Selbstmanagement – Neuronale Aspekte

Von Prof. Dr. Werner Heister – www.think4future.com .

Immer mehr Methoden des Selbstmanagements berücksichtigen neuronale Aspekte: Neuronale Aspekte, also Aspekte rund um die Wirkungsweise bzw. die Zusammenarbeit der Strukturen des Gehirns, gewinnen bei Selbst- und insbesondere Zeitmanagement eine immer größere Bedeutung. Nachfolgend einige Hinweise darauf, was sie ohne viel Aufwand nutzen können. Die Effektivität und Effizienz Ihres Leistung wird deutlich wachsen.

(1) Planen Sie Ihre Aktivitäten und Termine stets am Tag vorher. Dies Tipp ist eng verbunden mit der von Lothar Seiwert, dem Zeitmanagement Papst, empfohlenen ALPEN Methode. Alpen steht dabei für:
* Aufgaben, Termine und geplante Aktivitäten notieren, wie gesagt am Tag vorher
* Länge schätzen, also prognostizieren Sie die benötigte Zeitdauer im Detail
* Pufferzeiten müssen eingeplant werden, also etwa 40% für Unvorhergesehenes – das bedeutet aber auch, dass nur 60% der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit verplant werden
* Entscheidungen treffen, d.h. z.B. anhand von Prioritäten, die Sie zugeordnet haben bzw. mittels Methoden wie z.B. der Nutzwertanalyse
* Nachkontrolle, d.h. Kontrollieren Sie, ob Sie Ihre anstehenden Aufgaben alle erledigt haben bzw. übertragen Sie offene Aufgaben auf den nächsten Tag
Die dringende Empfehlung lautet: Investieren Sie unbedingt einige Minuten am Vortag, um den kommenden Tag zu planen.

Die Planung am Vortag führt dazu, dass das Gehirn über Nacht weiter an den geplanten Aspekte arbeitet. Dies geschieht im Unterbewusstsein. Führen Sie die Planung des Folgetages an jedem Arbeitstag sozusagen als letzte Aktion durch. Legen Sie ggf. die Unterlagen, die Sie am nächsten Tag benötigen, bereit. Beenden Sie dann Ihren Arbeitstag. Somit gelangen Sie auch zu einem Ritual, das Ihnen hilft den Arbeitstag abzuschliessen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Ihnen am Folgetag ein reibungsloser Start gelingt.

Aber ganz besonders wichtig ist es, dass durch die Planung am Ende des vorhergehenden Arbeitstages auch das Unterbewusstsein schon in die Lösung von Aufgaben einbezogen ist. Da das Unterbewusstsein immer arbeitet, kann es auch über Nacht bereits an den anstehen ToDos, Terminen und Aufgaben arbeiten, wenn diese zuvor noch einmal ins Bewusstsein gerückt wurden.

(2) Räumen Sie sich frei mit der Konmari-Methode, gestalten Sie Ihr Leben damit belastungsfreier. Die nach Marie Kondo benannte Aufräummethode hat es in sich. Mit weniger äusserem Balast wird man wirklich frei. Nachzulessen ist die Methode z.B. hier
* NTV
* Die Karrierebibel
Jedes Ding, dass wir besitzen, ist zugleich eine Beziehung, so David Cain. Ja, das stimmt.
Aus den Erläuterungen wird deutlich: Keine einfache Sache. Sicher ein Angang, dies zu beginnen. Da muss man erst einmal ran. Also: Stück für Stück vorgehen ist besser.
Z.B. Zunächst den Schreibtisch aufräumen. Dann den Kleiderschrank (alles hinter der 1. Türe). Und mal einen Schrank in der Küche … Das wird mit der Zeit, fällt einem immer leichter und am Ende ist es einfach nur KLASSE! Ja, man fühlt sich tatsächlich befreit. Man hat Ballast abgeworfen. Also mal ran an die Sachen.

(3) Getting Things Done (GTD)
Wer kennt es nicht: Einige Termine sind heute zu absolvieren und zusätzlich zahlreiche Aktivitäten zu erledigen. Der Posteingang im E-Mail-Programm zeigt 47 unerledigte Mails von gestern und mindestens 10 sind in der letzten halben Stunde hinzugekommen. Auch der analoge Posteingang ist nicht leer, ganz im Gegenteil. Frust und Panik brechen aus. Die Verzweiflung nimmt zu. Da kann man ja keinen klaren Gedanken mehr fassen. Was tun?

Der amerikanische Autor und Berater David Allen hat eine besondere Zeitmanagement-Methode „Getting Things Done“ GTD entwickelt, die effizientes und belastungsfreies Arbeiten unterstützen soll. Für viele Menschen ist das nicht so einfach, weil
⁃ sowohl der Job,
⁃ als auch Privates,
⁃ als auch das z.B. ein Studium , eine Weiterbildung
zu managen sind. Ziel des GTD-Ansatzes ist, nach den Worten von David Allen zusammengefasst: „Ich wollte Ihnen beibringen, wie Sie in höchstem Maß effizient und dabei entspannt sein können“ (Allen, 2011, S. 10).

>> Entspannt und belastungsfrei <<, das ist eine ganz besondere Komponente in der GTD-Methode. Es geht nämlich darum, dass Anwender der Methode insbesondere frei davon werden, ToDos, Verpflichtungen, ungeklärte Fragen etc. im Kopf behalten zu müssen. Der Kopf soll frei werden von ungeklärten Dingen, die David Allen auch als „lose Enden“ im Kopf bezeichnet.
Der Ansatz von Allen besteht nun darin, alle diese Aspekte in einem System außerhalb des Kopfes zu managen. Stellen Sie sich einfach vor, Sie hätten einen Roboter als Assistent, der Ihnen alle diese ToDos, Verpflichtungen, ungeklärte Fragen abnimmt und für deren Verwaltung und ggf. sogar Erledigung sorgt. Dann wäre ihr Kopf frei für andere Dinge, kreative Ideen oder das Aneignen von neuem Wissen etc.

