Gamification im Lernbereich

© gsimon818 via flickr
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Spiele sind eine beliebte Freizeitbeschäftigung für viele Menschen. Man spielt mit der Familie oder Freunden und kann so abschalten und entspannen. Vor allem die Videospielverkäufe steigen seit Jahren immer weiter an. Deshalb wurde längst das Spielprinzip auf andere Bereiche übertragen, um die Vorteile des Spielens zu nutzen um Menschen anderweitig zum Lernen zu motivieren. Auf Neu-Deutsch wird das nun Gamification genannt. Wie Gamification im Lernbereich und vor allem im eLearning Anwendung findet, besprechen wir nun hier.

Gamification – eine Definition

Der Begriff Gamification beschreibt das Benutzen von spieltypischen Elementen und Prozessen, um spielfremde Prozesse (z.B. Arbeiten oder Lernen) motivierend zu gestalten. Das Ziel dabei ist eine erhöhte Motivation, Engagement und Interaktion der Nutzer zu erhalten. Die Logik dahinter basiert auf  dem Belohnungsprinzip. Belohnungen werden für Erfolge verteilt und diese motivieren zum Weitermachen. Egal ob Punkte, Fortschrittsbalken, Levelanstiege, Preise oder das Erscheinen in einem High Score. Sie erfüllen alle den gleichen Zweck: die Motivation und das Engagement der Nutzer zu steigern. Des Weiteren sorgen Spiele für körperliche Auflockerung und idealerweise für eine soziale Integration, wenn mehrere Nutzer auf die gleiche Anwendung zugreifen können. Der Wettbewerb um Anerkennung mit anderen Nutzern des Spiels treibt die Menschen weiter an. Gamification bezeichnet also nicht das Entwerfen oder Erstellen eines Spiels, sondern die Ergänzung verschiedenster Applikationen durch eine spielerische Komponente um die Anwender zu begeistern. Dabei gibt es verschiedene Bereiche, in denen Gamification  genutzt wird. So z.B. im Marketing zur Erhöhung der Kundenloyalität oder in der Weiterbildung von Mitarbeitern. Der Lernbereich ist in diesem Zusammenhang jedoch der beliebteste Anwendungsbereich für Gamification.

Warum funktioniert Gamification?

Verschiedene Studien kamen zu dem Schluss, dass Gamification tatsächlich einen positiven Einfluss besitzt. Dieser hängt jedoch stark von dem Kontext ab, in dem es genutzt wird und der Person, die die Anwendung verwendet. Vor allem im Online-Bereich eingesetzt, kann dem Anwender ein sofortiges Feedback gegeben werden. So lernt er oder sie Schritt für Schritt aus seinen Handlungen und erhält ein Gefühl von Autonomie und Kompetenz. Der auf diese Weise gelernte Stoff bleibt dem Nutzer nachhaltig im Gedächtnis. Aus diesem Grund ist Gamification ein wirksames Mittel um für das Lernen zu motivieren.

Die positiven Auswirkungen bestehen nun in einer erhöhten Motivation, einem höheren Engagement und mehr Spaß an Lerninhalten. Negativ kann dies aber ausschlagen durch einen höheren Druck im Wettbewerb mit anderen Nutzern oder der hohen Anfälligkeit zur Beeinflussung durch den Anbieter. Der soziale Druck besser zu sein als andere wird nicht von allen positiv aufgenommen. Der Anbieter eines Lernspiels kann je nach Konzept den Nutzer zu einer bestimmten Denkweise verleiten. Außerdem wird einem Anwender durch das Spielprinzip möglicherweise suggeriert nur noch durch eine extrinsische Motivation zu lernen. Die intrinsische Motivation, so behaupten einige, ginge dadurch verloren.

Des Weiteren ist noch anzumerken, dass Gamification nicht bei jeder Person gleich funktioniert. Wie bei so gut wie allem im Leben reagieren Menschen unterschiedlich auf die Reize einer spieltypischen Lernmethode. Zudem ist weniger mehr, wenn es um Gamification geht. Wird ein Anwender zu oft und zu stark von der Anwendung penetriert, verliert diese ihre motivierende Wirkung. Spieler werden abgestumpft und Belohnungen somit außer Acht gelassen. Aus diesem Grund sollten Spiele zur Lernförderung mit Bedacht eingesetzt werden.

Gamification im eLearning

Pro Jahr werden in Deutschland etwa 70 Millionen Videospiele verkauft. Die Umsätze dieser Industrie reichen heute schon über die 1 Milliarde € Marke. Prognosen schätzen den Verlauf weiter ansteigend. Darin enthalten sind Umsätze von rund 140 Millionen € für Online-Spiele und Browsergames. Durch die erhöhte Nutzung von Smartphones und Tablet-PCs verlagert sich nicht nur die Videospielbranche in den Online-Bereich, sondern auch der Lernbereich. Nun ist es interessant zu sehen, wie Gamification im eLearning angewendet werden kann.

Die Limitierung von eLearning besteht darin, dass es keine so hohe emotionale Interaktion und Engagement herstellen kann, wie ein Lehrer es persönlich könnte. Somit muss im eLearning der Nutzer durch andere Methoden stimuliert werden. Bei der Umsetzung sind 3 wichtige Elemente zu beachten: (1) Der Nutzer muss motiviert sein zu lernen und etwas anzugehen. (2) Der Nutzer muss die Fähigkeit besitzen die Aufgaben auch auszuführen und zu lösen und (3) braucht eine Art Auslöser, einen Call to action, um die Aufgabe tatsächlich spielerisch zu bewältigen. Ein Beispiel aus der Praxis wäre die Anwendung von Nike ID. Hierbei kann der Nutzer seinen Schuh individuell entwerfen und bekommt dafür Punkte zugeschrieben.

Das Prinzip der Gamification lässt sich nun auf das eLearning projizieren, indem man die Elemente auf diesen Bereich anwendet. Dabei ist es wichtig den Fokus auf verschiedene Aufgaben zu legen. Führt der Nutzer diese Aufgaben erfolgreich durch, erhält er Punkte dafür. Diese verschiedenen Auszeichnungen spiegeln sich dann im Status des Nutzers wieder. Ein ständiges Feedback über den Fortschritt erinnert den Anwender an seine Leistungen und motiviert ihn oder sie somit weiter zu lernen. Darüber hinaus ist es wichtig die Anwendung so sozial wie möglich zu gestalten. Durch eine höhere Anzahl an Nutzern steigt die Interaktion untereinander. Somit ist es auch möglich den Nutzer nicht nur für den akademischen Erfolg, sondern auch für soziales Verhalten zu belohnen. So könnte es Punkte dafür geben anderen Lernenden zu helfen, bei Fragen zu kommentieren oder Lernstoffe hinzuzufügen und zu teilen.

Hat man nun solch eine Anwendung eingerichtet, lässt es sich online noch sehr gut analysieren. Verschiedene Metriken helfen dabei den Erfolg und die Motivation der Nutzer zu messen. Sieht man sich die Seitenaufrufe pro Besucher, die Zeit, die auf der Seite verbracht wird, die Häufigkeit der Besuche oder die Partizipation der Nutzer an, lässt sich analysieren, ob die Anwendung tatsächlich erfolgreich zum Lernerfolg beiträgt.

Gamification – eine sinnvolle Ergänzung für (digitales) Lernen

Egal ob Schüler, Student, Auszubildender oder bereits Angestellter. Jeder Mensch muss sich weiterbilden und lernen. Viele tun sich jedoch schwer damit. Sie befassen sich in ihrer Freizeit lieber mit Spielen, denn die machen nun mal Spaß. Mit dem Prinzip der Gamification lassen sich aber die spielerischen Elemente mit den Lerninhalten verbinden. Setzt man es mit Bedacht ein, ist dies eine sinnvolle Methode das Lernen interessanter und spannender zu gestalten. Gamification hilft dabei die Motivation zum Lernen zu steigern und aufgrund des Feedbacks stimulierter zu lernen. Das eigene Engagement ist dabei ein sehr wichtiger Treiber. Let’s play!

Lernen im Schlaf

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Lernen im Schlaf

Es ist die Idealvorstellung für alle Schüler, Studenten oder generell derer, die etwas lernen möchten. Einfach für Klausuren oder Prüfungen im Schlaf lernen. Unsere Zeit ist kostbar. Warum also nicht den Schlaf nutzen um zu lernen? Egal ob Vokabeln, wichtige Formeln oder die neuesten Vorlesungsinhalte. Aber funktioniert das überhaupt? Ja, sagen Hirn- und Schlafforscher. Welche Schlafphasen dabei wichtig sind und wie das Gehirn im Schlaf lernt, erfahrt Ihr hier.

