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Erfolgreich und effizient lernen mit Karteikarten

Bildquelle: aksel / pixelio.deWie übertrage ich Informationen aus dem Unterricht, der Vorlesung oder aus einem Buch erfolgreich ins Langzeitgedächtnis? Während es bei der Vorlesung oder beim Lesen eines Buches um den Erstkontakt mit einem Thema geht, geht es bei der Nacharbeit des Gehörten oder Gelesenen darum, die Lerninhalte so aufzubereiten, dass man sie effizient ins Langzeitgedächtnis übertragen kann. Denn es liegt leider in der Natur des Menschen, dass er vergesslich ist. Bis heute hat sich im Kampf gegen das Vergessen das Lernen mit Karteikarten als bewährteste Lernmethode durchgesetzt.

Das Karteikartensystem geht – historisch betrachtet – zurück auf die Lernkartei von Sebastian Leitner, der diese als Hilfsmittel zum systematischen Lernen erfand und erstmalig in seinem Buch „Lernen lernen“ (heutiger Titel: So lernt man lernen) vorstellte.

In diesem Artikel wollen wir Euch nun einige Infos und Tipps zum Lernen mit Karteikarten und die Arbeit mit dem Karteikastenprinzip geben.

1. Wie erstelle ich richtig Karteikarten?
Um mit Karteikarten effizient zu lernen, ist das richtige Erstellen der Karteikarten von entscheidender Bedeutung. Dass auf die Vorderseite jeder Karteikarte die Frage, auf die Rückseite die zugehörige Antwort kommt, ist noch jedem klar. Doch es gibt einige Punkte, die beim Erstellen beachtet werden sollten:

a. Fragen:
– Keine rhetorischen Fragen stellen
– Die Fragen sollten so formuliert werden, dass sie möglichst wenig Informationen preisgeben.
– Es empfiehlt sich, links oben den Kontext / das Oberthema für die Karte hinzuschreiben, z.B. Strafrecht -> Allgemeiner Teil -> Rechtfertigungsgründe. Auf diese Weise kann man sich beim späteren Wiederholen der Karteikarten orientieren und das Gedächtnis verarbeitet die Karteikarte auch in der entsprechenden Schublade.
– Falls man eine Eselsbrücke zur Hand hat, um auf die entsprechende Antwort zu kommen, empfiehlt es sich, am unteren Ende der Fragenseite der Karteikarte diese dort zu notieren.

b. Antworten:
– Ein zu langer Text, der die gesamte Antwortseite der Karteikarte füllt, sollte vermieden werden. Das Gehirn ist in der Regel nicht in der Lage, komplexe und lange Textabschnitte zu verarbeiten, also sollte man sich darauf beschränken, einige Schlüsselbegriffe zu notieren.
– Die Karteikarte sollte „merkwürdig“ gestaltet werden: Visuelle Elemente wie Bilder oder Mindmaps sind belebend, denn sie sprechen zusätzliche Sinneskanäle an. Hierdurch kann die Vergessensquote gesenkt werden.

c. Generelle Tipps:
– Selbständig Karteikarten zu erstellen hat einen größeren Lerneffekt, denn wer einmal die Informationen auf Karteikartenformat „runtergebrochen“ hat, hat diese auf jeden Fall verstanden.
– Es gibt zahlreiche vorgefertigte Karteikarten auf dem Markt. Viele von diesen sind auch nicht unbedingt schlecht. Für manche Fachgebiete sind diese auch unbedingt notwendig oder aber es ist nicht nötig, dass man diese Karteikarten noch einmal eigenständig erstellt, wie z.B. Lernkarten für Anatomie, Fremdsprachen-Vokabeln etc.
– Jedoch empfiehlt es sich, in den Bereichen, wo das selbständige Erstellen von Karteikarten sinnvoll ist, es dann auch wirklich zu tun und die Karteikarten in eigenen Worten zu erstellen.

