Erfolgreich und effizient lernen mit Karteikarten



Wie übertrage ich Informationen aus dem Unterricht, der Vorlesung oder aus einem Buch erfolgreich ins Langzeitgedächtnis? Während es bei der Vorlesung oder beim Lesen eines Buches um den Erstkontakt mit einem Thema geht, geht es bei der Nacharbeit des Gehörten oder Gelesenen darum, die Lerninhalte so aufzubereiten, dass man sie effizient ins Langzeitgedächtnis übertragen kann. Denn es liegt leider in der Natur des Menschen, dass er vergesslich ist. Bis heute hat sich im Kampf gegen das Vergessen das Lernen mit Karteikarten als bewährteste Lernmethode durchgesetzt.

Das Karteikartensystem geht – historisch betrachtet – zurück auf die Lernkartei von Sebastian Leitner, der diese als Hilfsmittel zum systematischen Lernen erfand und erstmalig in seinem Buch „Lernen lernen“ (heutiger Titel: So lernt man lernen) vorstellte.

In diesem Artikel wollen wir Euch nun einige Infos und Tipps zum Lernen mit Karteikarten und die Arbeit mit dem Karteikastenprinzip geben.

1. Wie erstelle ich richtig Karteikarten?
Um mit Karteikarten effizient zu lernen, ist das richtige Erstellen der Karteikarten von entscheidender Bedeutung. Dass auf die Vorderseite jeder Karteikarte die Frage, auf die Rückseite die zugehörige Antwort kommt, ist noch jedem klar. Doch es gibt einige Punkte, die beim Erstellen beachtet werden sollten:

a. Fragen:
– Keine rhetorischen Fragen stellen
– Die Fragen sollten so formuliert werden, dass sie möglichst wenig Informationen preisgeben.
– Es empfiehlt sich, links oben den Kontext / das Oberthema für die Karte hinzuschreiben, z.B. Strafrecht -> Allgemeiner Teil -> Rechtfertigungsgründe. Auf diese Weise kann man sich beim späteren Wiederholen der Karteikarten orientieren und das Gedächtnis verarbeitet die Karteikarte auch in der entsprechenden Schublade.
– Falls man eine Eselsbrücke zur Hand hat, um auf die entsprechende Antwort zu kommen, empfiehlt es sich, am unteren Ende der Fragenseite der Karteikarte diese dort zu notieren.

b. Antworten:
– Ein zu langer Text, der die gesamte Antwortseite der Karteikarte füllt, sollte vermieden werden. Das Gehirn ist in der Regel nicht in der Lage, komplexe und lange Textabschnitte zu verarbeiten, also sollte man sich darauf beschränken, einige Schlüsselbegriffe zu notieren.
– Die Karteikarte sollte „merkwürdig“ gestaltet werden: Visuelle Elemente wie Bilder oder Mindmaps sind belebend, denn sie sprechen zusätzliche Sinneskanäle an. Hierdurch kann die Vergessensquote gesenkt werden.

c. Generelle Tipps:
– Selbständig Karteikarten zu erstellen hat einen größeren Lerneffekt, denn wer einmal die Informationen auf Karteikartenformat „runtergebrochen“ hat, hat diese auf jeden Fall verstanden.
– Es gibt zahlreiche vorgefertigte Karteikarten auf dem Markt. Viele von diesen sind auch nicht unbedingt schlecht. Für manche Fachgebiete sind diese auch unbedingt notwendig oder aber es ist nicht nötig, dass man diese Karteikarten noch einmal eigenständig erstellt, wie z.B. Lernkarten für Anatomie, Fremdsprachen-Vokabeln etc.
– Jedoch empfiehlt es sich, in den Bereichen, wo das selbständige Erstellen von Karteikarten sinnvoll ist, es dann auch wirklich zu tun und die Karteikarten in eigenen Worten zu erstellen.

2. Vor- und Nachteile des Lernens mit Karteikarten

Vorteile:
– Ähnlich wie beim Spickzettel-Schreiben muss man die wichtigen Inhalte auswählen und in komprimierter Form aufschreiben.
– Die Karteikarten sind handlich und transportabel. Man kann also ohne Probleme sich ein paar in die Jackentasche packen und die „toten Zeiten“ in der U-Bahn oder im Zug sinnvoll nutzen.
– Durch das Frage- und Antwortsystem bei den Karteikarten wird die Interaktion gefördert. Man wird dazu gebracht, sich wirklich zuerst eine Antwort auszudenken, bevor man die Karte umdreht, was bei einem Vokabelheft oder einem Skript nicht allzu einfach ist.

Nachteile:
– Es besteht die Gefahr, dass man die Karteikarten ohne Systematik und Zusammenhang lernt. Dann eignet man sich zwar vielleicht jede Menge Einzelwissen an, sieht am Ende aber vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Deswegen sollte man sich – wie bereits oben erwähnt – links oben kurz notieren, zu welchem Themenkomplex die Karteikarte gehört.

3. Das Karteikastensystem

a. Wie funktioniert das Karteikartensystem?
Das Karteikartensystem besteht aus einem Karteikasten mit mehreren Fächern. Anfangs liegen alle Karteikarten in der ersten Kartei. Bei richtiger Beantwortung einer Frage, wandert die Karteikarte ins nächst höhere Fach. Der zeitliche Abstand für die Wiederholung zwischen den einzelnen Fächern sollte sukzessiv größer werden. Wenn z.B. eine Karteikarten im 3. Fach falsch beantwortet wird, wandert diese Lernkarte wieder zurück ins 1. Fach und beginnt die Reise ins Langzeitgedächtnis wieder ganz von vorne.

b. Vorteile des Karteikartensystems
– Durch die Aufteilung in mehrere Karteien kann man sich schnell eine Übersicht über den aktuellen Lernstand verschaffen
– Es fällt einem leichter, sich die Lerninhalte auf Wiedervorlage zu legen, da man alles schön sortiert in seinem Karteikasten hat und nicht erst verschiedene Lernmaterialien zusammen sortieren muss.
– Der stetig wachsende Stapel der erfolgreich abgefragten Karten schafft zusätzlich eine Motivation, weil man sieht, was man schon alles geschafft hat.
– Man verschwendet viel weniger Zeit mit unnötigen Wiederholungen von Karteikarten, die bereits „sitzen“.

c. Nachteile des Karteikartensystems
– Das Lernen mit Karteikarten im Papier-Karteikasten bringt mit sich, dass nach einigen Lerndurchgängen die Karteikarten nicht mehr in der anfangs vorliegenden Reihenfolge prüfen kann.
– Wenn man während der Reise ins Langzeitgedächtnis zwischendurch eine Prüfung hat und nur gezielt, einige Karteikarten zu einem bestimmten Thema abfragen möchte, müsste man diese aussortieren. Dies kostet zum einen sehr viel Zeit, zum anderen kann man dann gleich wieder die aussortierten Karten wieder in das 1. Fach legen, weil man dann nicht mehr weiß, in welchem Fach die Karten ursprünglich waren.
– Wenn man irgendwann mehrere hundert Karteikarten erstellt hat und sich dann auf die Suche nach einer bestimmten Karteikarte begibt, gestaltet sich die Suche als sehr schwierig.
– Das Karteikartensystem erleichtert zwar die Lernorganisation in einigen Punkten, jedoch müssen die Karteikarten vom Lernenden selbst auf Wiedervorlage gelegt werden.

4. Online Karteikarten lernen mit Repetico
Mit der digitalen Lernkartei Repetico kannst Du Karteikarten online und mobil lernen. Repetico verbindet die Vorteile des Karteikartensystems mit den Vorteilen, die eine computergestützte Web- und Mobile App Plattform bieten kann:

✓ Repetico legt die Karteikarten automatisiert auf Wiedervorlage wie beim Lernkartei System und übernimmt so die Lernorganisation. Die Zeitintervalle können individuell eingestellt werden.
✓ Auch kann man im Gegensatz zu dem Papier-Karteikasten den Abfragemodus sehr flexibel wechseln. So kann man, wenn man am nächsten Tag eine Prüfung hat, sich einen bestimmten Karteikartensatz mit ALLEN seinen Karteikarten abfragen. Nach der Prüfung kann man dann wieder in den Langzeitgedächtnismodus mit dem ursprünglichen Lernstand der Karteikarten wechseln, d.h. das Online Karteikartenprogramm Repetico merkt sich den Stand der Karteikarten.
✓ Ausführliche, detaillierte Lernstatistiken zur Überprüfung des eigenen Lernerfolgs: Man sollte immer Bescheid wissen über den aktuellen Lernstand.
✓ Auch unterwegs lernen: Die digitale Lernkartei Repetico ist auch als App für iOS und Android erhältlich. Die Lerninhalte und der Lernstand können in der App mit dem Online-System synchronisiert werden.
✓ Karteikarten können in Sekundenschnelle über den Suchfilter gefunden und überarbeitet werden.
✓ Man kann Karteikarten nicht nur alleine, sondern auch in der Lerngruppe erstellen und mit anderen Leuten teilen
✓ Repetico bietet bis zu 7 verschiedene Abfragemodi, um die Lernkarten abzufragen: Lernen nach wissenschaftlich erprobten Zeitplan, zufällige Reihenfolge, schwierigste Karteikarten zuerst, noch nicht gelernte Karteikarten zuerst etc..
✓ Auch Multiple Choice Inhalte, z.B. die offiziellen Prüfungsfragen für den Sportbootführerschein können in dem Lernsystem von Repetico abgebildet werden.
✓ Freunde / Lernpartner einladen, hinzufügen und innerhalb der Online-Lernplatt E-Mails verschicken
✓ Andere Leute zu selbst erstellten oder von anderen erstellten – wenn vom Ersteller erlaubt – Lernkartensätzen zum Mitlernen und zum gemeinsamen Erstellen von Lernkarten einladen.

Dieser Artikel zum Thema „Lernen mit Karteikarten“ ist natürlich nicht abschließend. Wir würden uns freuen, wenn Ihre über Eure Erfahrungen bezüglich des Lernens mit Karteikarten berichtet. Was sind Eurer Meinung nach die Vor- und Nachteile des Lernens mit Karteikarten und des Karteikartensystems?