Die Schlafphasen

Unser Schlaf durchwandert im Laufe der Nacht verschiedene Stadien. Zuallererst kommt die Einschlafphase, in der sich Muskeln und Atmung entspannen. Der gesamte Körper kommt zur Ruhe. Darauf folgt die zweite Schlafphase: der leichte Schlaf. Hier lässt die Muskelspannung weiter nach. Man ist jedoch noch nicht tief in Schlaf versunken und kann auch leicht wieder geweckt werden. Im Anschluss geht man in den Tiefschlaf über. In dieser Phase findet die eigentliche Erholung des Körpers statt. Es ist zudem sehr schwierig jemanden aus der Tiefschlafphase wieder aufzuwecken. Die vierte und letzte Phase ist der Traum- oder REM-Schlaf. REM steht für Rapid Eye Movement. In dieser Phase bewegen sich die Augen sehr schnell und das Gehirn ist sehr aktiv. Nach dem REM-Schlaf geht der Körper wieder in den leichten Schlaf über. Dieser Zyklus wiederholt sich pro Nacht mehrere Male, wobei die Dauer des REM-Schlafes in jedem neuen Zyklus immer länger wird.

Schlaf und Gedächtnis

Welche Auswirkungen hat nun also der Schlaf auf unsere Gedächtnisleistung? Studien zeigen, dass der Schlaf wesentlich dafür ist das Gedächtnis zu bilden. Alle Forscher, die sich mit der Thematik auseinandersetzen, kommen zu dem Ergebnis, dass während des Schlafens etwas passiert, das das Erinnerungsvermögen stärkt. Es konnte festgestellt werden, dass ähnliche Hirnaktivitäten während des Lernens am Tag und im Schlaf selbst vorhanden sind. Dabei trifft das Gehirn eine Auswahl dessen, was am Tag aufgenommen wurde. Die wichtigsten Informationen werden ins Langzeitgedächtnis übertragen, die unwichtigen dagegen nicht. Diesen Prozess nennen Hirnforscher Gedächtniskonsolidierung. Dabei wird dem Gehirn vorgespielt, dass die Inhalte abermals gelernt würden. Durch diese erneute Aktivierung  verfestigen sich die Verbindungen im Gehirn und die zugehörigen Denkmuster. Dies kann zwischen einigen Stunden und Tagen dauern. Der richtige Schlaf führt also dazu bereits erlernte Informationen zu verarbeiten und sich diese zu merken. Insofern lernen wir tatsächlich im Schlaf. Nur welche Schlafphasen sind für welchen Lernstoff zuständig?

Wann lernt das Gehirn was?

Aufgrund diverser Studien kann man unterteilen welche Lerninhalte in welchen Schlafphasen am effektivsten gelernt werden. Generell lernt man nur in der Tiefschlafphase und dem REM-Schlaf. Für beide Phasen gibt es bestimmte Lernstoffe, die besser gelernt werden. So sind die Tiefschlafphasen für das deklarative Gedächtnis, also Faktenwissen und die Aufnahme neuer Informationen wichtig. Dies ist z.B. beim Lernen von Vokabeln relevant. Automatisierte Handlungsabläufe und emotionale Erlebnisse werden dagegen eher im Traumschlaf verarbeitet.

Der Tief- oder auch Deltaschlaf hat darüber hinaus zwei wichtige Aufgaben. Zum einen wird im Tiefschlaf das Gedächtnis konsolidiert. Zum anderen wird aber auch der Speicher des Gehirns wieder freigeräumt, damit neue Informationen aufgenommen werden können. Um diese Effekte optimal zu nutzen ist ausreichender Schlaf Voraussetzung. Eine Mindestdauer von sechs Stunden Schlaf wird hier als angemessen angesehen. Dabei ist es egal, ob in der Nacht oder auch mal mittags geschlafen wird. Wer länger schläft, lernt demnach vermutlich besser.

Darüber hinaus ist nicht nur die Art des Schlafes, sondern auch die Qualität von Bedeutung. Verfällt der Körper in einen unruhigen und schlechten Schlaf hat dies unmittelbare Folgen auf die Lernfähigkeit.  Probanden einer Studie, die sich neue Informationen einprägen sollten, konnten diese nach unruhigem Schlaf schlechter wieder abrufen. Die Studienteilnehmer, die dagegen einen ruhigen und erholsamen Schlaf durchlebten, erinnerten sich deutlich besser. Dabei ist vor allem wichtig, ob die Person in den Tiefschlaf eintaucht. Sind die Phasen des Tief- und des Traumschlafs verkürzt, bleibt weniger im Gedächtnis hängen.

Weitere Studien haben gezeigt, dass die Methode per Ton z.B. Vokabeln im Schlaf zu lernen nicht funktioniert. Dutzende Anbieter versprechen, dass man nur eine CD vor dem Einschlafen einschalten muss und so die Inhalte im Schlaf gelernt werden. Dies ist jedoch nicht der Fall, da sich das Gehirn im Schlaf von äußeren Einflüssen abschottet. Um tatsächlich etwas zu lernen, muss man es sich also zumindest vorher angesehen haben.

Durch Schlaf zum Erfolg

Lernen im Schlaf ist nicht nur möglich, es ist sogar notwendig. Im Schlaf verarbeiten wir Informationen und Erlebnisse des Tages. Erst in den einzelnen Schlafphasen werden dann die wichtigen Inhalte ins Langzeitgedächtnis befördert. Wer also nur lernt und dabei den Schlaf zu kurz kommen lässt, riskiert das Erlernte gleich wieder zu vergessen. Eine gelungene Lerntaktik besteht somit aus beidem: Zeiten, in denen man lernt und in denen man schläft. Eine gesunde Mischung garantiert eine höhere Erfolgsquote. Also, lieber mal ausschlafen!

Gelernt und Vergessen – Ebbinghaus klärt auf

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Vergessenskurve, © Rdb, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Kennt ihr das auch? Ihr hört gerade Musik und euch fällt auf, dass ihr ganze Songtexte von vor 15 Jahren auswendig mitsingen könnt. Ihr sitzt auf dem Sofa und könnt ganze Passagen eurer Lieblingsfilme mitsprechen. Ihr kommt abends nach Hause und überlegt was jetzt eigentlich in den Vorlesungen des Tages dran kam. Und ihr erinnert euch nicht mehr an alles! Eine Woche später könnt ihr kaum noch sagen, was der Professor erzählt hat. Wie kann es sein, dass man schon eine Stunde nach einer Vorlesung die Hälfte des Stoffs vergessen hat? Leider werden die meisten von uns am Ende des Tages aber nicht für das Vorsingen der Lieblingssongs bezahlt. Warum bleibt also das eine länger im Gedächtnis als das andere?

Die Antwort dafür brachte ein Mann schon vor 130 Jahren. Viele Forscher haben auf seinen Ergebnissen aufgebaut. Hier ist die Geschichte des Mannes, der sich dem Mechanismus des Vergessens widmete.

Vergessenskurve nach Ebbinghaus

Vergangene Zeit Anteil des Gelernten im Gedächtnis
20 Minuten 60%
60 Minuten 45%
24 Stunden 34%
6 Tage 23%
dauerhaft 15%

Der Psychologe Herrmann Ebbinghaus führte 1885 eine Studie durch um die Zeiträume zu ergründen, nach denen wir Inhalte vergessen. Diese Studie brachte hervor, dass wir bereits nach 20 Minuten 40% des Gelernten wieder vergessen haben. Mit zunehmender Zeit vergisst man natürlich immer mehr, jedoch lässt das Vergessen mit der Zeit nach. So können wir uns nach einer Stunde zumindest noch an 45% des Erlernten erinnern. Nach einem Tag bleibt nur noch ein Drittel hängen und nach einer Woche sind weniger als ein Viertel des Gelernten bekannt.  Herr Ebbinghaus hat dies durch Selbstversuche herausgefunden, indem er inhaltslose Wörter und Sätze auswendig lernte. Dazu gehörten Silben wie „bap“, „lue“ oder „kop“. Nach einer bestimmten Frist versuchte er dieses Erlernte wiederzugeben. Schon nach kurzer Zeit fiel ihm auf, dass er sich nur noch an einen Bruchteil dessen korrekt erinnern konnte.

Hier erntet er jedoch auch Kritik, da seine Studien nur auf das Lernen zusammenhangloser Begriffe ausgelegt waren. Generell lässt sich sagen, dass gängige Wortzusammensetzungen besser im Gedächtnis verbleiben als zufällig zusammengesetzte Silben. So kam eine andere Studie von Christian Michel und Felix Novak zu dem Ergebnis, dass Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten nach 30 Tagen erst zu 5% vergessen sind. Gedichte und Prosa bleiben zu 50% bzw. 40% im Gedächtnis. Trotz der an Ebbinghaus verrichteten Kritik sind seine Forschungen immer noch absolute Grundlagen in der Gedächtnisforschung. Somit wird er auch als ein Pionier auf diesem Gebiet angesehen.

Einige Faktoren mildern die Steigung der Vergessenskurve ab. Dazu gehören der thematische Kontext, Fähigkeiten, Talent und Interesse sowie der Lernkontext. Effektiv gegen das Vergessen sind diese jedoch alle nicht.

Wege effektiver zu lernen

Was hilft nun tatsächlich dabei erlernte Sachverhalte länger im Gedächtnis zu behalten? Durch vermehrtes Gedächtnistraining lässt sich gegen zu starkes Vergessen ankämpfen.

