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Mind Mapping

© by Nicoguaro via Wikimedia, CC BY-SA 3.0

© by Nicoguaro via Wikimedia, CC BY-SA 3.0

Es gibt viele Arten zu Lernen. Eine davon ist das sogenannte Mind Mapping. Was Mind Mapping ist, welche Vorteile es bringt und wie man es nutzen kann.

Definition und Gründe für Mind-Map

Das menschliche Gehirn ist in zwei Hälften unterteilt. Nach neuesten Forschungen und Erkenntnissen geht man davon aus, dass jede Gehirnhälfte für bestimmte Aufgaben verantwortlich ist. Die rechte Gehirnhälfte bearbeitet die Raumwahrnehmung, Fantasie, Farbe, Rhythmus, Gestalt und Mustererkennung. Die linke Gehirnhälfte ist zuständig für rationales Denken, Logik, Sprache, Zahlen, Linearität und Analyse. Da unsere Denkprozesse im Gehirn verknüpft ablaufen, ist es sinnvoll auch den Lernprozess so zu gestalten. So sollten beim Lernen beide Gehirnhälften aktiviert werden, um durch diese Synergieeffekte unsere geistige Leistung zu erhöhen. Eine Lernmethode, die genau dies aufgreift, ist das Mind Mapping, das in den 70er Jahren von Tony Buzan entwickelt wurde.

Beim Lernen für z.B. eine Klausur bedienen sich Viele der stichpunktartigen, linearen Aufzählung. Das Problem ist nur, dass wir nicht linear denken, sondern vernetzt. Unser Gehirn springt dauernd von einem Thema zum anderen. Die Verknüpfungen, die wir innerhalb des Gehirns anfertigen, werden im Lernprozess meist nur unzureichend berücksichtigt. So aktivieren lineare Aufzeichnungen, wie Tabellen, Listen oder Mitschriften nur die linke Gehirnhälfte. Moderne Forschungen belegen zudem, dass 90% der Informationen in Fließtexten für den Erinnerungszweck irrelevant und somit zum Lernen unbrauchbar sind. Eine Mind Map dagegen erzeugt ein kreatives Ordnungssystem, in dem durch das Weglassen von Füllwörtern und die Beschränkung auf Schlüsselwörter, die Erinnerungsleistung erhöht wird.

So werden in einer Mind Map Informationen visualisiert und miteinander verknüpft. Die so entstandenen Assoziationsnetzwerke entsprechen genau der Funktionsweise unseres Gehirns. Durch die Übersicht und Struktur wird das limbische System zur Mitarbeit angeregt. Dabei hängen die meisten Assoziationen direkt an bestimmten Schlüsselwörtern. Es ist also nicht notwendig sich ganze Sätze oder Passagen auswendig zu merken. Die Assoziation mit den Schlüsselwörtern reicht meistens aus, um sich das Gelernte wieder in Erinnerung zu rufen. Dieses Prinzip der Assoziation hilft weiterhin dabei Gedanken zu entfalten und die Fähigkeit des Gehirns zur Kategorienbildung zu nutzen.

Aber wie sehen Mind Maps nun genau aus und wie fertigt man sie an?

Anfertigung einer Mind Map

Eine Mind Map wird als ein Papier im Querformat benutzt und in die Mitte des Blattes das Hauptthema geschrieben. So steht das Wichtigste im Mittelpunkt, womit dem Thema die größte Aufmerksamkeit zuteilwird. Um die recht Hirnhälfte zu aktivieren ist es sinnvoll mit Farben und Bildern zu arbeiten. So wird das Hauptthema mit einem passenden Bild illustriert oder mit Farbe hervorgehoben. Ausgehend von dem Hauptthema gehen verschiedene Äste zu den Unterthemen. Diese identifizieren die Struktur des Themas. Auf den Linien stehen die Schlüsselwörter zu den Unterthemen. Je nach Verzweigung und Umfang des Themas werden den Unterthemen dann weitere Äste hinzugefügt, die die Details weiter verdeutlichen. Um die Zusammenhänge der Unterthemen besser zu erkennen, ist es sinnvoll für unterschiedliche Themengebiete unterschiedliche Farben zu benutzen. So fällt zum einen die Abgrenzung untereinander, aber auch die Identifizierung zusammenhängender Themen leichter. Benutzt man dazu noch Symbole wie Pfeile, Ausrufezeichen oder kleine Bilder, wird der Inhalt leichter zu erfassen. Hat man einmal keinen Platz mehr auf dem Blatt, können Unterpunkte auf einem neuen Blatt als Mittelpunkt verwendet werden, um das Themengebiet so modular aufzugliedern.