Bildquelle: aksel  / pixelio.de

Mobile Learning

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Wer hat das nicht schon erlebt? Man wartet auf den Bus oder die Bahn, sitzt im Wartezimmer beim Arzt oder hat lange Fahrzeiten vor sich. Dabei müsste man eigentlich viel dringender für die nächste Klausur lernen. Könnte man doch nur diese nervigen Wartezeiten sinnvoller nutzen. Mit dem Mobile Learning ist das möglich. In der heutigen Zeit sind mobile Endgeräte gar nicht mehr wegzudenken. Jedes Kleinkind ist schon früh geübt im Umgang mit dem Smartphone. In den Vorlesungssälen der Universitäten sitzen Studenten zuhauf vor ihren Tablets. Es war also nur eine Frage der Zeit bis solche mobilen Geräte auch zum Lernen eingesetzt werden. Wie Mobile Learning als sinnvolle Ergänzung im Lernprozess eingesetzt werden kann.

Definition

Die eine genaue Definition von Mobile Learning gibt es leider nicht. Auch in der Literatur existieren viele verschiedene Definitionen. Hier definieren wir Mobile Learning als Lernen mit portablen und mobilen Geräten, die überall und zu jeder Zeit genutzt werden können. Dabei unterstützt Mobile Learning die Verbreitung von Lerninhalten und fördert die Kommunikation zwischen Lernenden mittels mobiler Endgeräte und zugehöriger Anwendungen. Das Gerät ist dabei entscheidend, denn es ist durch verschiedene Schnittstellentechnologien mit der digitalen Welt verbunden, wodurch ein Datentransfer ermöglicht wird.

Zusätzlich dazu verfügen die mobilen Geräte über weitere Funktionen, wie Kameras oder Location Based Services, mit denen das Gerät mit der Umwelt interagieren kann und ortspezifische Dienste genutzt werden können. Idealerweise wird dadurch die Lernmotivation, der Lernerfolg sowie die Effizienz des Lernens gesteigert. Somit stellt Mobile Learning eine sinnvolle Erweiterung des klassischen Lernens sowie des E-Learnings dar.

Vorteile

Der größte und eindeutigste Vorteil von Mobile Learning ist eben, dass spontan an jedem Ort gelernt werden kann. So können lästige Wartezeiten sinnvoll genutzt werden und die eigene Zeit wird optimal und effizient genutzt. Man greift eben dann auf die Lerninhalte zurück, wann man sie selbst braucht. Durch die Nutzung von Mobile Learning Plattformen können die Lerninhalte personalisiert werden. So stehen Informationen auf Abruf, die auf den eigenen Bedarf und das eigene Lernziel individualisiert sind.

Des Weiteren kann Mobile Learning auch in der Interaktion zwischen Dozierenden und Studierenden oder Lernenden genutzt werden, um so eine Kommunikation zu gestalten und eventuelle Gruppenarbeit flexibler zu gestalten. Schlussendlich erlauben die mobilen Endgeräte auch eine Interaktion mit der Umgebung. So können Umgebungsinformationen in das Lernen integriert werden, beispielsweise bei Forschungsarbeiten im Labor oder einem Besuch im Museum.

Nachteile

Der Vorteil des Lernens wo immer man möchte, birgt gleichzeitig einen Nachteil. Denn diese Art des Lernens findet eben meist nur für kurze Zeit statt und ist mit Unterbrechungen durchzogen. So sind nicht alle Lerninhalte optimal für diese Art des Lernens ausgerichtet. Die Lerninhalte müssten dann speziell auf das Mobile Learning angepasst werden. Optimal ist es dabei die Lerninhalte in kleine Brocken aufzuteilen, die man leicht zwischendurch konsumieren kann.  Das Lernen mit Karteikarten lohnt sich hierbei besonders. Aus diesem Grund eignet sich das Mobile Learning nicht unbedingt für das Lernen vom komplexeren Inhalten, da hierbei Konzentration und Abstand erforderlich sind. Des Weiteren wurde festgestellt, dass bei Mobile Learning eher Information gesammelt statt verarbeitet wird.

Ein weiteres Problem stellt die Größe der mobilen Displays dar, die in vielen Fällen schlicht zu klein für längere Texte und Ausführungen sind. Deshalb müssten die Inhalte in kurze Texte, meist nur in Stichpunkten zusammengefasst werden. Zudem kann die ständige Verfügbarkeit von Informationen auch als Belastung empfunden werden. Der damit verbundene Zwang, den man sich selbst auferlegt, jede verfügbare Minute mit Lernen zu verbringen, ruft Stress hervor. Vielleicht sind Wartezeiten ab und zu ganz hilfreich um auch einmal abschalten zu können. Somit hängt es stark von den Rahmenbedingungen, den Lerninhalten und den Lernzielen ab, ob Mobile Learning sinnvoll eingesetzt werden kann.

Fazit

Mobile Learning bietet eine größere Effizienz vor allem in der Nutzung der eigenen Lernzeit. Es ist möglich immer und überall auf die eigenen Lerninhalte zuzugreifen. So werden Wartezeiten optimal genutzt. Jedoch sollte man die Inhalte auch immer darauf abstimmen, damit sie in bestmöglicher Weise genutzt werden können. Es muss dabei jedoch jeder selbst entscheiden, ob er eben die freie Zeit nutzt um auf dem Smartphone zu lernen oder es in der Tasche lässt und mal den Kopf frei vom Lernen bekommt. Die Möglichkeit zu ersterem ist durch das Mobile Learning immerhin gegeben.

Der optimale Lernplan

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Den Lernprozess planen

Das Lernen zu lernen ist ein essentieller Bestandteil für den individuellen Lernerfolg. Wichtige Bestandteile dabei sind die Organisation des Lernens, die Informations- und Wissensaufnahme, die Verarbeitung und Speicherung der Inhalte sowie Motivation, Entspannung und Kontrolle. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit dem ersten Punkt: der Organisation des Lernens. Wie ein Lernplan bei der Prüfungsvorbereitung hilft und wie man einen optimalen Lernplan erstellt.

Die Organisation des Lernens in Form eines Lernplans hilft dabei einen Überblick zu verschaffen und etwas Ordnung in die meist chaotischen Unterlagen zu bringen. Durch einen guten Lernplan wird die Arbeitsaufteilung deutlich klarer, indem alles zeitlich optimal aufgeführt wird. Dabei ist ein gutes Zeitmanagement gefragt. Dies bedeutet am Anfang zwar noch etwas zusätzliche Arbeit, wird sich aber im Nachhinein in jedem Fall auszahlen.

Übersicht schaffen

Am Anfang der Lernphase ist es zunächst wichtig Ordnung in das Chaos zu bringen. Mit der Zeit hat sich so einiges an Lernmaterialien aufgestaut. Nun sollte man frühzeitig (also nicht 2 Wochen vor der Prüfung) einen ersten groben Plan erstellen, der die Arbeitsaufteilung bis zur Prüfung enthält. Dabei sollten die wichtigsten Lernziele auf einen Blick festgehalten sein. Dies liefert einen guten Überblick und zeigt für welche Lerninhalte wie viel Zeit zur Verfügung steht. Wichtig dabei ist jedoch zu beachten, dass man auch immer flexibel bleibt und Luft für unvorhergesehene Arbeit mit in den Plan einbaut.

Ziele setzen

Hat man sich nun einen ersten Überblick verschafft, geht es in die Konkretisierung des Plans. Hierbei werden Wochenpläne erstellt, die konkretere Aufgaben und Ziele enthalten. Die Ziele, die man sich setzt sollten dabei realistisch und motivierend gestaltet sein. Sind die Herausforderungen, die man sich setzt, im Einklang mit den eigenen Fähigkeiten gerät man in einen sogenannten Flow-Zustand, in dem man effektiver und effizienter lernen kann. Man kann sich darüber hinaus noch Meilensteine setzen, die man zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht haben möchte. Zur Erreichung des Meilensteins kann man sich dann selbst belohnen mit einem schönen kühlen Eis oder ähnlichem um die Motivation hochzuhalten.

Hat man dann auch diesen Teil des Lernplans aufgestellt, geht es in die feinste Aufteilung, und zwar den Tagesplänen. Hierbei plant man einen ganzen Tag durch, der dann für die spezifische Tageszeit die gewünschten Lerninhalte sowie auch Pausen enthält. In den Pausen sollte man sich einem komplett anderen Thema widmen, um auch wieder den Kopf etwas frei zu bekommen. Ein Spaziergang, ein wenig Sport oder dem Hobby nachgehen. Das ist keine Zeitverschwendung, denn das vorher Gelernte wird in den Pausen in das Langzeitgedächtnis übertragen. Zu viel Lernen kann sogar dazu führen, dass das Gelernte nicht verinnerlicht wird. Von der Tageszeit her sind der Vormittag von 9 bis 12 Uhr sowie der Nachmittag von 14 bis 18 Uhr die normalerweise produktivsten des Tages. Darüber hinaus sollte man jedoch den Lernplan an seine eigenen Gewohnheiten anpassen.

Die Ziele, die man sich dabei pro Tag setzt, sollten so detailliert und konkret wie möglich formuliert werden. Anstatt also zu schreiben: 3 Stunden Englisch lernen wäre es besser zu schreiben: 100 Vokabeln lernen, Texte X & Y lesen. So hat man eine konkrete Aufgabeneinteilung. Eine wage und unkonkrete Zielsetzung mindert nachweislich die Motivation und es entsteht eine größere Wahrscheinlichkeit abzuschweifen.