2. Vor- und Nachteile des Lernens mit Karteikarten

Vorteile:
– Ähnlich wie beim Spickzettel-Schreiben muss man die wichtigen Inhalte auswählen und in komprimierter Form aufschreiben.
– Die Karteikarten sind handlich und transportabel. Man kann also ohne Probleme sich ein paar in die Jackentasche packen und die „toten Zeiten“ in der U-Bahn oder im Zug sinnvoll nutzen.
– Durch das Frage- und Antwortsystem bei den Karteikarten wird die Interaktion gefördert. Man wird dazu gebracht, sich wirklich zuerst eine Antwort auszudenken, bevor man die Karte umdreht, was bei einem Vokabelheft oder einem Skript nicht allzu einfach ist.

Nachteile:
– Es besteht die Gefahr, dass man die Karteikarten ohne Systematik und Zusammenhang lernt. Dann eignet man sich zwar vielleicht jede Menge Einzelwissen an, sieht am Ende aber vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Deswegen sollte man sich – wie bereits oben erwähnt – links oben kurz notieren, zu welchem Themenkomplex die Karteikarte gehört.

3. Das Karteikastensystem

a. Wie funktioniert das Karteikartensystem?
Das Karteikartensystem besteht aus einem Karteikasten mit mehreren Fächern. Anfangs liegen alle Karteikarten in der ersten Kartei. Bei richtiger Beantwortung einer Frage, wandert die Karteikarte ins nächst höhere Fach. Der zeitliche Abstand für die Wiederholung zwischen den einzelnen Fächern sollte sukzessiv größer werden. Wenn z.B. eine Karteikarten im 3. Fach falsch beantwortet wird, wandert diese Lernkarte wieder zurück ins 1. Fach und beginnt die Reise ins Langzeitgedächtnis wieder ganz von vorne.

b. Vorteile des Karteikartensystems
– Durch die Aufteilung in mehrere Karteien kann man sich schnell eine Übersicht über den aktuellen Lernstand verschaffen
– Es fällt einem leichter, sich die Lerninhalte auf Wiedervorlage zu legen, da man alles schön sortiert in seinem Karteikasten hat und nicht erst verschiedene Lernmaterialien zusammen sortieren muss.
– Der stetig wachsende Stapel der erfolgreich abgefragten Karten schafft zusätzlich eine Motivation, weil man sieht, was man schon alles geschafft hat.
– Man verschwendet viel weniger Zeit mit unnötigen Wiederholungen von Karteikarten, die bereits „sitzen“.

c. Nachteile des Karteikartensystems
– Das Lernen mit Karteikarten im Papier-Karteikasten bringt mit sich, dass nach einigen Lerndurchgängen die Karteikarten nicht mehr in der anfangs vorliegenden Reihenfolge prüfen kann.
– Wenn man während der Reise ins Langzeitgedächtnis zwischendurch eine Prüfung hat und nur gezielt, einige Karteikarten zu einem bestimmten Thema abfragen möchte, müsste man diese aussortieren. Dies kostet zum einen sehr viel Zeit, zum anderen kann man dann gleich wieder die aussortierten Karten wieder in das 1. Fach legen, weil man dann nicht mehr weiß, in welchem Fach die Karten ursprünglich waren.
– Wenn man irgendwann mehrere hundert Karteikarten erstellt hat und sich dann auf die Suche nach einer bestimmten Karteikarte begibt, gestaltet sich die Suche als sehr schwierig.
– Das Karteikartensystem erleichtert zwar die Lernorganisation in einigen Punkten, jedoch müssen die Karteikarten vom Lernenden selbst auf Wiedervorlage gelegt werden.

4. Online Karteikarten lernen mit Repetico
Mit der digitalen Lernkartei Repetico kannst Du Karteikarten online und mobil lernen. Repetico verbindet die Vorteile des Karteikartensystems mit den Vorteilen, die eine computergestützte Web 2.0 Plattform bieten kann.