Generell bleiben Lernstoffe besser hängen, wenn sie klar und prägnant sind. Sind die Lerninhalte zu umfangreich verlieren wir den Überblick und können uns Zusammenhänge und Details schwerer merken. Auch das sog. „Mindmapping“, das von Tony Buzan entwickelt wurde, hilft dabei Erlerntes länger im Gedächtnis zu behalten. Dabei sollen im Lernprozess die Gehirnhälften miteinander verbunden werden. Dies geschieht besonders gut, wenn durch Kennwörter, Farben und Bilder eine visuelle Unterstützung stattfindet.

Die beste Form erlernte Stoffe dauerhaft zu behalten, besteht aber darin diese ständig zu wiederholen. Denn die Wiederholung ist die Mutter des Studierens. Durch ständiges Üben bleiben die Nervenverbindungen im Gehirn dauerhaft bestehen. Die Vergessenskurve wird durch das ständige Verknüpfen und Üben somit positiv beeinflusst. Die Wiederholung ermöglicht es die Lerninhalte ins Langzeitgedächtnis zu bringen.

Doch aufgepasst: Wiederholen ist nicht gleich wiederholen! Mit massierten Wiederholungen im Anschluss an eine Lernphase können wir die Vergessenskurve nicht überlisten. Wer sich also erst kurz vor Klausuren und Prüfungen hinsetzt und alle Stoffe dauerhaft wiederholt, erzielt keinen langfristigen Lernerfolg. Besser ist es einen Stoff so zu lernen, dass wir ihn gerade beherrschen. Danach legt man ihn am besten zur Seite. Nach geeigneter Zeit wird das Erlernte wieder hervorgeholt um es wieder auf das 100%-Niveau zu bringen. Führt man diese Schritte mehrmals durch verflacht sich die Vergessenskurve und das Erlernte bleibt länger im Gedächtnis. Eine gute Methode Lernstoffe durch häufiges Wiederholen besser ins Gedächtnis zu bringen, sind Karteikarten.

Keine Angst vor dem Vergessen

Das Vergessen wichtiger Lernstoffe ist ein wichtiges Thema für jeden Menschen. Dabei steht nicht nur das Bestehen der Klausur im Vordergrund, sondern geht auch darüber hinaus. Bleiben wichtige Lerninhalte dauerhaft in unserem Gedächtnis, haben wir es auch im Beruf mal leichter. Macht euch also keine allzu großen Gedanken darüber warum Songtexte besser bei uns haften bleiben als die letzte Vorlesung. Es hängt alles nur an der Wiederholung. Geht man einen Stoff oft genug durch, bleiben die Inhalte auch über die Klausur hinaus hängen. Schluss also mit „Bulimie-Lernen“ und „Procrastinating“! Der Weg zum Erfolg führt über ständiges Wiederholen mit angemessenen Pausen dazwischen.

Und zum Schluss könnt ihr euer eigenes Experiment durchführen. Versucht in einer Stunde nochmal die Inhalte dieses Artikels wieder zu geben. Ihr kriegt es nicht mehr 100% zusammen? Kein Problem! Der Artikel ist hier im Blog schließlich noch lange abrufbar.

Der Flow-Zustand

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Flow-Zustand

Ein Zustand, in dem einfach alles zu gelingen scheint. Irgendwie fließt alles, man gibt sich voll und ganz der Aktivität hin. Man ist voll konzentriert und übermäßig motiviert. Es entsteht ein Bewusstsein für sich selbst und die Zeit vergeht wie im Flug. Nein, das ist keine Begleiterscheinung einer neuen Droge. Dieser Zustand ist der Flow. Diesen können wir in allen Tätigkeiten erleben. Was der Flow genau ist, welche Vorteile er bringt und wie man ihn forcieren kann, lest ihr hier.

Definition Flow

Der sogenannte Flow wurde vom Wissenschaftler mit dem eingängigen Namen Mihály Csíkszentmihályi geprägt. Mit dem Ziel vor Augen herauszufinden, was Menschen in ihrem alltäglichen Leben besonders glücklich macht, beobachtete und befragte er verschiedene Persönlichkeiten aus den Bereichen Musik, Medizin oder Extremsport. Durchgehend berichteten die Probanden von einem Zustand, in dem sie sich völlig ihrer jeweiligen Tätigkeiten hingegeben haben. Es schien ihnen als würde alles von alleine laufen. Diesen Zustand beschrieb Csíkszentmihályi dann als den Flow, den er dann später auch auf andere Bereiche, wie z.B. dem Lernen anwendete. Aber wie erreicht man eigentlich diesen Flow-Zustand?

Um diesen Zustand zu erreichen sind einige Voraussetzungen vonnöten. Dabei muss eine bestimmte Herausforderung mit den eigenen Fähigkeiten in Einklang stehen. Ist eine gewisse Tätigkeit zu einfach für uns, entsteht Unterforderung und resultiert in Langeweile. So tritt der Flow so gut wie nie bei Routinearbeiten auf. Ist die Tätigkeit jedoch zu schwierig entsteht Überforderung und wir geraten in Stress. Somit ist es wichtig sich realistische Ziele zu setzen. Des Weiteren muss eine intrinsische Motivation zur Erledigung der Aufgabe enthalten sein. Dies bedeutet, dass man von sich selbst aus gewillt und motiviert ist die Tätigkeit zu meistern und keine externen Gründe bestehen. Solche externen Gründe, wie Belohnungen oder Druck, helfen nicht dabei den Flow Zustand zu erreichen. Dauerhafter Druck ist mit der Zeit sogar kontraproduktiv, da sich das Gehirn dem Stress entgegenstellt und wir somit weniger denk- und aufnahmefähig sind.

Diesen Zustand voller Energie und Produktivität kann man nun auch auf den Lernprozess anpassen. Dabei müssen die Lernfähigkeiten mit der Herausforderung übereinstimmen. Durch das Erlangen neuer Lerntechniken fühlt man sich auf Dauer weniger überfordert und gerät nicht so schnell in den Stress-Bereich. Nutzt man diese Voraussetzungen erweitert man seine Fähigkeiten quasi automatisch. Die Anforderungen werden dabei stets ein Stück weit erhöht und somit steigen auch die eigenen Fähigkeiten gleich mit.

Der Flow-Zustand ist also ein probates Mittel für größeren Lernerfolg. Hier noch einmal die Voraussetzungen, die für ein Flow-Gefühl vorhanden sein müssen.

  1. Du musst der Aufgabe gewachsen sein. Herausforderung und Tätigkeit stehen im Einklang.
  2. Es muss dir realistisch möglich sein das Ziel zu erreichen.
  3. Ablenkungen unterbrechen den Flow-Zustand. Du solltest dich ganz auf die Aufgabe konzentrieren können.
  4. Man sollte selbst kleine Erfolge sofort erkennen können. Irgendeine Form von Rückmeldung damit man sieht, dass es läuft.
  5. Du hast eine von dir ausgehende Motivation haben die Aufgabe zu bewältigen. Im besten Fall hast du einfach Spaß daran.

Flow-Zustand bewusst erreichen

Um den Flow-Zustand bewusst zu erreichen, sind zwei Wege denkbar. Entweder die geforderte Aufgabe ist zu einfach und man muss diese spannender und herausfordernder gestalten oder die Aufgabe ist zu komplex und man muss gegen Überforderung angehen.

Sehen wir uns zuerst die erste Variante an. Ist man also von der Tätigkeit unterfordert, hilft es meist sich eigene Herausforderungen zu schaffen. Nach dem Gesetz der erzwungenen Effizienz werden Aufgaben spannender gestaltet und sich selbst ein gewisser (Zeit-)Druck geschaffen. So kann man sich z.B. das Ziel setzen einen eher uninteressanten Fachartikel in einer bestimmten Zeit zu lesen. Durch das Hinzufügen solcher Spiel- und Wettbewerbselemente mit sich selbst, lässt sich das Anforderungslevel heben, was idealerweise im Flow endet. Bei der Arbeit ist es möglicherweise besser solche Aufgaben, falls möglich, zu delegieren.

Auf der anderen Seite fühlen wir uns von einigen Tätigkeiten eher überfordert. Wir geraten in Stress und verteufeln die eigene Unzulänglichkeit. In einigen Fällen können hierbei Entspannungstechniken helfen, die eine gewisse körperliche Anspannung lösen. Oft kann dadurch der Stress-Bereich schon wieder verlassen werden. Liegt das Problem jedoch mehr in der Aufgabe selbst, kann es helfen die Aufgabe in Zwischenziele zu unterteilen, die man sich selbst zutraut. Durch das Erreichen kleinerer Meilensteine lässt sich die Tätigkeit in kleinen Schritten lösen. Darüber hinaus gibt es noch andere Faktoren, die man berücksichtigen kann. So tragen Sport, richtige Ernährung, ausreichend Schlaf, positive Emotionen oder allein die Tageszeit auch zum Erfolg bei. Ein gutes Zeitmanagement ist weiterhin ein großer Erfolgsfaktor für die Bewältigung schwieriger Aufgaben.