So könnte beispielhaft ein Tagesplan aussehen:

Tageszeit Tätigkeit
08.30 – 09.00 Frühstück und Bad
09.00 – 11.30 Literaturrecherche
11.30 – 14.00 Mittagessen, kurzer Spaziergang
14.00 – 16.00 Wichtigste Literatur lesen
16.00 – 18.00 Zusammenfassen der Kernaussagen
18.00 – 22.00 Ausgehen mit Freunden

Freizeit und Erholung

Genauso wichtig wie das aktive Lernen, sind auch die Phasen der Erholung. Wie bereits erwähnt kann zu viel lernen sogar kontraproduktiv sein. Das Sozialleben sollte auch in Zeiten der Prüfungsphase nicht komplett vernachlässigt werden. Das Treffen mit Freunden, Zeit mit dem Partner, Aktivitäten beim Sport oder ein gemütlicher Abend zu Hause schüttet Glückshormone aus, mindert Stress und hält so die Energie und Motivation zum Lernen hoch. Auch eine gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf sind essentiell für den Lernerfolg. Vor allem im Schlaf werden gelernte Inhalte gefestigt und ins Langzeitgedächtnis übertragen. So sollte genügend Zeit für Freizeit und Erholung mit in den Lernplan eingebaut werden. Die Mittagszeit bietet sich an um etwas Gutes zu kochen, in Ruhe zu essen und sich vielleicht mit Mitlernenden auszutauschen. Der Abend sollte dann für Freunde, Partner oder ähnliches freigehalten werden.

Kontrolle

All das Planen und Konkretisieren bringen am Ende des Tages nichts, wenn die Ergebnisse des Lernprozesses nicht evaluiert werden können. Hat man sich an die eigens gesetzten Ziele und Vorgaben gehalten? Konnte man die Zeithorizonte einhalten? Hat man alle Lerninhalte in der Zeit unterbringen können? Feedback auf diese Fragen können äußerst motivierend wirken. Einerseits durch ein positives Gefühl, wenn man die Ziele erreicht hat. Andererseits kann ein wenig Druck auch motivierend wirken, falls man seine Ziele etwas verfehlt hat. Dabei ist ein Lernplan vor allem für diejenigen empfehlenswert, die unter Prokrastination leiden.

Fazit

Ein Lernplan bietet nun also die folgenden Vorteile

  • Verschafft Überblick und bringt Ordnung
  • Motiviert beim Lernen
  • Setzt stets Ziele vor Augen
  • Lernfortschritt kann kontrolliert werden

Somit bietet ein optimaler Lernplan einen wahrnehmbaren Mehrwert und kann so den Lernerfolg sicherstellen. Ganz nach den Worten von John ‚Hannibal‘ Smith aus dem A-Team: „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.“

Prokrastination – Morgen fange ich an, versprochen!

fighting procrastination concept - do it phrase on color sticky notes posted on a cork bulletin board

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Jeder kennt dieses Sprichwort nur allzu gut. Dennoch tut man es nur zu gerne, obwohl man es nicht sollte. Wichtige Aufgaben aufschieben. Sei es das Lernen für eine Prüfung, das Anfertigen von Bewerbungen oder eine Aufgabe für die Arbeit. Man schiebt die Arbeit auf, man denkt sich „das hat ja noch Zeit“. Stattdessen wird etwas ausgiebiger gefrühstückt, Facebook oder E-Mails gecheckt, alles nur nicht die Aufgabe, die man erledigen sollte. Doch ist Prokrastination, wie es angelehnt an das englische „procrastination“ auch genannt wird, nur eine lästige Charaktereigenschaft oder steckt sogar mehr dahinter?

Definition

In Websters Wörterbuch findet man unter „procrastination“ übersetzt: „Die Handlung oder die Gewohnheit des Aufschiebens, oder des Vertagens auf einen zukünftigen Zeitpunkt.“ Diese Definition erfasst jedoch nur Teilpunkte des Begriffes. Weiter versteht man unter Prokrastination eben den bewussten und aktiven Akt des Verschiebens, wobei es sich meist um unnötiges und irrationales Verschieben handelt. So lässt sich Prokrastination besser so beschreiben:

„Ein häufiges oder gewohnheitsmäßiges Verhalten von Menschen aktiv, unnötig und irrational notwendige Tätigkeiten auf zukünftige Termine, die meist vage und unbestimmt sind, zu verschieben, statt sie konsequent und pünktlich zu erledigen.“

Statt die anstehenden Aufgaben zu erledigen, widmet sich der Prokrastinator Ersatzhandlungen, die häufig weniger wichtig und manchmal auch unsinnig sind. Dabei sollte man weiter unterscheiden zwischen denen, die Aufgaben aufschieben, diese aber noch rechtzeitig fertigstellen und denen, die durch chronisches Aufschieben in Probleme in Arbeits- oder Privatleben geraten. Für die zweite Gruppe dieser Menschen ist Prokrastionation eine tatsächliche Arbeitsstörung, die behandelt werden sollte. Denn die Betroffenen leiden subjektiv darunter, da sie ihre Aufgaben gar nicht oder nur unter sehr großem Druck fertig stellen. Somit handelt es sich um ein ernsthaftes Problem der Selbststeuerung, für das es professionelle psychologische Hilfe gibt.

Die Schwierigkeiten von Prokrastinatoren liegen darin Prioritäten zu setzen. Sie leiden dadurch unter Minderwertigkeitsgefühlen, da sie Erfolg mit Selbstwert gleichsetzen. Sind die Aufgaben zu groß, deren Erfolgserlebnisse man bräuchte, fühlt man sich schnell überfordert. Anstatt die große Aufgabe in Angriff zu nehmen, ziehen Prokrastinatoren kleinere und einfachere Aufgaben vor, wie Aufräumen, Putzen oder E-Mails lesen. Da man durch die Bewältigung dieser kleinen Aufgaben eine schnelle Belohnung erhält, flüchtet man sich irgendwann mehr und mehr in belanglose Nebentätigkeiten. Chronisches Aufschieben beeinträchtigt allerdings auch das psychische Wohlbefinden und kann so selbst zur Ursache für andere psychische Belastungen und Symptome werden.

Dabei ist selbst ein kleiner erster Schritt schon ein Erfolgserlebnis. Wer aber selbst den Beginn der Aufgabe vor sich herschiebt, bekommt langfristig Probleme. Die 72-Stunden-Regel besagt, dass sich jemand innerhalb der ersten 72 Stunden zumindest mit dem ersten Schritt beschäftigen muss, sonst sinkt die Chance das Projekt überhaupt zu beginnen auf ein Prozent.

Haben Sie sich in dieser Definition wiedererkannt? Fürchten Sie nun die Folgen des Aufschiebens? Das müssen Sie nicht unbedingt. Denn Fakt ist auch, dass so gut wie jeder Mensch aufschiebt. In einer Studie gaben nur 2% der Menschen an, niemals aufzuschieben. Die Frage ist nun in welchem Maße man selbst von Prokrastination betroffen ist und wie eine chronische Störung behandelt werden kann.

Wer ist betroffen?

An der Universität Münster wurde bereits 2004 das Störungsbild der Prokrastination von zwei Studentinnen im Rahmen ihrer Diplomarbeit untersucht. Auch wenn sich die Ergebnisse, laut eigener Aussage, nicht ohne weiteres verallgemeinern ließen, stießen sich doch auf einige Merkmale. So schöben Männer häufiger auf als Frauen und das Verhalten lasse sich vermehrt gegen Ende des Studiums feststellen. Des Weiteren seien Aufschieber öfter in unstrukturierten Fächern zu finden, wie z.B. den Geisteswissenschaften. Der amerikanische Psychologe William Knaus behauptete, dass etwa 90 Prozent aller College-Studenten immer mal wieder wichtige Pflichten aufschoben. Unter anderem aus diesen Gründen wird Prokrastination oft auch als „Studentensyndrom“ bezeichnet. Jedoch ist es eine Arbeitsstörung, die in der Gesamtbevölkerung vorkommt. Vor allem Berufsgruppen, die überwiegend selbstgesteuert arbeiten, sind davon betroffen. Darunter fallen neben Studenten, eben auch Anwälte, Journalisten oder Lehrer.

Dabei kann man grob zwei unterschiedliche Typen von Aufschiebern identifizieren. Der „Erregungsaufschieber“ genießt das Hochgefühl Aufgaben in letzter Minute fertigzustellen. Er braucht das Adrenalin und den Druck um effektiv arbeiten zu können. Hierfür sind vor allem Berufsgruppen anfällig, deren Arbeitsalltag eher weniger aufregend ist. Der zweite Typ ist der „Vermeidungsaufschieber“. Er hält nichts von diesem Hochgefühl, sondern empfindet die Arbeit so negativ, dass er aus Selbstschutz aufschiebt. Die unangenehme Aufgabe wird verschoben, sodass man nicht enttäuschen oder versagen kann. Das Aufschieben ist dabei eine Möglichkeit, Erwartungen oder Konflikten aus dem Weg zu gehen.

So gut wie jeder schiebt mal eine Aufgabe vor sich her. Nur wenige erleiden starke Probleme dadurch. Doch woher kommt dieser Hang zum Aufschieben eigentlich?

Ursachen

Generell lässt sich über die Ursachen des Störungsbilds nichts Einheitliches sagen, da diese noch nicht hinreichend erforscht wurden. Einige Aspekte kann man jedoch bereits benennen. Durch das Nicht-Ausführen der unangenehmen Tätigkeit fallen kurzfristig negative Gefühle weg, was zu einer Spannungsreduktion führt. Im Sinne der Konditionierungstheorien kommt es dadurch zu einer negativen Verstärkung. Das Ausführen einer anderen, angenehmeren Tätigkeit hingegen, hat einen positiven Effekt und führt so zu positiver Verstärkung. So bringt der Prokrastinator dem Gehirn bei, aufschieben lohne sich.

Des Weiteren werden Idole und abschreckende Beispiele oft für chronische Prokrastination ausgemacht. Wie in vielen Aspekten des Lebens ist auch hier die Erziehung von besonderer Wichtigkeit. Lernt ein Kind bereits von den Eltern unliebsame Tätigkeiten aufzuschieben, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dies in älteren Jahren selbst zu praktizieren. Aber auch das Gegenteil kann eine Ursache darstellen. Perfektionismus kann zu Prokrastination führen. Da Perfektionisten eben alles perfekt erledigen wollen, schieben sie Dinge auf, da es nun mal immer möglich noch etwas zu verbessern. Durch das Aufschieben kommen Perfektionisten nicht zu einem Ende und können so die Aufgabe irgendwann noch perfekt abschließen.