Jeder Mind Mapping-Prozess besteht somit aus 3 wichtigen Schritten: Struktur, Schlüsselwörter und Verknüpfungen. Zuerst wird die Struktur des Themas erfasst und visuell verarbeitet. Danach werden die Informationen anhand präziser Schlüsselwörter in die Mind Map eingetragen. Zum Schluss werden innerhalb der Map Verknüpfungen zwischen einzelnen Punkten visualisiert.

Vorteile des Mind Mapping

Die Vorteile des Mind Mapping sind zahlreich. Die graphische Darstellung unterstützt beim Denken. Bereits ein kurzer Blick auf die Map verdeutlicht den Inhalt, da das zentrale Thema im Mittelpunkt steht. Durch das Anlegen von Ästen und Unterthemen erhält der Lernstoff eine Struktur und eine Hierarchie. Die weniger wichtigen Elemente stehen weiter am Rand. Hinzu kommt eine Zeitersparnis durch die Konzentration auf das Wesentliche. Es sind keine überflüssigen Informationen enthalten, die man sich sowieso nicht merken würde. Die Assoziation der Schlüsselwörter eignet sich zudem hervorragend zum Wiederholen von Lernstoff. Der Grundgedanke des Themas ist bereits verinnerlicht und die Mind Map eröffnet eine Rekonstruktion und fördert die Erinnerung. Des Weiteren ist die Mind Map stets offen für Erweiterungen, die man später hinzufügen kann. Da jede Mind Map einzigartig ist und sich dem Denkprozess unseres Gehirns angleicht, lassen sich Informationen leichter merken.

Nachteile dieser Lernmethode bestehen darin, dass sich das Gehirn meist erst an das Aussehen der Mind Maps gewöhnen muss. Durch die langjährige Nutzung linearer Aufzeichnungen zum Lernen ist das Gehirn einfach eher daran gewöhnt. Des Weiteren können nur diejenigen etwas mit der Mind Map anfangen, die diese auch angefertigt haben. Die speziellen Schlüsselwörter und die Assoziationen dahinter sind stark individuell geprägt. Das Teilen von Mind Maps wird dadurch erschwert. Zudem ist die Methode noch nicht wissenschaftlich belegt.

Anwendungen

Verschiedene Anwendungsmöglichkeiten sind durch das Mind Mapping geboten: Vorträge vorbereiten, Ideensammlungen und Brainstormings, Sachtexte strukturieren, Protokolle führen, Planung und Organisation oder Prüfungsvorbereitung. Gerade für die Prüfungsvorbereitung ist das Mind Mapping sehr gut geeignet, da eine Darstellung des Lernstoffes erarbeitet und später durch wiederholte Beschäftigung der gelernte Stoff gefestigt wird. Die übersichtliche Anordnung innerhalb der Mind Maps fördert die stabile Erinnerbarkeit über lange Zeiträume. Durch die Fokussierung auf Schlüsselbegriffe kann der Lernstoff fotografisch gemerkt und so in einer Prüfung reproduziert werden.

Software Tools

Am besten ist es die Mind Maps von Hand zu erstellen, da man sich dadurch die Inhalte besser merken kann. Dennoch können einige Softwareanwendungen dabei helfen durch Mind Maps zu lernen. Einige Anwendungen dafür sind XMind, Mind Manager, Freemind, Mind Mapper oder Concept Draw MindMap. So können in diesen digitalen Formen auch spezielle Äste mit Verweisen auf Dateien oder andere Quellen erstellt werden, sodass die Mind Map auch externe Datenquellen integriert. Neben traditionellen Einzelbenutzer-Werkzeugen existieren zudem vernetzte Lösungen, mit denen parallel von mehreren Benutzern an einer Mind Map gearbeitet werden kann. Diese Programme können vor allem für dezentrale Brainstormings und Informationssammlungen in Unternehmen eingesetzt werden.

Fazit

Eine Mind Map visualisiert den Lernstoff so wie das Gehirn funktioniert. Dadurch kann man sich effizienter an bestimmte Informationen erinnern. In Zusammenhang mit anderen Lernmethoden ist es eine gute Möglichkeit um sich für eine Prüfung vorzubereiten.

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