Gefahren des Flow-Zustands

So positiv der Flow-Zustand uns beeinflusst, so liegt doch auch ein kleines Risiko darin. Da im Flow vermehrt Dopamine, also sogenannte Glückshormone, ausgeschüttet werden, kann dieser Zustand in gewisser Weise süchtig machen. Genau diesen Umstand nutzen z.B. die Hersteller von Computer- und Videospielen. Diese sind meist so designt, dass sie einen Flow-Zustand im Spieler auslösen. Durch eine immer höhere Herausforderungsstufe wird der Zustand stetig verlängert, sodass die Spieler nicht mit dem Spielen aufhören wollen. Dies kann im Extremfall sogar in eine Sucht umschlagen. Darüber hinaus erscheinen Alltagstätigkeiten im Vergleich zum Flow langweiliger.

Fazit

Der Flow versetzt uns in einen Zustand des Glücks und der Zeitlosigkeit. Wir gehen vollkommen im Moment auf und haben das Gefühl, dass uns alles gelingt. Schaffen wir es diesen Zustand in unser Lernumfeld zu transportieren, fällt uns das Lernen an sich leichter und die Ergebnisse werden besser.

Speed Reading

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Speed Reading

Egal ob Student, Schüler oder Arbeitnehmer. Heutzutage müssen große Mengen an Stoff gelesen werden um sich auf etwas vorzubereiten. Sei es Literatur für Klausuren oder E-Mails, Memos und Informationstexte für die Arbeit. Da muss man durch. Blöd nur, dass dies stets viel Zeit frisst. Mit einigen Methoden gelingt es jedoch die Geschwindigkeit, mit der man liest und trotzdem den Inhalt versteht, drastisch zu erhöhen. Solch ein sogenanntes Speed Reading oder Schnelllesen kann dann einiges an Zeit ersparen, die man anderweitig nutzen könnte. Wie Speed Reading funktioniert und wie man selbst zum Schnellleser wird.

Definition

Speed Reading ist ein Überbegriff für Techniken und Methoden, die ermöglichen sollen die eigene Lesegeschwindigkeit drastisch zu erhöhen. Im Kern bestehen diese Methoden darin durch optimale Augenbewegungen ein maximales Lesetempo zu erreichen. Diese Anwendung ist vor allem für alle Menschen geeignet, die in wenig Zeit viel lesen müssen, also in Beruf oder Studium. So profitieren Angestellte und Arbeitgeber genauso wie Studenten von den Methoden des Speed Readings. Der Fakt, dass die ersten Speed Reading Kurse an Universitäten gelehrt wurden, unterstreicht diesen Aspekt.

Speed Reading oder Schnelllesen steht also für die Fähigkeit Texte schnell zu lesen und dabei den Inhalt des Textes trotzdem zu verstehen. Diese zwei Aspekte gehen Hand in Hand. Schnell zu lesen aber den Inhalt nicht verstanden zu haben, macht keinen Sinn. Mit den erlernbaren Techniken soll die Lesegeschwindigkeit von durchschnittlich 250 Wörtern pro Minute für „normale“ Leser auf bis zu 800 bis 1.500 Wörter pro Minute erhöht werden können. Eine Vorreiterin in der Erforschung des Themenfelds war Evelyn Wood, die die Behauptung zur Steigerung der Lesegeschwindigkeit aufstellte.

Leser, die noch keine Berührung mit den Methoden des Speed Readings erhielten, lesen meist einzelne Buchstaben oder auch Wörter nacheinander. Durch gezieltes Üben erfasst man nach einiger Zeit ganze Wortgruppen als Ganzes. Sind diese Wortgruppen dem Gehirn bereits bekannt und kann diese in den semantischen Kontext des Texts einordnen, erhöht sich die Lesegeschwindigkeit signifikant.

Wenn man Speed Reading anwendet, behält man also mehr vom gelesenen Text und vermeidet es kurz nach dem Lesen bereits das Meiste wieder vergessen zu haben. Man liest viel schneller und konzentrierter, da man gedanklich nicht abschweift. Darüber hinaus ermüdet man nicht beim Lesen oder schläft dabei ein. Durch die Zeitersparnis entsteht weniger Stress und man hat mehr Zeit für andere Dinge.

Techniken und Methoden

Die Techniken des Speed Reading fokussieren sich zumeist auf die Vermeidung von Leseangewohnheiten, die den Fluss und die Geschwindigkeit des Lesens beeinträchtigen. So sollen vor allem Fixation, Vokalisierung und Regression verhindert werden. Darüber hinaus ist ein Text zumeist so aufgebaut, dass einige Kerninformationen von viel Informationsmüll umgeben sind. Je langsamer man liest, desto mehr (unnütze) Informationen sammelt man an. Die wichtigsten Lesetechniken, die man sich abgewöhnen sollte folgen nun hier.

Wir lernen zu lesen, indem wir die Wörter laut aussprechen. Mit zunehmendem Alter machen wir das natürlich nicht mehr. Trotzdem bleibt diese Angewohnheit vorhanden, da wir beim Lesen jedes Wort innerlich mitsprechen. Diese sogenannte Sub-Vokalisierung vermindert unsere Lesegeschwindigkeit, da unser Sprechtempo viel langsamer ist als unser Lesetempo. Schafft man es durch Training sich diese Angewohnheit abzugewöhnen, steigt die Lesegeschwindigkeit dadurch.

Unsere nächste Angewohnheit beim Lesen ist die, jedes Wort einzeln zu lesen. Statt dies zu tun, sollte ein Text lieber überflogen werden und Wortgruppen identifiziert werden. Das Gehirn liest automatisch schon die Wörter als Ganzes statt jedes einzelnen Buchstaben. Weitet man diese Fähigkeit des Gehirns auf einen Ganzen Text aus, ergeben sich daraus einige Vorteile. Als Übung dafür dient der Versuch eine Textzeile zu überfliegen und nur an den Zeilenrändern zu verharren. Da wir daran nicht gewöhnt sind, bedarf auch diese Technik einer gewissen Übung. Dadurch, dass sich das Auge mit dieser Technik weniger bewegen muss, ermüdet er weniger schnell und die Konzentration wird hochgehalten.

Ein weiteres unbewusstes Merkmal in unserem Leseverhalten ist der Hang Inhalte doppelt zu lesen oder kurz im Text zurückzuspringen, weil man kurz abgelenkt war. Speed Reading bedeutet auch solche Ablenkungen zu vermeiden und die Konzentration zu erhöhen. Eine einfache Methode diese Regression zu vermeiden, besteht darin bereits gelesene Inhalte z.B. mit einem Lineal abzudecken. Das Gehirn reagiert darauf, dass es nicht mehr zurückspringen kann und erhöht die Konzentration.

Das Blickfeld und die Blickspanne sind ebenso wichtig für schnelles Lesen. Geübte Speed Reader erfassen mit einem Blick eine ganze Textzeile. Erweitert man seine Blickspanne so, lassen sich Wortgruppen und Inhalte besser erkennen und lassen das Auge langsamer ermüden. Eine Taktik besteht dabei darin nur in die Mitte des Textes zu schauen. Das periphere Blickfeld erfasst dann den Rest.

Eine weitere Technik für das Speed Reading ist das Scimming. Dabei wird ein Text beim ersten Lesen in Höchstgeschwindigkeit überflogen. Dadurch können zwar kaum inhaltliche Informationen aufgenommen werden, das Gehirn wird dadurch aber auf die folgende Informationsaufnahme vorbereitet. Unser Gehirn speichert zusammenhängende Informationen in Wissensnetzen ab. Durch das Scimming wird das zuständige Wissensnetz für die Inhalte des Textes aktiviert. Beim zweiten, intensiveren Lesen ist das Gehirn dann bereit für die Informationsaufnahme und die Inhalte werden leichter gespeichert. Darum ist es besser einen Text lieber zweimal zu lesen, als einmal und langsam.

Wir haben einige Zeit gebraucht um lesen zu lernen und über die Jahre Angewohnheiten verinnerlicht. Aus diesem Grund können auch die Methoden des Speed Readings nur durch regelmäßiges Üben erlernt und verinnerlicht werden. Für den Anfang ist es ratsam die Methoden und Techniken mit einfachem Lesestoff zu üben, um sie später bei komplexeren Texten anwenden zu können. Stetige Kontrolle der eigenen Schnelllesefähigkeit helfen zu sehen, wo man zurzeit steht. Aber aufgepasst: Nicht alle Texte sollten schnell gelesen werden. Texte mit hoher individueller Relevanz wie Verträge oder juristische Papiere sollten sorgfältig gelesen werden. Speed Reading macht nur Sinn, wenn es der Text erlaubt.

Kritik

Bei allen Vorteilen, die Speed Reading angeblich bringt, herrscht Uneinigkeit im Forschungsfeld. Es gibt etliche Wissenschaftler, die die Techniken des Schnelllesens in Zweifel ziehen. Es ist umstritten inwieweit die Fähigkeit schnell zu lesen tatsächlich gezielt gelernt werden kann. Kritiker werfen vor, dass durch Speed Reading weniger Inhalt aus dem Text aufgenommen wird. Es wurden dazu bereits einige Studien durchgeführt, die jedoch weder bestätigen noch widerlegen konnten, ob die inhaltliche Aufnahme durch Schnelllesen beeinträchtigt wird.