Weiter Ursachen liegen bei der Einstellung zum Projekt selbst. Wird der Aufgabe eine geringe Bedeutung beigemessen oder besteht eine innere Ablehnung gegenüber der Tätigkeit und deren Auflagen, schieben Prokrastinatoren die Arbeit vor sich her. Darüber hinaus können unklare Anforderungen oder ganz einfach die Unfähigkeit das Projekt zu bewältigen, Gründe für chronisches Aufschieben sein. Schlussendlich spielen individuelle Versagensängste auch eine wichtige Rolle. Die Angst vor Kritik oder Versagen lähmt den Prokrastinator, sodass er lieber die Arbeit aufschiebt.

Ursachen für Prokrastination zusammengefasst:

  • Probleme in der Prioritätensetzung
  • mangelnde oder unrealistische Planung
  • Schwierigkeiten in der Abgrenzung gegen alternative Handlungstendenzen
  • Defizite im Zeitmanagement oder in der Konzentrationsfähigkeit
  • Abneigung gegen die Aufgabe
  • Angst vor Versagen oder Kritik
  • Fehleinschätzungen der Aufgabe oder der eigenen Anstrengungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit

Folgen – negativ wie positiv

Was sind nun die Folgen, die aus chronischem Aufschieben resultieren? Neben offensichtlichen Nachteilen, wie dem Verpassen von Anmeldefristen oder der schlechten Vorbereitung auf eine Prüfung, bestehen darüber hinaus weitere, auch psychische Folgen.

Ansehensverluste durch aufgeschobene Tätigkeiten resultieren aus Prokrastination. Dies dehnt sich auf die Arbeitswelt, aber auch auf den Privatbereich aus. Neben möglichen Karriereknicks durch andauerndes Aufschieben, erleidet man weitere Vertrauensverluste bei seinen Mitmenschen. Dadurch entstehen finanzielle und gesundheitliche Probleme. Werden z.B. mögliche Symptome von Erkrankungen ignoriert und ein Arztbesuch aufgeschoben, potenzieren sich die gesundheitlichen Beschwerden physischer als auch psychischer Natur. Am Anfang der Prokrastination steht meistens eine leichte Unzufriedenheit, die sich langsam steigert und im schlimmsten Fall in eine schwere Depression münden kann.

Neben all den negativen Folgen, die das Aufschieben mit sich bringt, kann es jedoch auch positive Aspekte mit sich bringen. So erfüllt allein das Vorhaben etwas in Angriff zu nehmen, jemanden mit einem Hochgefühl. Auch wenn die tatsächliche Tätigkeit nie in Angriff genommen wird, bleibt der positive Reiz dennoch bestehen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Nicht-Erledigung des Projekts keine negativen Aspekte zu Folge hat. Das Aufschieben lässt den Traum weiter bestehen. In bestimmten Fällen kann es zudem sein, dass sich die Aufgabe von selbst erledigt, schiebt man sie nur lange genug vor sich her. So hat man sich die Arbeit dafür gespart und keine negativen Folgen sind entsprungen.

Hatte das Aufschieben jedoch negative Folgen und resultiert dies in einer psychologischen Missstimmung, existieren ein paar Ansätze zur Behandlung der Störung.

Behandlung

Prokrastination ist noch nicht in die gängigen Klassifikationssysteme psychischer Störungen aufgenommen worden. Dementsprechend existieren bisher kaum Behandlungsansätze, die auf die Behandlung chronischen Aufschiebens abzielen. Obwohl sich die Behandlung in vielen Fällen als schwierig gestaltet, ähnlich wie bei einer Depression, so gibt es doch einige Handlungsoptionen. Zuallererst ist es wichtig sich die Ursachen des Aufschiebens bewusst zu machen. Schiebt man eine Aufgabe nur auf, weil man nicht die nötige Qualifikation besitzt diese zu meistern, ist es sinnvoll diese Aufgabe komplett auf- oder abzugeben. In vielen harmlosen Fällen lässt sich das Problem also durch Selbstanalyse und Bewusstwerdung der Zusammenhänge und darauf folgende Selbstdisziplin lösen. Ziel einer jeden Behandlung sollte es demnach sein die eigene Selbststeuerung zu verbessern.

Einige Aspekte dieser Selbststeuerung können wie folgt aussehen:

  • Strukturierung des Arbeitsverhaltens
  • Setzen realistischer Ziele
  • Umgang mit Ablenkungsquellen und negativen Gefühlen
  • Systematische Veränderung der Arbeitsgewohnheiten
  • Konsequenzen verdeutlichen

Ein chinesisches Sprichwort besagt: „auch die längste Reise beginnt mit einem einzigen Schritt.“ So kann es sinnvoll sein, die Aufgabe in einzelne, kleine Arbeitsschritte zu unterteilen und so mit kleinen Schritten anzufangen. So nimmt man sich nicht zu viel auf einmal vor und kann sich für kleine Erfolge belohnen. Eine realistische Planung sorgt dafür, dass man sich den Arbeitsprozess genau vor Augen führt und so eine Strukturierung in den Arbeitsprozess bringt.

Der richtige Umgang mit seinen Emotionen ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Lässt man sich von negativen Gefühlen runterziehen, gerät man schnell in eine negative Spirale. Redet man sich nur oft genug ein man könne die Arbeit sowieso nicht vollbringen, glaubt man es irgendwann selbst. Anstatt sich selbst Vorwürfe zu machen, sollte man lieber analysieren warum man an einem bestimmten Punkt nicht weiterkommt um darauf aufbauend eine Lösung des Problems zu entwickeln. Des Weiteren solle man sich für jeden Schritt in die richtige Richtung selbst belohnen.

Sich die Konsequenzen zu verdeutlichen, die entstehen, wenn man ein Projekt nicht abschließt, kann im ersten Moment noch mehr Druck erzeugen, auf lange Sicht aber hilfreich und heilsam sein. So führt man sich vor Augen wofür man die Arbeit auf sich nimmt und verfolgt dieses Ziel, auch wenn eine gewisse Abneigung gegen die Aufgabe per se besteht.

Haben einem diese Strategien nicht geholfen und sich das Aufschieben zu einer schwerwiegenden psychologischen Störung oder Depression gefestigt, ist eine psychologische Therapie vonnöten. Die Uni Münster hat dafür eigens eine Prokrastinationsambulanz erstellt. Aber auch eine normale psychologische Behandlung ist anzuraten.

Fazit

Prokrastination ist etwas, das jeden betrifft. Jeder schiebt mal eine lästige Aufgabe für eine Zeit lang auf. Solange man dadurch nicht in ernste Probleme  gerät und die Arbeit immer fristgerecht erledigt, ist das alles kein Problem. Problematisch wird es jedoch, wenn aus dem chronischen Aufschieben ständige negative Folgen erwachsen. Auch dafür gibt es jedoch Hilfe und Therapien. Deshalb lieber heute als morgen die Dinge in Angriff nehmen.

Konzentration

man-1191845_1280Wer kennt das nicht? Man lernt für eine Prüfung, aber die Gedanken wandern ständig woanders hin. Schließlich gibt es interessantere Dinge, die der Aufmerksamkeit bedürfen. So nimmt man sich zwar vor zu lernen, kommt am Tag dann aber doch zu nichts. Was es mit der Konzentrationsschwäche auf sich hat und wie man lernen kann sich zu konzentrieren findet ihr hier.

Ablenkungen

Ablenkungen treten in vielerlei Hinsicht auf. Externe Ablenkungen entstehen durch Sinneseindrücke, so z.B. durch Bewegungen, Gerüche, Hitze, Kälte und Lärm. Innere Ablenkungen entstehen dadurch, dass das Gehirn abschweift und auf Erinnerungen und Emotionen zurückgreift. Somit ist es wichtig seine Sinne während des Lernens im Griff zu haben. Denn nach jeder Unterbrechung braucht es einer erneuten Einarbeitungszeit in die Materie. Da auch für das Lernen nur eine begrenzte Energie zur Verfügung steht, die irgendwann aufgebraucht ist, stellen Unterbrechungen einen Energieverlust dar, der durchaus vermeidbar ist.

Funktionen im Gehirn

Das Gehirn braucht ständig neue Informationen. Bekommt es diese nicht von außen vermittelt, holt es sich diese von innen. Es erschafft Bilder und Erinnerungen, die unsere Aufmerksamkeit beeinträchtigen. Dadurch ist es wichtig stets einer Herausforderung nachzugehen, wenn man für eine Prüfung lernt. Den idealen Zustand für die Lernphase beschrieben US-Wissenschaftler als Flow. Es beschreibt die Lage, in der man sich völlig einer Aufgabe hingibt und die Zeit wie im Nu verfliegt. Alles scheint zu funktionieren und man fühlt sich wie im Fluss. Um diesen Zustand zu erreichen, benötigt es Training und Selbstkenntnis.

Der Flow-Zustand befindet sich nämlich in einem Gleichgewicht zwischen Über- und Unterforderung. Sind wir beim Lernen unterfordert, empfinden wir Langeweile und das Gehirn driftet ab. Ist uns der Lernstoff allerdings zu schwierig, fühlen wir uns überfordert und geraten in Stress. In gestresstem Zustand sind wir aber weniger lern- und aufnahmefähig. Idealerweise passt man also die Herausforderung des Lernstoffs den eigenen Fähigkeiten an.

Konzentration lernen

Durch einige Tipps und Tricks ist es durchaus möglich sich Konzentration anzueignen. Sogar mehr als das. Durch gezieltes Training ist es denkbar einen Zustand der unbewussten Kompetenz zu erreichen, in dem die Prozesse des Lernens automatisch ablaufen. Für den Anfang genügt es jedoch durch einige simple Techniken die eigene Konzentrationsfähigkeit hoch zu halten. Grundlegend sind eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf sowie sportliche Betätigung als Basis für eine gesteigerte Konzentrationsfähigkeit. Alle diese Elemente helfen dabei die Fähigkeit sich zu konzentrieren zu steigern. Verschreibungspflichtige Medikamente können zwar kurzfristig helfen, sind langfristig aber eher mit Risiken behaftet. Besser ist es sich um folgende Aspekte zu kümmern:

Arbeitsplatz einrichten

Der richtige Arbeitsplatz ist essentiell wenn es um erfolgreiches Lernen geht. So sollte man sich zu allererst einen Platz suchen, an dem man tatsächlich nur arbeitet. Je mehr Aktivitäten man an diesem Ort noch durchführt, desto geringer ist die Konzentrationsleistung. Eine gute Ausleuchtung des Arbeitsplatzes und eine aufrechte Haltung während des Lernens verbessern die Fähigkeit zur Konzentration weiter. Idealerweise ist man an seinem Arbeitsplatz von so vielen äußeren Ablenkungen wie möglich befreit. Treten doch Ablenkungen jedweder Art auf, die sich nicht beseitigen lassen, ist es wichtig diese zu akzeptieren. Je mehr man sich dagegen sträubt, desto mehr sinkt die Aufmerksamkeit für den Lernstoff.