An dieser Stelle wird deutlich, dass der >>Erfinder<< neurowissenschaftliche Aspekte beachtet. Die Verknüpfungen, die durch die Synapsen im Gehirn tatsächlich vollzogen werden, das sind die Erinnerungen und Ablenkungen, die durch die GTD-Methode neu verknüpft werden mit einer Gewissheit, die zu >>belastungsfreien<< Empfinden führen, dass alle die ToDos, Verpflichtungen, ungeklärte Fragen etc. in dem >>System<< gut aufgehoben sind.
Mit anderen Worten: Ihr Unterbewusstsein soll stets sozusagen vertrauensvoll berücksichtigen können, dass alle ToDos, Verpflichtungen, ungeklärte Fragen etc., also alle losen Enden gut verwaltet werden, sozusagen gut abgelegt sind und nicht verlorengehen.

Grundsätzlich geht Allen davon aus, dass Arbeit nicht mehr klar abgegrenzt ist und sich die Anforderungen stetig verändern, nämlich schlicht weg umfangreicher, größer, umfassender etc. werden (vgl. Allen, 2011, S. 18 ff).
(Nahezu) verzweifelt aufgrund zahlreicher ToDos verlieren wir sehr schnell aus dem Auge, was einzelne Anforderungen tatsächlich ausmacht, was dazugehört und wie sie zu verbinden sind. ToDos werden also nicht tiefer durchdrungen sondern nur gesammelt.
Die Verbindung einzelner ToDos ergibt sich aber in Projekten.

Originalton Allen: „Bei meiner Trainings- und Beratungstätigkeit mit Tausenden von Berufstätigen habe ich herausgefunden, daß deren Hauptproblem nicht der Zeitmangel ist (auch wenn sie das vielleicht selbst glauben). In Wirklichkeit fehlt es an Klarheit und Bestimmtheit, was ein Projekt eigentlich ist und welche nächsten Handlungsschritte dafür erforderlich sind.“ (Allen, 2011, S. 37; Kursivdruck vom Autor).
Allen fordert, alles was aus mehr als einem Arbeitsschritt besteht als Projekt zu bezeichnen und alle Projekte sowohl horizontal als auch vertikal zu steuern, also horizontal die Projekte untereinander und vertikal die einzelnen Projekt in der Tiefe.

Die GTD-Methode basiert also zusammenfassend auf zwei Zielen. Originalton Allen:

„1 Alles, was erledigt werden muß – jetzt, später eines Tages, sei es umfassend, geringfügig oder irgendwo dazwischen -, ist in ein logisches und verläßliches System außerhalb Ihres Kopfes und Ihres Bewußtseins einzubringen.

2 Sie müssen sich dahingehend disziplinieren, dass Sie zu jedem >>Input<<, den Sie in Ihr Leben einlassen, durchgängige Entscheidungen treffen, damit Sie immer einen Plan für die >>nächsten Schritte << haben, die Sie jederzeit ausführen und neu überdenken können.“
(Allen, 2011, S. 18).

Diese Ziele werden erreicht, indem die von ihm entwickelte Methode „Getting Things Done“ (GTD) angewendet wird.
In der Praxis wird dies allerdings nicht immer 100% gelingen. Ärgern sie sich darüber nicht. Das beschriebene Verfahren stellt ein Ideal dar, dem sie mit der Zeit immer näher kommen und dessen Effekte sie nutzen.

Und nun, wenn Sie diese allgemeinen Gedanken etwas vertiefen und bereits weiter informiert werden wollen – und das mit Multimedia – schauen Sie sich Rosa’s erste Schritte an – hilfreich und amüsant:

und wenn Ihnen das Video gefällt, hier die gesamte Playlist

Wenn Sie sich bereits etwas mehr per Video informieren möchten, schauen Sie https://www.youtube.com/watch?v=1Qt5nzoDuMg an und kommen Sie auf den Geschmack.

Soll es noch mehr sein? Gehen Sie auf
www.youtube.com
Dort geben Sie in die Suchzeile ein:
david allen getting things done
oder
david allen gtd
Wenn Sie dann den Filter so einstellen (bei mir ist der im Browser oben rechts), dass Sie die besonders häufig angeschauten, also
„Aufrufzahl“ oder
die besonders gut bewertet sind
„Bewertung“ .
Natürlich sind viele Videos auf Englisch gedreht, aber sind sind meist sehr gut zu verstehen.
Sie können aber auch als weiteren Begriff „deutsch“ ergänzen.
Oder zu einigen gibt es Untertitel.

Gehen Sie doch auch einmal auf die Originalseite von David Allen: https://gettingthingsdone.com/ .

Und eine gute Seite in deutscher Sprache: http://www.einfach-effektiv.de/einfuehrung-gtd-getting-things-done-david-allen-teil-1

Neben Videos empfehlen sich auch Podcatsts: Geben Sie dazu einfach in Google zugleich ein:
david allen podcast

Sie suchen weitere Texte, dann empfiehlt es sich, „filetype: pdf“ in google zu ergänzen, also geben Sie in Google konkret ein:
david allen getting things done filetype:pdf
oder
david allen gtd filetype:pdf
Ggf. wieder ‚deutsch‘ ergänzen.

Und natürlich gibt es auch klassisch Literatur. Die Quellen hier stammen aus:
Allen, D. (2011): Wie ich die Dinge geregelt kriege. Selbstmanagement für den Alltag. München: Piper.
Hierzu gibt es eine Neuausgabe 2015, auch als Kindle.

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