Fazit

Hat man die Fähigkeit einen Text schnell zu lesen und dabei die wichtigsten Informationen zu erhalten, bringt das eine nicht zu unterschätzende Zeitersparnis im Alltag für Beruf und Studium mit sich. Die Umgewöhnung auf einige dieser Techniken ist nicht ganz leicht und bedarf viel Training. Und selbst dann ist es nicht garantiert, dass diese Methoden tatsächlich nachhaltig die Lesegeschwindigkeit erhöhen. Nichtsdestotrotz beinhalten die Techniken einige Anlaufpunkte, die durchaus nützlich werden könnten für jeden, der z.B. im Studium viel Stoff in begrenzter Zeit lesen muss.

Gedächtnispalast

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Gedächtnispalast

Wir betreten ein großes Gebäude. Nach dem Flur gehen wir direkt in das erste Zimmer rechts von uns. Dort sehen wir in drei Reihen jeweils sieben, acht und neun Franzosen mit Baskenmützen und Baguette, die miteinander kämpfen. Durch dieses auf den ersten Blick abstruse Bild, erinnern wir uns, dass die Französische Revolution 1789 begann. So funktioniert beispielhaft die fortgeschrittene Mnemotechnik namens Gedächtnis- oder Gedankenpalast. Eine Methode zum Abspeichern und Abrufen von Informationen. Eine Methode zum Auswendiglernen und zum Trainieren des Gedächtnisses. Wie das Konzept des Gedächtnispalasts funktioniert, erfahrt ihr hier.

Die Technik sich bestimmte Informationen zu merken, indem man sie mit bestimmten Orten verknüpft ist nicht neu. Bereits die Rhetoriker im antiken Griechenland und Rom haben sich der Routen-Methode bedient um lange Reden flüssig aus dem Gedächtnis abrufen zu können. Dabei erstellten sie geistig eine Route, an deren markanten Orten Schlüsselworte verknüpft wurden.

Loci-Methode

Diese sogenannte Loci-Methode bildet den Ursprung und die Basis des Gedächtnispalasts. Dabei werden Orte und Objekte mit Lerninhalten verknüpft. Man sucht sich eine reale Route aus oder erstellt eine in seinem Kopf. Muss man die Informationen dann abrufen, geht man diese Route im Geist ab und stellt die Verbindung zwischen Ort und Inhalt her. Somit lassen sich Informationen besser merken.

Die Methode des Gedächtnispalasts arbeitet ähnlich, nur dass man hierbei nun keine Route festlegt, sondern sich ein Konstrukt in Gebäudeform festigt, das dann mit passenden Informationen gefüllt wird. Somit kann der Gedächtnispalast als eine Weiterentwicklung der Loci-Methode betrachtet werden.

Einen Palast bauen

Ein geistiges Konstrukt angefüllt mit Informationen zu erstellen, stellt eine fortgeschrittene Form der Gedächtnistechnik dar, weshalb man sich erst daran gewöhnen muss. Außerdem ist eine gute Vorstellungskraft dafür von Nöten. Am Anfang empfiehlt es sich nicht direkt mit einem Palast, sondern mit etwas Kleinerem zu beginnen. Dabei kann jedes erdenkliche Konstrukt verwendet werden: ein Haus, eine Garage, eine Hütte im Wald etc. In dem Gebäude gibt es dann verschiedene Plätze oder auch Loci, an denen das Wissen abgelegt werden kann. Um dies tun zu können, müssen die Lerninhalte vorher verbildlicht werden. Die Informationen werden dann assoziativ mit dem Ort, an dem sie „gelagert“ sind, verknüpft. Um es sich besser zu merken sind besonders lebhafte und emotionale Bilder von Vorteil. Genau wie bei anderen Lerntechniken sollten die abgelegten Informationen öfters wiederholt werden, also der Gedächtnispalast öfters besucht werden. Ist dies getan, kann das Gebäude stetig erweitert werden, sodass es mit der Zeit von allein zu einem Palast wächst.

Ihr könnt euch darunter noch nichts genaues vorstellen? Kein Problem, an einem kleinen Beispiel wird es deutlicher. Ihr lernt für eine Juraprüfung und baut euch deshalb ein Haus. An der Vordertür prangt ein großes eingeschnitztes Paragraphen-Zeichen (§), damit ihr wisst: Hier geht es um Recht. Für das Strafrecht konstruiert ihr ein Zimmer mit einer großen Zelle mit Eisengittern mitten im Raum. Hier legt ihr dann alle möglichen Details für das Strafrecht ab. Ein anderes Zimmer beinhaltet Elemente des Steuerrechts, und darin sitzt Angela Merkel und badet wie Dagobert Duck in den Steuergeldern. Sind die Bilder abstrus, lassen sie sich tendenziell besser merken.

Diese Mnemotechnik eignet sich also hervorragend für das Speichern und Abrufen von Informationen, die in einem linearen Rahmen angesiedelt sind und sich gut verbildlichen lassen. Für andere, etwas komplexere Gedankenspiele und Wissensgebiete könnte es weniger hilfreich sein. Trotzdem ist der Gedankenpalast, gesehen als eine enorme Eselsbrücke, ein Bild für das bewusst gelernte Faktenwissen. Wenn man das Gebäude bewusst entstehen lässt und sich mehrfach vor Augen führt, lassen sich gelernte Inhalte leicht verinnerlichen.

Referenzen in der Popkultur

Der Gedächtnispalast existiert nicht nur als spröde Theorie, sondern fand bereits prominente Erwähnung in der heutigen Popkultur. Das berühmteste Beispiel liefert dabei die fiktive Figur des Detektivs Sherlock Holmes. Sein Schöpfer Arthur Conan Doyle beschrieb die Technik des Gedächtnispalastes bei Holmes, der sich dadurch enorm viele Informationen speichern konnte. Auch in der modernen TV-Serie mit Benedict Cumberbatch wird das Prinzip des Gedächtnispalasts visualisiert. Eine andere bekannte Romanfigur, die diese Gedächtnistechnik anwendet, ist der von Thomas Harris erfundene Therapeut Dr. Hannibal Lecter. Dieser nutzt in den Romanvorlagen den Gedankenpalast neben der Gedächtnisfunktion auch zur Entspannung und zur Überbrückung eintöniger Zeiten, wie z.B. eines langen Fluges.

Die Methode des Gedächtnispalastes ist keine einfache Technik, doch mit Übung kann sie zu einem sehr hilfreichen Instrument zum Abrufen von Informationen werden. Zudem fördert es durch Phantasie und Vorstellungskraft die Hirnleistung an sich. Hat man einmal ein funktionierendes Konstrukt erschaffen, sind die Erweiterungsmöglichkeiten schier grenzenlos.

Wie manage ich meine Zeit am besten?

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Zeit optimal managen

Tempus fugit. Dieses lateinische Sprichwort fasst zusammen, was seit Anbeginn Realität ist und die Menschen seit Tausenden Jahren begreifen: die Zeit flieht und vergeht. Zeit ist eine Ressource, die für alle Menschen gleichermaßen vorhanden ist und die man nicht speichern oder erwerben kann. Die Zeit ist für alle gleich. Trotzdem scheinen manche Menschen besser mit der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit zurecht zu kommen als andere. Ihnen läuft die Zeit davon. Der Tag hat nicht genügend Stunden um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen. Dabei ist Zeitmanagement etwas, das man lernen und verbessern kann. Damit man auch Zeit für die wichtigen Dinge im Leben hat!

Was ist Zeitmanagement?

Viele Experten ärgern sich an dem Namen Zeitmanagement. Denn die Zeit lässt sich nun mal nicht managen. Ein Tag hat immer 24 Stunden, egal wie sehr man dies zu managen versucht. Dabei beschreibt Zeitmanagement die effektive und effiziente Nutzung der Zeit, die einem zu Verfügung steht. Aus diesem Grund bevorzugen Einige den Namen Selbstmanagement. Doch egal, wie man es nennt, es beinhaltet stets die gleichen Prinzipien. Zeitmanagement bedeutet dabei den eigenen Arbeitsalltag, aber auch die Freizeit, bewusst in die Hand zu nehmen und so zu strukturieren, dass anstehende Aufgaben und Termine innerhalb des zur Verfügung stehenden Zeitraums bewältigt werden.

Wichtige Inhalte des Zeitmanagements sind dabei Planung, Organisation, Motivation und Zielsetzung. Konkret umfasst Zeitmanagement folgende Punkte:

  • Sich Ziele setzen
  • Sich selbst organisieren
  • Sich einen Überblick über die Aufgaben machen
  • Seine Aufgaben zu planen
  • Zu Priorisieren
  • Und die eigene Motivation beizubehalten.

Im Kern bedeutet es also bessere Entscheidungen zu treffen. Dabei ist jedoch nicht jeder Mensch gleich empfänglich für Zeitmanagement. Einige brauchen die Spontanität und die Flexibilität. Was jedoch nicht heißt, dass man sich beim Zeitmanagement strikt an die eigene Planung halten muss. Im Grunde ist es ein iterativer Prozess, in dem man sich stets fragen sollte: „Bringt mich das, was ich zurzeit tue, meinen Zielen näher?“ Sollten Sie diese Frage einmal verneinen, verschwenden Sie Ihre Zeit für unwichtige Aufgaben.