Emotionale Komponenten

Wie wir vorhin gelernt haben, können Emotionen interne Ablenkungen darstellen. Dies geschieht zum einen dadurch, dass man sich selbst verurteilt, wenn mal etwas nicht so gut funktioniert wie es sollte. Hier rät es sich eine hohe Frustrationstoleranz aufzubauen. Redet man sich selbst oft genug ein, man könne es eh nicht lernen, glaubt man es irgendwann tatsächlich. Anstatt sich also vorzuwerfen etwas nicht gut genug zu können, sollte man eher analysieren warum es gerade jetzt nicht so gut zu erlernen ist. Vielleicht stecken ja andere Gründe dahinter als die eigene Unzulänglichkeit. Darüber hinaus sollte man sich auch eingestehen, dass es in Ordnung ist, wenn mal etwas nicht auf Anhieb klappt. Setzt man sich kleine Ziele und feiert diese angemessen, merkt man schnell wie die Motivation zurückkehrt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, das eigene Interesse für das gerade gelernte Thema zu wecken. Besteht mal kein wirkliches Interesse am Lernstoff, ist es wichtig dieses trotzdem hervorzurufen. Anstatt sich also zu denken „Ich muss jetzt…“ sollte man sich bewusst für das Lernen entscheiden und sich das Ziel vor Augen führen, das man damit erreichen will. Setzt man sich darüber hinaus noch eine Belohnung für das Absolvieren einer bestimmten Aufgabe, steigt das Interesse am Lernstoff von ganz allein.

Pausen und Ausgleich

So wichtig der Flow-Zustand beim Lernen auch ist, so sind Pausen und ein Ausgleich zum Lernen fast ebenso wichtig. Bereits nach 20 Minuten lernen, fangen wir an zu ermüden und unsere Aufmerksamkeit lässt nach. Für die Zeit nach einer Lernphase sind Aktivitäten wie Sport, Lesen oder kreative Tätigkeiten gut dafür geeignet, sich wieder zu erholen und dem Gehirn eine Pause zu verschaffen. Für ein reibungsloses Lernerlebnis kann es hilfreich sein feste Abläufe und Rituale zu etablieren. Somit stellt sich das Gehirn mit der Zeit automatisch auf die verschiedenen Phasen ein.

Software-Tools zur Hilfe für Lernen am PC

Wer viel am PC lernt und sich selbst dabei nicht allzu gut im Griff hat, kann auch auf einige Software-Tools zurückgreifen, die einem helfen, sich nicht zu sehr ablenken zu lassen. Gadgets wie SelfControl, Cold Turkey oder Anti-Social blockieren für eine gewisse Zeit Webseiten, die eine solche Ablenkung darstellen könnten. Man erstellt ganz einfach eine Liste von Seiten, z.B. Facebook, Twitter, YouTube etc. und stellt die Zeit ein, wie lange diese blockiert werden sollen und schon ist der Zugriff darauf nicht mehr möglich. Gerade für digitale Lerner ein paar wichtige Werkzeuge um bei der Stange zu bleiben.

Mit Konzentration zum Erfolg

Konzentration ist also durchaus beeinflussbar. Schafft man sich eine angenehme Arbeitsumgebung, lässt sich von kleinen Hindernissen nicht aus der Bahn werfen und bringt sich selbst in den Flow-Zustand, ist eine Lernphase deutlich effektiver. Allen Ablenkungen kann man wohl nie entgehen und Pausen zur Erholung sind auch wichtig. Dennoch lässt sich der Lernprozess durch einige kleine Tipps strukturieren und optimieren.

Gelernt und Vergessen – Ebbinghaus klärt auf

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Vergessenskurve, © Rdb, Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Kennt ihr das auch? Ihr hört gerade Musik und euch fällt auf, dass ihr ganze Songtexte von vor 15 Jahren auswendig mitsingen könnt. Ihr sitzt auf dem Sofa und könnt ganze Passagen eurer Lieblingsfilme mitsprechen. Ihr kommt abends nach Hause und überlegt was jetzt eigentlich in den Vorlesungen des Tages dran kam. Und ihr erinnert euch nicht mehr an alles! Eine Woche später könnt ihr kaum noch sagen, was der Professor erzählt hat. Wie kann es sein, dass man schon eine Stunde nach einer Vorlesung die Hälfte des Stoffs vergessen hat? Leider werden die meisten von uns am Ende des Tages aber nicht für das Vorsingen der Lieblingssongs bezahlt. Warum bleibt also das eine länger im Gedächtnis als das andere?

Die Antwort dafür brachte ein Mann schon vor 130 Jahren. Viele Forscher haben auf seinen Ergebnissen aufgebaut. Hier ist die Geschichte des Mannes, der sich dem Mechanismus des Vergessens widmete.

Vergessenskurve nach Ebbinghaus

Vergangene Zeit Anteil des Gelernten im Gedächtnis
20 Minuten 60%
60 Minuten 45%
24 Stunden 34%
6 Tage 23%
dauerhaft 15%

Der Psychologe Herrmann Ebbinghaus führte 1885 eine Studie durch um die Zeiträume zu ergründen, nach denen wir Inhalte vergessen. Diese Studie brachte hervor, dass wir bereits nach 20 Minuten 40% des Gelernten wieder vergessen haben. Mit zunehmender Zeit vergisst man natürlich immer mehr, jedoch lässt das Vergessen mit der Zeit nach. So können wir uns nach einer Stunde zumindest noch an 45% des Erlernten erinnern. Nach einem Tag bleibt nur noch ein Drittel hängen und nach einer Woche sind weniger als ein Viertel des Gelernten bekannt.  Herr Ebbinghaus hat dies durch Selbstversuche herausgefunden, indem er inhaltslose Wörter und Sätze auswendig lernte. Dazu gehörten Silben wie „bap“, „lue“ oder „kop“. Nach einer bestimmten Frist versuchte er dieses Erlernte wiederzugeben. Schon nach kurzer Zeit fiel ihm auf, dass er sich nur noch an einen Bruchteil dessen korrekt erinnern konnte.

Hier erntet er jedoch auch Kritik, da seine Studien nur auf das Lernen zusammenhangloser Begriffe ausgelegt waren. Generell lässt sich sagen, dass gängige Wortzusammensetzungen besser im Gedächtnis verbleiben als zufällig zusammengesetzte Silben. So kam eine andere Studie von Christian Michel und Felix Novak zu dem Ergebnis, dass Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten nach 30 Tagen erst zu 5% vergessen sind. Gedichte und Prosa bleiben zu 50% bzw. 40% im Gedächtnis. Trotz der an Ebbinghaus verrichteten Kritik sind seine Forschungen immer noch absolute Grundlagen in der Gedächtnisforschung. Somit wird er auch als ein Pionier auf diesem Gebiet angesehen.

Einige Faktoren mildern die Steigung der Vergessenskurve ab. Dazu gehören der thematische Kontext, Fähigkeiten, Talent und Interesse sowie der Lernkontext. Effektiv gegen das Vergessen sind diese jedoch alle nicht.

Wege effektiver zu lernen

Was hilft nun tatsächlich dabei erlernte Sachverhalte länger im Gedächtnis zu behalten? Durch vermehrtes Gedächtnistraining lässt sich gegen zu starkes Vergessen ankämpfen.

Generell bleiben Lernstoffe besser hängen, wenn sie klar und prägnant sind. Sind die Lerninhalte zu umfangreich verlieren wir den Überblick und können uns Zusammenhänge und Details schwerer merken. Auch das sog. „Mindmapping“, das von Tony Buzan entwickelt wurde, hilft dabei Erlerntes länger im Gedächtnis zu behalten. Dabei sollen im Lernprozess die Gehirnhälften miteinander verbunden werden. Dies geschieht besonders gut, wenn durch Kennwörter, Farben und Bilder eine visuelle Unterstützung stattfindet.

Die beste Form erlernte Stoffe dauerhaft zu behalten, besteht aber darin diese ständig zu wiederholen. Denn die Wiederholung ist die Mutter des Studierens. Durch ständiges Üben bleiben die Nervenverbindungen im Gehirn dauerhaft bestehen. Die Vergessenskurve wird durch das ständige Verknüpfen und Üben somit positiv beeinflusst. Die Wiederholung ermöglicht es die Lerninhalte ins Langzeitgedächtnis zu bringen.

Doch aufgepasst: Wiederholen ist nicht gleich wiederholen! Mit massierten Wiederholungen im Anschluss an eine Lernphase können wir die Vergessenskurve nicht überlisten. Wer sich also erst kurz vor Klausuren und Prüfungen hinsetzt und alle Stoffe dauerhaft wiederholt, erzielt keinen langfristigen Lernerfolg. Besser ist es einen Stoff so zu lernen, dass wir ihn gerade beherrschen. Danach legt man ihn am besten zur Seite. Nach geeigneter Zeit wird das Erlernte wieder hervorgeholt um es wieder auf das 100%-Niveau zu bringen. Führt man diese Schritte mehrmals durch verflacht sich die Vergessenskurve und das Erlernte bleibt länger im Gedächtnis. Eine gute Methode Lernstoffe durch häufiges Wiederholen besser ins Gedächtnis zu bringen, sind Karteikarten.

Keine Angst vor dem Vergessen

Das Vergessen wichtiger Lernstoffe ist ein wichtiges Thema für jeden Menschen. Dabei steht nicht nur das Bestehen der Klausur im Vordergrund, sondern geht auch darüber hinaus. Bleiben wichtige Lerninhalte dauerhaft in unserem Gedächtnis, haben wir es auch im Beruf mal leichter. Macht euch also keine allzu großen Gedanken darüber warum Songtexte besser bei uns haften bleiben als die letzte Vorlesung. Es hängt alles nur an der Wiederholung. Geht man einen Stoff oft genug durch, bleiben die Inhalte auch über die Klausur hinaus hängen. Schluss also mit „Bulimie-Lernen“ und „Procrastinating“! Der Weg zum Erfolg führt über ständiges Wiederholen mit angemessenen Pausen dazwischen.

