeder Schrank entspricht einem „Lernfach“ und hat geeignet gegliederte Schubladen. Jede Schublade enthält Ordner und jeder Ordner weitere Trennblätter. Struktur ist beim Lernen eben ganz wichtig.

Das funktioniert auch in der Form, dass Sie Vokabelkärtchen etc. zu Begriffen, die Sie sich nur schlecht merken können, in der Wohnung verteilen. Steht beispielsweise der Begriff enormous (enorm) auf dem Fernseher, so verknüpft Ihr Gehirn den Begriff (neue Information) mit dem Fernseher (bekannte Information). Sie werden sehen,  das geht viel einfacher.

Ihr

Werner Heister

Knüpfen geht schneller und hält länger

Auf dem Weg nach OBEN
Erfolgspfad

So gelingt Lernen: Versuchen Sie möglichst oft neues Wissen mit bereits gelerntem Wissen zu verknüpfen.

Mein ganz persönliches Erlebnis: Auf meiner Vokabelliste stand das Wort  „einwickeln, einpacken (für den Versand) = to wrap“.

Und dann passierte es. Es hat sozusagen „Klick“ gemacht. Ein Gedanke schoss mir durch den Kopf. „Wrap“ – das sind doch diese leckeren Kleinigkeiten und die heißen so, weil z.B. Gemüse in Teig eingerollt ist. Lecker!

Und siehe da, direkt bei der nächsten Vokabel ging es weiter: „Konfirmation“ meint die Bestätigung im wirtschaftlichen Geschäftsverkehr. Da dachte ich doch gleich an „Konfirmation“ – Bestätigung des Glaubens.

In beiden Fällen hat mein Gehirn eine Verknüpfung zu Vorwissen geschaffen. Und die ist sozusagen „unkaputtbar“. Ich werde diese Vokabeln nie wieder vergessen.

Da kann man auch nachhelfen und selber Verknüpfungen als Lerntechnik „anstossen“:
– Verknüpfung mit einer fiktiven Situation, also z.B. Vokabeln nicht alleine lernen, sondern in einer Situation, in einem Zusammenhang.
– Verknüpfung mit einer Praxisstelle oder einem Aushilfsjob.
– Verknüpfung mit dem Privatleben.
– Verknüpfung mit einem Film, einer Begebenheit …… .

Und bei dieser Lerntechnik haben es die „berufstätigen Studierenden“ einmal viel leichter: Verknüpfung zu der aktuellen Arbeitssituation.

Also los, gehen Sie durch die Welt, lernen Sie NEUES in dem Sie es mit BEKANNTEM verknüpfen. Nutzen Sie diese einfache Lerntechnik.

Viel Erfolg
Ihr
Werner Heister

P.S. – Noch zwei Dinge:
(1) Nach diesen Erlebnissen wurde mir klar, dass ich im Studium immer einen großen Fehler gemacht habe. Ich bin nämlich bei Skripten und Büchern etc. stets über das Inhaltsverzeichnis hinweggegangen. Einfach so! Großer Fehler! Lernen Sie das Inhaltsverzeichnis lieber (bzw. denken Sie viel über das Verzeichnis nach) – es bildet die erste Grundlage für Verknüpfungen!
(2) Mein Oma sagte immer, wenn ich etwas nicht vergessen sollte: Mach Dir einen Knoten in Dein Taschentuch. Das ist auch eine Verknüpfung die im Gehirn „funktionierend“ getroffen wird.