Bevor wir näher in die Methoden und Möglichkeiten eintauchen, wie Zeitmanagement betrieben werden kann, schauen wir uns an warum wir überhaupt in Zeitbedrängnis geraten.

Gründe für Zeitbedrängnis

Neben dem offensichtlichen Aspekt, dass Zeit nun mal begrenzt ist, gibt es weitere Gründe warum wir in Zeitnot geraten. Diese Aspekte sind dann durch Eigenverschulden zustande gekommen. Das Gute daran ist jedoch, dass dies auch durch eigenes Zutun wieder behoben werden kann. Hier also die prominentesten Gründe für Zeitbedrängnis.

Unklare Prioritätensetzung

Ein weitverbreiteter Fehler besteht darin die eigenen Prioritäten falsch zu setzen. Gute Zeitmanager müssen herausfinden was relevant ist und was nicht. Wichtig dabei ist wiederum was zum Erreichen der eigengesetzten Ziele von Bedeutung ist. Schafft man es nicht die richtigen Prioritäten zu setzen, begibt man sich in eine Abwärtsspirale. Eigentlich wichtige Dinge werden liegen gelassen und nicht bearbeitet. Dadurch gerät man in noch größere Zeitbedrängnis.

Mangelnde & schlechte Kommunikation

Im Arbeitsalltag ist eine gute Kommunikation erforderlich um die Arbeit erfolgreich zu bestreiten. Bleibt die Kommunikation auf der Strecke werden unwichtige Aufgaben bearbeitet oder nicht wie erfordert ausgeführt. Dies führt weiterhin zu schlechtem Zeitmanagement und somit zu unnötiger Zeitnot.

Schlechte Planung

Eine gute Planung kann die Effektivität und Effizienz mit der Aufgaben erledigt werden, grundlegend verbessern. So nimmt die Planung an sich zwar auch schon eine gewisse Zeit in Anspruch, die Zeit die man dadurch jedoch spart, rechtfertigt dies aber durchaus. Durch eine gute Planung erhält man einen Überblick und kann dadurch die eigene Zeit besser managen.

Individuelle Aspekte

Zu guter Letzt sind die eigenen Unzulänglichkeiten aber auch Teil schlechten Zeitmanagements. Eine chaotische Arbeitsweise, Vergesslichkeit oder der Hang zu Prokrastination erschweren eine effektive Arbeitsweise noch weiter.

Methoden und Strategien

Kommen wir nun zu Methoden und Strategien, wie gutes Zeitmanagement betrieben werden kann. Die zentrale Frage dabei lautet stets:  „Bringt mich das, was ich tue, meinen Zielen näher?“ Somit ist es zuallererst wichtig eigene Ziele zu formulieren. Diese Ziele sollten im Idealfall SMART sein, das bedeutet spezifisch, messbar, anspornend, realistisch und terminierbar. Zu den weiteren Strategien gehört es die Aufgaben zu priorisieren, also nach Wichtigkeit und Dringlichkeit zu sortieren und abzuarbeiten. Des Weiteren sollten große Aufgaben in kleine Teilaufgaben aufgespalten werden und bestimmte Arbeiten an Andere abgegeben (delegiert) werden, soweit dies möglich ist. Dies alles sollte in einem Tagesplan zusammengefasst werden, der sämtliche Aufgaben enthält, aber auch Zeit für spontan anfallende Arbeiten beinhaltet. Darüber hinaus ist es essenziell auch Pausen und freie Zeit in den Tagesplan mit einzubeziehen. Eine gewisse Erholung von der Arbeit wie Sport oder Treffen mit Freunden helfen den Kopf frei zu kriegen und danach die Arbeit wieder motiviert angehen zu können. Arbeit allein ist auf Dauer schädlich für den Menschen und senkt so die Produktivität des Individuums.

Von den Methoden zum Zeitmanagement ist die To-Do-Liste wohl die bekannteste. Das Aufschreiben von Aufgaben hilft die Gedanken zu ordnen und sich so auf die jeweilige Aufgabe zu konzentrieren. Das Streichen der Aufgaben hebt darüber hinaus die Motivation für die anstehende Arbeit. Dabei sollte stets die schwierigste Aufgabe zuerst bearbeitet werden. Alles danach wird dann umso einfacher erscheinen. Nicht ganz so bekannt, aber von ähnlichem Prinzip ist die Not-To-Do-Liste. Hierbei schreibt man sich alle Aktivitäten auf, die man heute nicht angehen sollte. Dazu gehören Dinge wie das Checken der sozialen Netzwerke oder private E-Mails zu lesen. Somit sollen Zeitdiebe und Ablenkungen eliminiert werden.

Die Getting Things Done Methode von David Allen greift die Priorisierung der Aufgaben auf. Demnach sollen alle Aufgaben erfasst und nach ihrer Dringlichkeit sortiert werden. Sehr wichtige Aufgaben, die jedoch mit wenig Arbeitsaufwand verbunden sind, wie das Schreiben einer wichtigen Mail, sollten sofort erledigt werden. Danach hat man Zeit sich der wichtigen Aufgaben anzunehmen. So wird auch der wichtige Kleinkram nicht vergessen.

In eine ähnliche Richtung geht auch das Prinzip der Eisenhower-Matrix. Diese 4-Felder-Matrix ordnet Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit. So entstehen vier Aufgabenformen: dringend und wichtig, dringend aber nicht wichtig, wichtig aber nicht dringend und weder wichtig noch dringend. Die Aufgaben der letzten Gruppe können vernachlässigt werden. Die Aufgaben aus dem ersten Bereich haben oberste Priorität und sollten zuerst erledigt werden. Die dringenden, aber nicht wichtigen Aufgaben können delegiert werden.

Eine Einteilung der Aufgaben wird auch in der ABC-Methode vorgenommen. Hierbei werden die Arbeiten kategorisiert. A-Aufgaben sind sehr wichtig und sollten sofort erledigt werden. B-Aufgaben sind weniger wichtig und sollten später erledigt oder delegiert werden. C-Aufgaben hingegen sind kaum wichtig und können daher delegiert oder sogar verworfen werden.

Wichtig bei allen Zeitmanagement-Methoden ist jedoch auch, dass diese nicht mehr Arbeit machen sollen als die Arbeit selbst. So sollten diese Methoden je nach Typ und Tagesform individuell angewendet werden.

Kontrolle

Hat man nun alle Methoden eingesetzt und die Grundprinzipien befolgt, ist es daran die Ergebnisse zu kontrollieren. Dabei ist wieder die wichtige Frage ob die Ziele eingehalten und erreicht wurden. Entdeckt man jedoch noch Verbesserungspotenzial und etwaige Missstände sollten Korrekturmaßnahmen ergriffen werden. So kann mit jeder neuen Aufgabe, die dazukommt geklärt werden, wie diese in den Plan integriert wird. Somit sollte man sich ständig fragen, ob die anstehenden Tätigkeiten nach Priorität geordnet sind. Wurden kleinere Aufgaben zu Blöcken zusammengefasst? Wurden Störfaktoren und Zeitdiebe eliminiert? So betreibt man stetig Zeitmanagement und teilt sich seine Zeit effektiv und effizient ein.

Bei all der Arbeit sollten jedoch die anderen Lebensbereiche nicht vernachlässigt werden. Der Umgang mit Freunden und die Einbindung in ein soziales Netzwerk helfen einem Individuum stressresistenter zu werden und helfen somit indirekt wiederum die Arbeit besser erledigen zu können. Aber auch die Zeit für sich selbst sollte in den Zeitplan integriert werden.

Es kann also mit ein paar klugen Methoden und der richtigen Herangehensweise ein solides Zeitmanagement betrieben werden. Dadurch erledigt man Aufgaben effektiver und effizienter und gerät nicht mehr so leicht in Zeitnot. Auch für das Lernen für Prüfungen ist Zeitmanagement ein wichtiger Aspekt um erfolgreich zu sein. Die Zeit vergeht und scheint manchmal zu fliehen. Doch wir können selbst entscheiden, wie wir diese Zeit nutzen. Tempus fugit.

Lerntips und Lerntechniken fürs Medizinstudium

Helen K., Medizinstudentin an der Universität Mainz, teilt mit uns Ihren Erfahrungsbericht zum Thema „Lernen lernen“ aus der Perspektive einer Medizinstudentin

Jeder Student (sei man nun Erstsemestler oder kurz vor der Abschlussprüfung) findet sich früher oder später vor einem scheinbar unüberwindbar riesigen Lernberg. Der Gipfel ist deutlich sichtbar, der Weg dorthin jedoch genauso schleierhaft wie die Frage „Wo fange ich bloß an?“. Vor allem im Studiengang Humanmedizin, in dem nicht nur die Lerninhalte, sondern auch die dafür angebotenen Hilfsmittel und Lerntechniken meist vielfältiger sind als einem angesichts der bevorstehenden Prüfung lieb ist, ist ein effektives Lernkonzept anzuraten. Natürlich gibt es keinen perfekt zugeschnittenen Masterplan zum Erfolg, da jeder Student einen individuellen „Hintergrund“ mit sich bringt und jede Uni bzw. jeder Dozent was anderes will. Trotzdem lassen sich einige Lernstrategien im Allgemeinen ganz gut anwenden.