Und zum Schluss könnt ihr euer eigenes Experiment durchführen. Versucht in einer Stunde nochmal die Inhalte dieses Artikels wieder zu geben. Ihr kriegt es nicht mehr 100% zusammen? Kein Problem! Der Artikel ist hier im Blog schließlich noch lange abrufbar.

Wie manage ich meine Zeit am besten?

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Zeit optimal managen

Tempus fugit. Dieses lateinische Sprichwort fasst zusammen, was seit Anbeginn Realität ist und die Menschen seit Tausenden Jahren begreifen: die Zeit flieht und vergeht. Zeit ist eine Ressource, die für alle Menschen gleichermaßen vorhanden ist und die man nicht speichern oder erwerben kann. Die Zeit ist für alle gleich. Trotzdem scheinen manche Menschen besser mit der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit zurecht zu kommen als andere. Ihnen läuft die Zeit davon. Der Tag hat nicht genügend Stunden um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen. Dabei ist Zeitmanagement etwas, das man lernen und verbessern kann. Damit man auch Zeit für die wichtigen Dinge im Leben hat!

Was ist Zeitmanagement?

Viele Experten ärgern sich an dem Namen Zeitmanagement. Denn die Zeit lässt sich nun mal nicht managen. Ein Tag hat immer 24 Stunden, egal wie sehr man dies zu managen versucht. Dabei beschreibt Zeitmanagement die effektive und effiziente Nutzung der Zeit, die einem zu Verfügung steht. Aus diesem Grund bevorzugen Einige den Namen Selbstmanagement. Doch egal, wie man es nennt, es beinhaltet stets die gleichen Prinzipien. Zeitmanagement bedeutet dabei den eigenen Arbeitsalltag, aber auch die Freizeit, bewusst in die Hand zu nehmen und so zu strukturieren, dass anstehende Aufgaben und Termine innerhalb des zur Verfügung stehenden Zeitraums bewältigt werden.

Wichtige Inhalte des Zeitmanagements sind dabei Planung, Organisation, Motivation und Zielsetzung. Konkret umfasst Zeitmanagement folgende Punkte:

  • Sich Ziele setzen
  • Sich selbst organisieren
  • Sich einen Überblick über die Aufgaben machen
  • Seine Aufgaben zu planen
  • Zu Priorisieren
  • Und die eigene Motivation beizubehalten.

Im Kern bedeutet es also bessere Entscheidungen zu treffen. Dabei ist jedoch nicht jeder Mensch gleich empfänglich für Zeitmanagement. Einige brauchen die Spontanität und die Flexibilität. Was jedoch nicht heißt, dass man sich beim Zeitmanagement strikt an die eigene Planung halten muss. Im Grunde ist es ein iterativer Prozess, in dem man sich stets fragen sollte: „Bringt mich das, was ich zurzeit tue, meinen Zielen näher?“ Sollten Sie diese Frage einmal verneinen, verschwenden Sie Ihre Zeit für unwichtige Aufgaben.

Bevor wir näher in die Methoden und Möglichkeiten eintauchen, wie Zeitmanagement betrieben werden kann, schauen wir uns an warum wir überhaupt in Zeitbedrängnis geraten.

Gründe für Zeitbedrängnis

Neben dem offensichtlichen Aspekt, dass Zeit nun mal begrenzt ist, gibt es weitere Gründe warum wir in Zeitnot geraten. Diese Aspekte sind dann durch Eigenverschulden zustande gekommen. Das Gute daran ist jedoch, dass dies auch durch eigenes Zutun wieder behoben werden kann. Hier also die prominentesten Gründe für Zeitbedrängnis.

Unklare Prioritätensetzung

Ein weitverbreiteter Fehler besteht darin die eigenen Prioritäten falsch zu setzen. Gute Zeitmanager müssen herausfinden was relevant ist und was nicht. Wichtig dabei ist wiederum was zum Erreichen der eigengesetzten Ziele von Bedeutung ist. Schafft man es nicht die richtigen Prioritäten zu setzen, begibt man sich in eine Abwärtsspirale. Eigentlich wichtige Dinge werden liegen gelassen und nicht bearbeitet. Dadurch gerät man in noch größere Zeitbedrängnis.

Mangelnde & schlechte Kommunikation

Im Arbeitsalltag ist eine gute Kommunikation erforderlich um die Arbeit erfolgreich zu bestreiten. Bleibt die Kommunikation auf der Strecke werden unwichtige Aufgaben bearbeitet oder nicht wie erfordert ausgeführt. Dies führt weiterhin zu schlechtem Zeitmanagement und somit zu unnötiger Zeitnot.

Schlechte Planung

Eine gute Planung kann die Effektivität und Effizienz mit der Aufgaben erledigt werden, grundlegend verbessern. So nimmt die Planung an sich zwar auch schon eine gewisse Zeit in Anspruch, die Zeit die man dadurch jedoch spart, rechtfertigt dies aber durchaus. Durch eine gute Planung erhält man einen Überblick und kann dadurch die eigene Zeit besser managen.

Individuelle Aspekte

Zu guter Letzt sind die eigenen Unzulänglichkeiten aber auch Teil schlechten Zeitmanagements. Eine chaotische Arbeitsweise, Vergesslichkeit oder der Hang zu Prokrastination erschweren eine effektive Arbeitsweise noch weiter.

Methoden und Strategien

Kommen wir nun zu Methoden und Strategien, wie gutes Zeitmanagement betrieben werden kann. Die zentrale Frage dabei lautet stets:  „Bringt mich das, was ich tue, meinen Zielen näher?“ Somit ist es zuallererst wichtig eigene Ziele zu formulieren. Diese Ziele sollten im Idealfall SMART sein, das bedeutet spezifisch, messbar, anspornend, realistisch und terminierbar. Zu den weiteren Strategien gehört es die Aufgaben zu priorisieren, also nach Wichtigkeit und Dringlichkeit zu sortieren und abzuarbeiten. Des Weiteren sollten große Aufgaben in kleine Teilaufgaben aufgespalten werden und bestimmte Arbeiten an Andere abgegeben (delegiert) werden, soweit dies möglich ist. Dies alles sollte in einem Tagesplan zusammengefasst werden, der sämtliche Aufgaben enthält, aber auch Zeit für spontan anfallende Arbeiten beinhaltet. Darüber hinaus ist es essenziell auch Pausen und freie Zeit in den Tagesplan mit einzubeziehen. Eine gewisse Erholung von der Arbeit wie Sport oder Treffen mit Freunden helfen den Kopf frei zu kriegen und danach die Arbeit wieder motiviert angehen zu können. Arbeit allein ist auf Dauer schädlich für den Menschen und senkt so die Produktivität des Individuums.

Von den Methoden zum Zeitmanagement ist die To-Do-Liste wohl die bekannteste. Das Aufschreiben von Aufgaben hilft die Gedanken zu ordnen und sich so auf die jeweilige Aufgabe zu konzentrieren. Das Streichen der Aufgaben hebt darüber hinaus die Motivation für die anstehende Arbeit. Dabei sollte stets die schwierigste Aufgabe zuerst bearbeitet werden. Alles danach wird dann umso einfacher erscheinen. Nicht ganz so bekannt, aber von ähnlichem Prinzip ist die Not-To-Do-Liste. Hierbei schreibt man sich alle Aktivitäten auf, die man heute nicht angehen sollte. Dazu gehören Dinge wie das Checken der sozialen Netzwerke oder private E-Mails zu lesen. Somit sollen Zeitdiebe und Ablenkungen eliminiert werden.

Die Getting Things Done Methode von David Allen greift die Priorisierung der Aufgaben auf. Demnach sollen alle Aufgaben erfasst und nach ihrer Dringlichkeit sortiert werden. Sehr wichtige Aufgaben, die jedoch mit wenig Arbeitsaufwand verbunden sind, wie das Schreiben einer wichtigen Mail, sollten sofort erledigt werden. Danach hat man Zeit sich der wichtigen Aufgaben anzunehmen. So wird auch der wichtige Kleinkram nicht vergessen.

In eine ähnliche Richtung geht auch das Prinzip der Eisenhower-Matrix. Diese 4-Felder-Matrix ordnet Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit. So entstehen vier Aufgabenformen: dringend und wichtig, dringend aber nicht wichtig, wichtig aber nicht dringend und weder wichtig noch dringend. Die Aufgaben der letzten Gruppe können vernachlässigt werden. Die Aufgaben aus dem ersten Bereich haben oberste Priorität und sollten zuerst erledigt werden. Die dringenden, aber nicht wichtigen Aufgaben können delegiert werden.

Eine Einteilung der Aufgaben wird auch in der ABC-Methode vorgenommen. Hierbei werden die Arbeiten kategorisiert. A-Aufgaben sind sehr wichtig und sollten sofort erledigt werden. B-Aufgaben sind weniger wichtig und sollten später erledigt oder delegiert werden. C-Aufgaben hingegen sind kaum wichtig und können daher delegiert oder sogar verworfen werden.

Wichtig bei allen Zeitmanagement-Methoden ist jedoch auch, dass diese nicht mehr Arbeit machen sollen als die Arbeit selbst. So sollten diese Methoden je nach Typ und Tagesform individuell angewendet werden.

Kontrolle

Hat man nun alle Methoden eingesetzt und die Grundprinzipien befolgt, ist es daran die Ergebnisse zu kontrollieren. Dabei ist wieder die wichtige Frage ob die Ziele eingehalten und erreicht wurden. Entdeckt man jedoch noch Verbesserungspotenzial und etwaige Missstände sollten Korrekturmaßnahmen ergriffen werden. So kann mit jeder neuen Aufgabe, die dazukommt geklärt werden, wie diese in den Plan integriert wird. Somit sollte man sich ständig fragen, ob die anstehenden Tätigkeiten nach Priorität geordnet sind. Wurden kleinere Aufgaben zu Blöcken zusammengefasst? Wurden Störfaktoren und Zeitdiebe eliminiert? So betreibt man stetig Zeitmanagement und teilt sich seine Zeit effektiv und effizient ein.