– Repetico legt die Karteikarten automatisiert auf Wiedervorlage wie beim Lernkartei System und übernimmt so die Lernorganisation. Die Zeitintervalle können individuell eingestellt werden.
– Auch kann man im Gegensatz zu dem Papier-Karteikasten den Abfragemodus sehr flexibel wechseln. So kann man, wenn man am nächsten Tag eine Prüfung hat, sich einen bestimmten Karteikartensatz mit ALLEN seinen Karteikarten abfragen. Nach der Prüfung kann man dann wieder in den Langzeitgedächtnismodus mit dem ursprünglichen Lernstand der Karteikarten wechseln, d.h. das Online Karteikartenprogramm Repetico merkt sich den Stand der Karteikarten.
– Auch als Karteikarten App fürs iPhone & iPad und Android Smartphones & Tablets erhältlich
– Auch Multiple Choice Inhalte, z.B. die offiziellen Prüfungsfragen für den Sportbootführerschein können in dem Lernsystem von Repetico abgebildet werden.
– Karteikarten können in Sekundenschnelle über den Suchfilter gefunden und überarbeitet werden.
– Man kann Karteikarten nicht nur alleine, sondern auch in der Lerngruppe erstellen und mit anderen Leuten teilen
– Online am PC / MAC & mit dem Smartphone / Tablet PC (iPhone, Android Phone, Blackberry, Windows Phone, iPad, Android Pad) lernen
– Repetico bietet bis zu 7 verschiedene Abfragemodi, um die Lernkarten abzufragen: Lernen nach wissenschaftlich erprobten Zeitplan, zufällige Reihenfolge, schwierigste Karteikarten zuerst, noch nicht gelernte Karteikarten zuerst etc..
– Freunde / Lernpartner einladen, hinzufügen und innerhalb der Online-Lernplatt E-Mails verschicken
– Andere Leute zu selbst erstellten oder von anderen erstellten – wenn vom Ersteller erlaubt – Lernkartensätzen zum Mitlernen und zum gemeinsamen Erstellen von Lernkarten einladen.
– Zu jedem Lernkartensatz kann man Rechte vergeben, wer Karten bearbeiten und hinzufügen darf bzw. wer nur mitlernen dar
– Zu jeder Karteikarte kann man diskutieren und eigene Notizen dazu machen
– Bei jeder Kartei gibt es außerdem noch ein von den Lernkarten unabhängiges Diskussionsfenster, wo man wie in einem Forum zu einem bestimmten Thema diskutieren kann
– Ausführliche, detaillierte Lernstatistiken zur Überprüfung des eigenen Lernerfolgs: Man sollte immer Bescheid wissen über den aktuellen Lernstand.
– Man kann seine Lernerfolge (z.B. 5 von 8 Karten richtig beantwortet) über Facebook oder Twitter teilen und sich so gegenseitig zum Lernen anstacheln.
– NEU: Die digitale Lernkartei Repetico ist jetzt auch als App im iTunes Store kostenlos erhältlich.

 

Dieser Artikel zum Thema „Lernen mit Karteikarten“ ist natürlich nicht abschließend. Wir würden uns freuen, wenn Ihre über Eure Erfahrungen bezüglich des Lernens mit Karteikarten berichtet. Was sind Eurer Meinung nach die Vor- und Nachteile des Lernens mit Karteikarten und des Karteikartensystems?

Hier noch ein empfehlenswerter Artikel zum Thema Richtig lernen / Lerntechniken.
Bildquelle: aksel  / pixelio.de

6 Comments

  1. Dankeschön das hat mir sehr gefallen.

  2. Das beste System, was je online angeboten wurde. Jetzt steht dem Erlernen der Thai-Sprache nichts mehr im Wege.
    Vielen Dank, Repetico

  3. Das ist eine sehr hilfreiche Idee.

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