Im Medizinstudium sind Lehrbücher unumgänglich, so unattraktiv manch dicker Wälzer auch erscheinen mag. (Zumindest habe ich noch keinen gesehen, der allein mit Vorlesungsfolien und Skript auskommt.) Dabei sollte man vorher überlegen:

  1. Welche Bücher gehören zur „Pflichtlektüre“? Manche Dozenten geben zu Beginn des Semesters Literaturtipps, wobei man am besten bei den Vorgängern nachfragen sollte, ob diese wirklich sinnvoll sind. Denn nicht selten wurden Bücher von fast 1000 Seiten für 70-80€ angepriesen, die dann eher zur Dekoration im Regal standen. Andere Bücher hingegen haben sich schon über Jahrzehnte als gute Studienbegleiter bewährt und werden gerne von den Dozenten selbst in den Vorlesungen immer wieder genutzt, wie z.B. die drei Prometheus-Anatomie-Atlanten vom Verlag Thieme.
  2. Mit welchem Konzept kann ich am besten lernen? Der eine arbeitet lieber mit Texten, der andere kann sich mit farblichen Darstellungen und Schaubildern eher anfreunden. Mir persönlich hat z.B. das Konzept der „Dualen Reihe“ sehr geholfen. Diese Bücher sind umfangreich, aber übersichtlich gegliedert, bebildert und enthalten neben dem Fließtext eine Randspalte mit den wichtigsten Stichpunkten, die man z.B. bei Zeitnot schnell überfliegen kann. Merksätze, Synonyme, Definitionen und klinische Bezüge sind in Kästen hervorgehoben und zusammenfassende Tabellen erleichtern den Überblick.
  3. Sind alle Informationen enthalten? „Besser zu viel als zu wenig“ gilt hier nicht unbedingt. In einigen Fächern war doch tatsächlich ein Kurzlehrbuch ausreichend. Über das Inhaltsverzeichnis kann man sich vergewissern, ob die wichtigsten Themen abgedeckt sind. Hilfreich ist es auch, nach speziellen Begriffen im Sachregister zu schauen oder ein Kapitel in den verschiedenen Lehrbüchern zu vergleichen.
  4. Woher bekomme ich die Bücher? Gerade wenn das Budget knapp ist, neigen Lernende dazu, an den falschen Ecken zu sparen. Leider bietet die Unibibliothek nicht alles, was das Studentenherz an Literatur begehrt. Wenn man zu den frühen Vögeln gehört, ist es dennoch zumindest den Versuch wert, sich durch den Bücherdschungel der Unibib zu kämpfen. Der Rest muss sich die Bücher woanders besorgen. Günstige Alternativen sind: gebrauchte Bücher auf Internetseiten wie amazon, ebay, booklooker.de, semesterbooks.de etc., oder auch von Vorgängern (z.B. gibt es in Mainz den „Bücherbasar für Mediziner“). Dabei sollte man darauf achten, eine möglichst neue Auflage zu kaufen.

Lerntechniken für das Medizinstudium 

Weitere Lerntechniken reichen von selbstgebastelten Modellen über Lernkarten bis hin zu 3D Apps. Klar ist: Je mehr Gehirnareale beim Lernen beansprucht werden, sprich je mehr Sinne am Lernen beteiligt sind, desto länger bleibt das Gelernte im Gedächtnis. Doch besteht die Gefahr, dass man vieles ausprobiert und nichts durchzieht oder sich ablenken lässt. Man sollte sich also fest für die Methoden entscheiden, die am besten funktionieren.

Lernen in der Gruppe

Wer bei persönlicher Interaktion mehr mitnimmt, kann eine Lerngruppe bilden oder einem Tutorium beitreten; im Fach Anatomie haben wir uns z.B. gegenseitig an Modellen, Schnitten oder den Leichen abgefragt und am Whiteboard komplexere Themen erklärt.

Lernen mit Videos

Wer bevorzugt mit elektronischen Medien arbeitet, kann sich nach Lernvideos umschauen. So stellt die Seite khanacademy.org viele kostenlose englische Tutorials zur Verfügung, nicht nur für den Fachbereich Medizin, sondern auch für viele andere Wissenschaften. Gerade weil sie sehr anschaulich, simple und einprägsam ist, wurde diese Lehrmethode von vielen Youtubern übernommen, sodass man auch auf der Videoplattform einiges an guten Lernvideos findet.

Lernen mit Karteikarten

Wer gerne mit Karteikarten arbeitet, ist mit Repetico bestens bedient. Insbesondere im Fach Medizinsche Terminologie ist es praktisch, die Vokabeln und Definitionen abzutippen und dann in beliebiger Reihenfolge zu wiederholen. Man kann die Lernkarten schnell verschiedenen Kategorien zuordnen, durch Abbildungen ergänzen und jederzeit nachkorrigieren (was bei Karteikarten auf Papier dagegen ziemlich mühsam und umständlich sein kann). Bei 800 Begriffen spart man mit Repetico deutlich an Zeit und Nerven, es geht keine Karte verloren und man muss keine Stapel mit sich herumschleppen. Zudem werden von Repetico bereits vorgefertigte Lernkartensätze angeboten, die von entsprechenden Verlagen erstellt wurden. Im medizinischen Bereich ist derzeit vom Verlag Elsevier ein Kartensatz für Anatomie und Physiologie verfügbar. Weitere Informationen zum Lernen mit Karteikarten findet ihr hier.

Zeitmanagement

Hat man nun die Werkzeuge gesammelt, gilt es, sie auf effektivste Weise zu nutzen. Man kann es sicher nicht oft genug sagen: Das A und O für’s Studium ist Zeitmanagement. In gewissen Fächern kann man einfach nicht genug, geschweige denn alles wissen. Hier gibt es Fallen, in die viele gleich am Anfang tappen: Selbstüberschätzung und Unterschätzung der Lernmasse. Gegenmittel: Realistische Ziele setzen, Pläne entwerfen, rechzeitig anfangen und dran bleiben!

Elaboratives Lernen

Elaboratives Lernen
Elaboratives Lernen

Es ist mal wieder diese Zeit des Jahres. Schüler schreiben ihre letzten Klausuren vor den Sommerferien und für die Studenten stehen die Abschlussklausuren des Semesters an. Es ist Prüfungsphase! Und wie jedes Mal in dieser Zeit fangen Studenten wieder viel zu spät an zu lernen und versuchen sich all das Wissen in kurzer Zeit einzutrichtern. Auswendiglernen lautet meist die gewählte Formel zum vermeintlichen Erfolg. Dass diese Methode jedoch meist schlecht gewählt ist, bestätigen viele Experten. Wie man besser lernt, zeigt das sogenannte elaborative Lernen.

Im Laufe des Semesters oder des Schuljahres kommt so einiges an Lernstoff zusammen. Um Ordnung und Überblick zu bekommen, muss daher erst einmal vereinfacht und aussortiert werden. Bei dieser reduktiven Variante wird der Inhalt auf das Wesentliche verkürzt. Das elaborative Lernen geht darüber hinaus. Denn bei dieser Lernform wird das neue Wissen mit dem bereits vorhandenen Vorwissen verknüpft. So soll der Inhalt besser verankert im Gedächtnis verankert werden. Um den Lernerfolg sicherzustellen, muss der Lernstoff gelesen und gleichzeitig verstanden werden, so der Lernforscher Andreas Gold am Institut für Pädagogische Psychologie der Universität Frankfurt am Main. Doch wie macht man das am besten?

Techniken des elaborativen Lernens

Eine der wichtigsten „Techniken“ beim elaborativen Lernen ist den Lernstoff in eigenen Worten widerzugeben. So sollten keine einzelnen Merksätze oder Auflistungen aus den Materialien wortwörtlich übertragen und gelernt werden. Sich die Inhalte in eigenen Worten aufzuschreiben hilft dabei, sich diese besser zu merken und man stellt fest, ob man die Inhalte auch richtig verstanden hat. Elaborativ lernen bedeutet aber auch Fragen an den Text oder die Materialien zu stellen und sich kritisch mit diesen auseinander zu setzen. Sich zu fragen warum das eben Gelernte gerade so ist oder warum diese Aussage zutrifft, sei die beste Methode, um gerade Erlerntes im Gedächtnis zu behalten, behauptet Frank Fischer, Professor für Pädagogische Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Weitere effiziente Methoden bestehen darin, das Gelernte einem Laien in einfachen Worten zu erklären, die gelernten Inhalte auf eigene Erfahrungen zu beziehen, die Inhalte zu visualisieren und sie sich bildhaft vorzustellen oder Analogien zum Lernstoff zu finden. Einen eher ungewöhnlichen Tipp hält die Psychologin Helga Knigge-Illner parat. Sie sagt: „Halten Sie doch einfach einmal eine flammende Lobrede auf eine Theorie, die Sie gerade lernen müssen.“

Die Theorie dahinter

Die Theorie der Elaborations- oder Verarbeitungsebenen aus der Gedächtnispsychologie wurde 1972 von Craik und Lockhart verfasst. Diese besagt, dass Menschen Informationen umso besser behalten können, je tiefer sie diese bei der Enkodierung verarbeitet haben. Die Verarbeitung dessen ist umso tiefer, je mehr Bezüge und Verbindungen zum eigenen Vorwissen knüpft und je mehr eigene Gedanken man zum Lernen hinzufügt. So wäre es am Vorteilhaftesten bereits beim Mitschreiben im Unterricht oder der Vorlesung zu elaborieren, um das aufgenommene Wissen bestmöglich einzuprägen.