Bei all der Arbeit sollten jedoch die anderen Lebensbereiche nicht vernachlässigt werden. Der Umgang mit Freunden und die Einbindung in ein soziales Netzwerk helfen einem Individuum stressresistenter zu werden und helfen somit indirekt wiederum die Arbeit besser erledigen zu können. Aber auch die Zeit für sich selbst sollte in den Zeitplan integriert werden.

Es kann also mit ein paar klugen Methoden und der richtigen Herangehensweise ein solides Zeitmanagement betrieben werden. Dadurch erledigt man Aufgaben effektiver und effizienter und gerät nicht mehr so leicht in Zeitnot. Auch für das Lernen für Prüfungen ist Zeitmanagement ein wichtiger Aspekt um erfolgreich zu sein. Die Zeit vergeht und scheint manchmal zu fliehen. Doch wir können selbst entscheiden, wie wir diese Zeit nutzen. Tempus fugit.

Lerntips und Lerntechniken fürs Medizinstudium

Helen K., Medizinstudentin an der Universität Mainz, teilt mit uns Ihren Erfahrungsbericht zum Thema „Lernen lernen“ aus der Perspektive einer Medizinstudentin

Jeder Student (sei man nun Erstsemestler oder kurz vor der Abschlussprüfung) findet sich früher oder später vor einem scheinbar unüberwindbar riesigen Lernberg. Der Gipfel ist deutlich sichtbar, der Weg dorthin jedoch genauso schleierhaft wie die Frage „Wo fange ich bloß an?“. Vor allem im Studiengang Humanmedizin, in dem nicht nur die Lerninhalte, sondern auch die dafür angebotenen Hilfsmittel und Lerntechniken meist vielfältiger sind als einem angesichts der bevorstehenden Prüfung lieb ist, ist ein effektives Lernkonzept anzuraten. Natürlich gibt es keinen perfekt zugeschnittenen Masterplan zum Erfolg, da jeder Student einen individuellen „Hintergrund“ mit sich bringt und jede Uni bzw. jeder Dozent was anderes will. Trotzdem lassen sich einige Lernstrategien im Allgemeinen ganz gut anwenden.

Im Medizinstudium sind Lehrbücher unumgänglich, so unattraktiv manch dicker Wälzer auch erscheinen mag. (Zumindest habe ich noch keinen gesehen, der allein mit Vorlesungsfolien und Skript auskommt.) Dabei sollte man vorher überlegen:

  1. Welche Bücher gehören zur „Pflichtlektüre“? Manche Dozenten geben zu Beginn des Semesters Literaturtipps, wobei man am besten bei den Vorgängern nachfragen sollte, ob diese wirklich sinnvoll sind. Denn nicht selten wurden Bücher von fast 1000 Seiten für 70-80€ angepriesen, die dann eher zur Dekoration im Regal standen. Andere Bücher hingegen haben sich schon über Jahrzehnte als gute Studienbegleiter bewährt und werden gerne von den Dozenten selbst in den Vorlesungen immer wieder genutzt, wie z.B. die drei Prometheus-Anatomie-Atlanten vom Verlag Thieme.
  2. Mit welchem Konzept kann ich am besten lernen? Der eine arbeitet lieber mit Texten, der andere kann sich mit farblichen Darstellungen und Schaubildern eher anfreunden. Mir persönlich hat z.B. das Konzept der „Dualen Reihe“ sehr geholfen. Diese Bücher sind umfangreich, aber übersichtlich gegliedert, bebildert und enthalten neben dem Fließtext eine Randspalte mit den wichtigsten Stichpunkten, die man z.B. bei Zeitnot schnell überfliegen kann. Merksätze, Synonyme, Definitionen und klinische Bezüge sind in Kästen hervorgehoben und zusammenfassende Tabellen erleichtern den Überblick.
  3. Sind alle Informationen enthalten? „Besser zu viel als zu wenig“ gilt hier nicht unbedingt. In einigen Fächern war doch tatsächlich ein Kurzlehrbuch ausreichend. Über das Inhaltsverzeichnis kann man sich vergewissern, ob die wichtigsten Themen abgedeckt sind. Hilfreich ist es auch, nach speziellen Begriffen im Sachregister zu schauen oder ein Kapitel in den verschiedenen Lehrbüchern zu vergleichen.
  4. Woher bekomme ich die Bücher? Gerade wenn das Budget knapp ist, neigen Lernende dazu, an den falschen Ecken zu sparen. Leider bietet die Unibibliothek nicht alles, was das Studentenherz an Literatur begehrt. Wenn man zu den frühen Vögeln gehört, ist es dennoch zumindest den Versuch wert, sich durch den Bücherdschungel der Unibib zu kämpfen. Der Rest muss sich die Bücher woanders besorgen. Günstige Alternativen sind: gebrauchte Bücher auf Internetseiten wie amazon, ebay, booklooker.de, semesterbooks.de etc., oder auch von Vorgängern (z.B. gibt es in Mainz den „Bücherbasar für Mediziner“). Dabei sollte man darauf achten, eine möglichst neue Auflage zu kaufen.

Lerntechniken für das Medizinstudium 

Weitere Lerntechniken reichen von selbstgebastelten Modellen über Lernkarten bis hin zu 3D Apps. Klar ist: Je mehr Gehirnareale beim Lernen beansprucht werden, sprich je mehr Sinne am Lernen beteiligt sind, desto länger bleibt das Gelernte im Gedächtnis. Doch besteht die Gefahr, dass man vieles ausprobiert und nichts durchzieht oder sich ablenken lässt. Man sollte sich also fest für die Methoden entscheiden, die am besten funktionieren.

Lernen in der Gruppe

Wer bei persönlicher Interaktion mehr mitnimmt, kann eine Lerngruppe bilden oder einem Tutorium beitreten; im Fach Anatomie haben wir uns z.B. gegenseitig an Modellen, Schnitten oder den Leichen abgefragt und am Whiteboard komplexere Themen erklärt.

Lernen mit Videos

Wer bevorzugt mit elektronischen Medien arbeitet, kann sich nach Lernvideos umschauen. So stellt die Seite khanacademy.org viele kostenlose englische Tutorials zur Verfügung, nicht nur für den Fachbereich Medizin, sondern auch für viele andere Wissenschaften. Gerade weil sie sehr anschaulich, simple und einprägsam ist, wurde diese Lehrmethode von vielen Youtubern übernommen, sodass man auch auf der Videoplattform einiges an guten Lernvideos findet.

Lernen mit Karteikarten

Wer gerne mit Karteikarten arbeitet, ist mit Repetico bestens bedient. Insbesondere im Fach Medizinsche Terminologie ist es praktisch, die Vokabeln und Definitionen abzutippen und dann in beliebiger Reihenfolge zu wiederholen. Man kann die Lernkarten schnell verschiedenen Kategorien zuordnen, durch Abbildungen ergänzen und jederzeit nachkorrigieren (was bei Karteikarten auf Papier dagegen ziemlich mühsam und umständlich sein kann). Bei 800 Begriffen spart man mit Repetico deutlich an Zeit und Nerven, es geht keine Karte verloren und man muss keine Stapel mit sich herumschleppen. Zudem werden von Repetico bereits vorgefertigte Lernkartensätze angeboten, die von entsprechenden Verlagen erstellt wurden. Im medizinischen Bereich ist derzeit vom Verlag Elsevier ein Kartensatz für Anatomie und Physiologie verfügbar. Weitere Informationen zum Lernen mit Karteikarten findet ihr hier.

Zeitmanagement

Hat man nun die Werkzeuge gesammelt, gilt es, sie auf effektivste Weise zu nutzen. Man kann es sicher nicht oft genug sagen: Das A und O für’s Studium ist Zeitmanagement. In gewissen Fächern kann man einfach nicht genug, geschweige denn alles wissen. Hier gibt es Fallen, in die viele gleich am Anfang tappen: Selbstüberschätzung und Unterschätzung der Lernmasse. Gegenmittel: Realistische Ziele setzen, Pläne entwerfen, rechzeitig anfangen und dran bleiben!

Elaboratives Lernen

Elaboratives Lernen
Elaboratives Lernen

Es ist mal wieder diese Zeit des Jahres. Schüler schreiben ihre letzten Klausuren vor den Sommerferien und für die Studenten stehen die Abschlussklausuren des Semesters an. Es ist Prüfungsphase! Und wie jedes Mal in dieser Zeit fangen Studenten wieder viel zu spät an zu lernen und versuchen sich all das Wissen in kurzer Zeit einzutrichtern. Auswendiglernen lautet meist die gewählte Formel zum vermeintlichen Erfolg. Dass diese Methode jedoch meist schlecht gewählt ist, bestätigen viele Experten. Wie man besser lernt, zeigt das sogenannte elaborative Lernen.

Im Laufe des Semesters oder des Schuljahres kommt so einiges an Lernstoff zusammen. Um Ordnung und Überblick zu bekommen, muss daher erst einmal vereinfacht und aussortiert werden. Bei dieser reduktiven Variante wird der Inhalt auf das Wesentliche verkürzt. Das elaborative Lernen geht darüber hinaus. Denn bei dieser Lernform wird das neue Wissen mit dem bereits vorhandenen Vorwissen verknüpft. So soll der Inhalt besser verankert im Gedächtnis verankert werden. Um den Lernerfolg sicherzustellen, muss der Lernstoff gelesen und gleichzeitig verstanden werden, so der Lernforscher Andreas Gold am Institut für Pädagogische Psychologie der Universität Frankfurt am Main. Doch wie macht man das am besten?

Techniken des elaborativen Lernens

Eine der wichtigsten „Techniken“ beim elaborativen Lernen ist den Lernstoff in eigenen Worten widerzugeben. So sollten keine einzelnen Merksätze oder Auflistungen aus den Materialien wortwörtlich übertragen und gelernt werden. Sich die Inhalte in eigenen Worten aufzuschreiben hilft dabei, sich diese besser zu merken und man stellt fest, ob man die Inhalte auch richtig verstanden hat. Elaborativ lernen bedeutet aber auch Fragen an den Text oder die Materialien zu stellen und sich kritisch mit diesen auseinander zu setzen. Sich zu fragen warum das eben Gelernte gerade so ist oder warum diese Aussage zutrifft, sei die beste Methode, um gerade Erlerntes im Gedächtnis zu behalten, behauptet Frank Fischer, Professor für Pädagogische Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Weitere effiziente Methoden bestehen darin, das Gelernte einem Laien in einfachen Worten zu erklären, die gelernten Inhalte auf eigene Erfahrungen zu beziehen, die Inhalte zu visualisieren und sie sich bildhaft vorzustellen oder Analogien zum Lernstoff zu finden. Einen eher ungewöhnlichen Tipp hält die Psychologin Helga Knigge-Illner parat. Sie sagt: „Halten Sie doch einfach einmal eine flammende Lobrede auf eine Theorie, die Sie gerade lernen müssen.“

Die Theorie dahinter

Die Theorie der Elaborations- oder Verarbeitungsebenen aus der Gedächtnispsychologie wurde 1972 von Craik und Lockhart verfasst. Diese besagt, dass Menschen Informationen umso besser behalten können, je tiefer sie diese bei der Enkodierung verarbeitet haben. Die Verarbeitung dessen ist umso tiefer, je mehr Bezüge und Verbindungen zum eigenen Vorwissen knüpft und je mehr eigene Gedanken man zum Lernen hinzufügt. So wäre es am Vorteilhaftesten bereits beim Mitschreiben im Unterricht oder der Vorlesung zu elaborieren, um das aufgenommene Wissen bestmöglich einzuprägen.

Wenn immer wir etwas in eigenen Worten erklären, müssen wir uns konzentrieren. Das hilft dabei sich die Inhalte ins Gedächtnis zu übertragen. Die Gefahr dabei bereits vorformulierte Inhalte wiederholt zu lernen, besteht darin, dass das Gelernte nicht addiert, sondern eher verdrängt wird. Diese Gefahr lässt sich durch elaboratives Lernen deutlich mindern.

Fazit

Es gibt viele verschiedene Arten zu lernen. Einige sind effektiver als andere. Generell kommt es jedoch auf den individuellen Lerntyp an. Jeder hat bestimmte Stärken und Schwächen was das Lernen angeht. Das elaborative Lernen stellt eine eher effizientere Lernmethode dar. Dabei ist vor allem das Verfassen des Gelernten in eigenen Worten wichtig. Wendet man diese recht simplen Methoden an, steigert dies die Wahrscheinlichkeit auf einen positiven Prüfungsausgang. Für alle, die im Moment tief in der Prüfungsphase stecken.

Lernmotivation – You can do it!

Lernmotivation - Wie kann ich meine Motivation beim Lernen steigern?
Lernmotivation

Es ist eine Art Fabelwesen, das uns stets davon abbringt das zu tun, was getan werden sollte. Heute ein wenig Sport machen um fit zu bleiben? Lieber mit einer Tüte Chips vor den Fernseher. Lernen für die nächste Prüfung? Es gibt bestimmt etwas Interessanteres zu tun. Der innere Schweinehund, den es so oft zu überwinden gilt, ist steter Begleiter in unserem Leben. Dabei ist vor allem beim Lernen die nötige Motivation entscheidend für den Lernerfolg. Wie man sich erfolgreich motiviert und wie dies die Lernleistung steigert, jetzt hier.

Um erfolgreich eine Tätigkeit auszuführen, wie das Lernen für eine Prüfung, sind laut Forschern drei Komponenten relevant. Zum einen das Fachwissen, das benötigt wird, damit man überhaupt weiß, was zu tun ist. Als zweite Komponente wird die Denkfähigkeit beschrieben. Diese sind von persönlichen Kennzeichen, wie der Intelligenz abhängig. Die dritte Komponente ist die Motivation, die dich dazu verleiten die Tätigkeit auch angehen zu wollen. Dabei kann man zwischen verschiedenen Formen der Motivation unterscheiden.

Formen der Lernmotivation

In der Lernforschung werden verschiedene Formen der Motivation unterschieden. Diese wären die intrinsische sowie extrinsische Motivation, die Leistungsmotivation und das Interesse. Eine intrinsische Motivation entsteht aus der Sache selbst und kommt von innen. So entsteht eine intrinsische Motivation, wenn das Lernen an sich Freude und Zufriedenheit bietet, weil dich unter anderem das Thema interessiert. Eine hohe intrinsische Motivation erhöht die Leistungsbereitschaft und stellt daher die effektivste Art der Motivation dar. Doch was soll man tun, wenn dich das Thema einfach nicht interessiert, du aber trotzdem dafür lernen musst? Da kommt dann die extrinsische Motivation mit ins Spiel. Bei der extrinsischen Motivation steht nur das angestrebte Ziel oder die erwartete Folge im Vordergrund. So bist du z.B. extrinsisch motiviert, wenn du nur eine gute Note bekommen möchtest um später viel Geld verdienen zu können. Hierbei ist dann nicht mehr die innere Freude am Thema ausschlaggebend, sondern eher das extern hereingebrachte Ziel des Lernens.

Ähnlich verhält es sich bei der Leistungsmotivation. Auch hier steht das Ziel im Vordergrund. Im Vorfeld einer Prüfung stellst du eine gewisse Erwartung an deine eigene Lernleistung und misst dieser Erwartung einen gewissen Wert bei. So erwartest du z.B. in der nächsten Klausur mindestens eine 2 zu schreiben, was dir besonders wichtig erscheint, da sonst dein Notenschnitt nicht mehr ausreicht, um dich auf eine bestimmte Stelle zu bewerben. Die Motivation entsteht dann aus der Hoffnung auf Erfolg oder der Angst das Ziel nicht zu erreichen. Die vierte und letzte Form der Motivation ist das Interesse. Das Interesse kann als Unterform der intrinsischen Motivation gesehen werden, da auch hier die Lerninhalte im Vorderrund stehen. Dabei muss es nicht von Anfang des Lernens vorhanden sein, sondern kann auch während des Lernprozesses entwickelt werden. Die Motivation entsteht hierbei daraus, dass dich das Thema sehr interessiert und du daher weiterlernen möchtest.

Darüber hinaus können noch soziale Lernmotive ausschlaggebend für die eigene Lernmotivation sein. So spielen Komponenten wie Anerkennung und Geltung eine Rolle. So bist du z.B. motiviert eine gute Note zu schreiben, da daraus Anerkennung für deine gute Leistung entsteht. Auch die Faktoren des Vermeidens negativer Sanktionen, des Gefühls der Macht und Überlegenheit oder einfach eine positive Beziehung zu deinem Lehrer können zu einer höheren Motivation führen. Schlussendlich fließen, wie in vielen anderen Bereichen des Lebens, auch Emotionen und Gefühle mit in die Lernmotivation ein. Wenn also eine neue Aufgabe oder der Lernstoff mit negativen Gefühlen assoziiert wird, sinkt die Lernmotivation, wohingegen positive Gefühle die Motivation steigern und einen großen Lernerfolg mit sich ziehen.

Wege sich zu motivieren

Es gibt nun verschiedene Tricks und Mittel sich selbst zu motivieren und so den eigenen Lernerfolg sicherzustellen. So solltest du dir im Vorhinein im Klaren darüber sein, was du mit der Vorbereitung erreichen möchtest. Dabei ist es wichtig, dass du dir konkrete und vor allem realistische Ziele setzt. Leg die Messlatte nicht zu hoch, sondern passe die Ziele auch deinen eigenen Fähigkeiten an. Ist ein Ziel zu groß gesetzt, empfiehlt es sich dieses Ziel in kleinere Unterziele zu zerlegen. Diese kannst du dann besser abarbeiten und hast so verschiedene Erfolgserlebnisse, die dich weiter motivieren. Um das alles zu organisieren, kannst du dir auch einen Lernplan erstellen, der die verschiedenen Wege des Lernprozesses organisiert.

Generell solltest du dich für das Erreichen bestimmter Meilensteine selbst belohnen. So kannst du dir nach einer längeren Lernsession mit Kollegen einen Kaffee gönnen oder am Abend ins Kino gehen. Die Belohnung sollte dabei, wenn möglich, unmittelbar nach dem gewünschten Verhalten erfolgen. So wird dem Gehirn eine positive Folge des Lernens signalisiert und so die Motivation weiter gesteigert.

Je nach Lerntyp fällt es einigen Leuten leichter alleine zu lernen und anderen im Team. Das Lernen in der Gruppe bietet dabei einige Vorteile. So kann man sich in der Gruppe selbst kontrollieren und Deadlines werden wahrscheinlicher eingehalten. Dadurch, dass du dich mit der Lerngruppe absprichst werden Lernziele verbindlich und von der Gruppe kontrollierbar. Dadurch wird es wahrscheinlicher, dass ihr die selbstgesetzten Aufgaben auch tatsächlich erfüllt und nicht alleine in Prokrastination verfallt. Als Nächstes könnt ihr euch in der Gruppe emotional unterstützen. Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid. Da ihr euch in der gleichen Situation befindet, könnt ihr euch gegenseitig Mut zusprechen oder einfach den ganzen Unmut raus lassen. Außerdem sinkt die Verzweiflung, wenn man sieht, dass es anderen ähnlich schwer fällt ein bestimmtes Konzept zu verstehen. Als Letztes könnt ihr euch in der Gruppe natürlich auch praktisch unterstützen. Weiß man die Antwort auf eine Frage nicht selbst, kann man diese in der Gruppe erarbeiten. So kann eine Lerngruppe schnell zu Verbündeten für ein gemeinsames Ziel werden.

Fazit

Die eigene Motivation zum Lernen stellt einen integralen Bestandteil für den Lernerfolg dar. Durch die eigene Motivation fällt das Lernen leichter und die Inhalte bleiben länger im Gedächtnis. Dabei sollten intrinsische und extrinsische Motivationen zusammen genutzt werden. Dies kann unter anderem durch Belohnungen geschehen. Auch das gemeinsame Lernen im Team bringt so einige Vorteile mit sich. Also seid motiviert und besiegt den inneren Schweinehund. Dann wird es auch was mit den Prüfungen.