Wenn immer wir etwas in eigenen Worten erklären, müssen wir uns konzentrieren. Das hilft dabei sich die Inhalte ins Gedächtnis zu übertragen. Die Gefahr dabei bereits vorformulierte Inhalte wiederholt zu lernen, besteht darin, dass das Gelernte nicht addiert, sondern eher verdrängt wird. Diese Gefahr lässt sich durch elaboratives Lernen deutlich mindern.

Fazit

Es gibt viele verschiedene Arten zu lernen. Einige sind effektiver als andere. Generell kommt es jedoch auf den individuellen Lerntyp an. Jeder hat bestimmte Stärken und Schwächen was das Lernen angeht. Das elaborative Lernen stellt eine eher effizientere Lernmethode dar. Dabei ist vor allem das Verfassen des Gelernten in eigenen Worten wichtig. Wendet man diese recht simplen Methoden an, steigert dies die Wahrscheinlichkeit auf einen positiven Prüfungsausgang. Für alle, die im Moment tief in der Prüfungsphase stecken.

Lernmotivation – You can do it!

Lernmotivation - Wie kann ich meine Motivation beim Lernen steigern?
Lernmotivation

Es ist eine Art Fabelwesen, das uns stets davon abbringt das zu tun, was getan werden sollte. Heute ein wenig Sport machen um fit zu bleiben? Lieber mit einer Tüte Chips vor den Fernseher. Lernen für die nächste Prüfung? Es gibt bestimmt etwas Interessanteres zu tun. Der innere Schweinehund, den es so oft zu überwinden gilt, ist steter Begleiter in unserem Leben. Dabei ist vor allem beim Lernen die nötige Motivation entscheidend für den Lernerfolg. Wie man sich erfolgreich motiviert und wie dies die Lernleistung steigert, jetzt hier.

Um erfolgreich eine Tätigkeit auszuführen, wie das Lernen für eine Prüfung, sind laut Forschern drei Komponenten relevant. Zum einen das Fachwissen, das benötigt wird, damit man überhaupt weiß, was zu tun ist. Als zweite Komponente wird die Denkfähigkeit beschrieben. Diese sind von persönlichen Kennzeichen, wie der Intelligenz abhängig. Die dritte Komponente ist die Motivation, die dich dazu verleiten die Tätigkeit auch angehen zu wollen. Dabei kann man zwischen verschiedenen Formen der Motivation unterscheiden.

Formen der Lernmotivation

In der Lernforschung werden verschiedene Formen der Motivation unterschieden. Diese wären die intrinsische sowie extrinsische Motivation, die Leistungsmotivation und das Interesse. Eine intrinsische Motivation entsteht aus der Sache selbst und kommt von innen. So entsteht eine intrinsische Motivation, wenn das Lernen an sich Freude und Zufriedenheit bietet, weil dich unter anderem das Thema interessiert. Eine hohe intrinsische Motivation erhöht die Leistungsbereitschaft und stellt daher die effektivste Art der Motivation dar. Doch was soll man tun, wenn dich das Thema einfach nicht interessiert, du aber trotzdem dafür lernen musst? Da kommt dann die extrinsische Motivation mit ins Spiel. Bei der extrinsischen Motivation steht nur das angestrebte Ziel oder die erwartete Folge im Vordergrund. So bist du z.B. extrinsisch motiviert, wenn du nur eine gute Note bekommen möchtest um später viel Geld verdienen zu können. Hierbei ist dann nicht mehr die innere Freude am Thema ausschlaggebend, sondern eher das extern hereingebrachte Ziel des Lernens.

Ähnlich verhält es sich bei der Leistungsmotivation. Auch hier steht das Ziel im Vordergrund. Im Vorfeld einer Prüfung stellst du eine gewisse Erwartung an deine eigene Lernleistung und misst dieser Erwartung einen gewissen Wert bei. So erwartest du z.B. in der nächsten Klausur mindestens eine 2 zu schreiben, was dir besonders wichtig erscheint, da sonst dein Notenschnitt nicht mehr ausreicht, um dich auf eine bestimmte Stelle zu bewerben. Die Motivation entsteht dann aus der Hoffnung auf Erfolg oder der Angst das Ziel nicht zu erreichen. Die vierte und letzte Form der Motivation ist das Interesse. Das Interesse kann als Unterform der intrinsischen Motivation gesehen werden, da auch hier die Lerninhalte im Vorderrund stehen. Dabei muss es nicht von Anfang des Lernens vorhanden sein, sondern kann auch während des Lernprozesses entwickelt werden. Die Motivation entsteht hierbei daraus, dass dich das Thema sehr interessiert und du daher weiterlernen möchtest.

Darüber hinaus können noch soziale Lernmotive ausschlaggebend für die eigene Lernmotivation sein. So spielen Komponenten wie Anerkennung und Geltung eine Rolle. So bist du z.B. motiviert eine gute Note zu schreiben, da daraus Anerkennung für deine gute Leistung entsteht. Auch die Faktoren des Vermeidens negativer Sanktionen, des Gefühls der Macht und Überlegenheit oder einfach eine positive Beziehung zu deinem Lehrer können zu einer höheren Motivation führen. Schlussendlich fließen, wie in vielen anderen Bereichen des Lebens, auch Emotionen und Gefühle mit in die Lernmotivation ein. Wenn also eine neue Aufgabe oder der Lernstoff mit negativen Gefühlen assoziiert wird, sinkt die Lernmotivation, wohingegen positive Gefühle die Motivation steigern und einen großen Lernerfolg mit sich ziehen.

Wege sich zu motivieren

Es gibt nun verschiedene Tricks und Mittel sich selbst zu motivieren und so den eigenen Lernerfolg sicherzustellen. So solltest du dir im Vorhinein im Klaren darüber sein, was du mit der Vorbereitung erreichen möchtest. Dabei ist es wichtig, dass du dir konkrete und vor allem realistische Ziele setzt. Leg die Messlatte nicht zu hoch, sondern passe die Ziele auch deinen eigenen Fähigkeiten an. Ist ein Ziel zu groß gesetzt, empfiehlt es sich dieses Ziel in kleinere Unterziele zu zerlegen. Diese kannst du dann besser abarbeiten und hast so verschiedene Erfolgserlebnisse, die dich weiter motivieren. Um das alles zu organisieren, kannst du dir auch einen Lernplan erstellen, der die verschiedenen Wege des Lernprozesses organisiert.

Generell solltest du dich für das Erreichen bestimmter Meilensteine selbst belohnen. So kannst du dir nach einer längeren Lernsession mit Kollegen einen Kaffee gönnen oder am Abend ins Kino gehen. Die Belohnung sollte dabei, wenn möglich, unmittelbar nach dem gewünschten Verhalten erfolgen. So wird dem Gehirn eine positive Folge des Lernens signalisiert und so die Motivation weiter gesteigert.

Je nach Lerntyp fällt es einigen Leuten leichter alleine zu lernen und anderen im Team. Das Lernen in der Gruppe bietet dabei einige Vorteile. So kann man sich in der Gruppe selbst kontrollieren und Deadlines werden wahrscheinlicher eingehalten. Dadurch, dass du dich mit der Lerngruppe absprichst werden Lernziele verbindlich und von der Gruppe kontrollierbar. Dadurch wird es wahrscheinlicher, dass ihr die selbstgesetzten Aufgaben auch tatsächlich erfüllt und nicht alleine in Prokrastination verfallt. Als Nächstes könnt ihr euch in der Gruppe emotional unterstützen. Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid. Da ihr euch in der gleichen Situation befindet, könnt ihr euch gegenseitig Mut zusprechen oder einfach den ganzen Unmut raus lassen. Außerdem sinkt die Verzweiflung, wenn man sieht, dass es anderen ähnlich schwer fällt ein bestimmtes Konzept zu verstehen. Als Letztes könnt ihr euch in der Gruppe natürlich auch praktisch unterstützen. Weiß man die Antwort auf eine Frage nicht selbst, kann man diese in der Gruppe erarbeiten. So kann eine Lerngruppe schnell zu Verbündeten für ein gemeinsames Ziel werden.

Fazit

Die eigene Motivation zum Lernen stellt einen integralen Bestandteil für den Lernerfolg dar. Durch die eigene Motivation fällt das Lernen leichter und die Inhalte bleiben länger im Gedächtnis. Dabei sollten intrinsische und extrinsische Motivationen zusammen genutzt werden. Dies kann unter anderem durch Belohnungen geschehen. Auch das gemeinsame Lernen im Team bringt so einige Vorteile mit sich. Also seid motiviert und besiegt den inneren Schweinehund. Dann wird es auch was mit den Prüfungen.