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Der optimale Lernplan

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Den Lernprozess planen

Das Lernen zu lernen ist ein essentieller Bestandteil für den individuellen Lernerfolg. Wichtige Bestandteile dabei sind die Organisation des Lernens, die Informations- und Wissensaufnahme, die Verarbeitung und Speicherung der Inhalte sowie Motivation, Entspannung und Kontrolle. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit dem ersten Punkt: der Organisation des Lernens. Wie ein Lernplan bei der Prüfungsvorbereitung hilft und wie man einen optimalen Lernplan erstellt.

Die Organisation des Lernens in Form eines Lernplans hilft dabei einen Überblick zu verschaffen und etwas Ordnung in die meist chaotischen Unterlagen zu bringen. Durch einen guten Lernplan wird die Arbeitsaufteilung deutlich klarer, indem alles zeitlich optimal aufgeführt wird. Dabei ist ein gutes Zeitmanagement gefragt. Dies bedeutet am Anfang zwar noch etwas zusätzliche Arbeit, wird sich aber im Nachhinein in jedem Fall auszahlen.

Übersicht schaffen

Am Anfang der Lernphase ist es zunächst wichtig Ordnung in das Chaos zu bringen. Mit der Zeit hat sich so einiges an Lernmaterialien aufgestaut. Nun sollte man frühzeitig (also nicht 2 Wochen vor der Prüfung) einen ersten groben Plan erstellen, der die Arbeitsaufteilung bis zur Prüfung enthält. Dabei sollten die wichtigsten Lernziele auf einen Blick festgehalten sein. Dies liefert einen guten Überblick und zeigt für welche Lerninhalte wie viel Zeit zur Verfügung steht. Wichtig dabei ist jedoch zu beachten, dass man auch immer flexibel bleibt und Luft für unvorhergesehene Arbeit mit in den Plan einbaut.

Ziele setzen

Hat man sich nun einen ersten Überblick verschafft, geht es in die Konkretisierung des Plans. Hierbei werden Wochenpläne erstellt, die konkretere Aufgaben und Ziele enthalten. Die Ziele, die man sich setzt sollten dabei realistisch und motivierend gestaltet sein. Sind die Herausforderungen, die man sich setzt, im Einklang mit den eigenen Fähigkeiten gerät man in einen sogenannten Flow-Zustand, in dem man effektiver und effizienter lernen kann. Man kann sich darüber hinaus noch Meilensteine setzen, die man zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht haben möchte. Zur Erreichung des Meilensteins kann man sich dann selbst belohnen mit einem schönen kühlen Eis oder ähnlichem um die Motivation hochzuhalten.

Hat man dann auch diesen Teil des Lernplans aufgestellt, geht es in die feinste Aufteilung, und zwar den Tagesplänen. Hierbei plant man einen ganzen Tag durch, der dann für die spezifische Tageszeit die gewünschten Lerninhalte sowie auch Pausen enthält. In den Pausen sollte man sich einem komplett anderen Thema widmen, um auch wieder den Kopf etwas frei zu bekommen. Ein Spaziergang, ein wenig Sport oder dem Hobby nachgehen. Das ist keine Zeitverschwendung, denn das vorher Gelernte wird in den Pausen in das Langzeitgedächtnis übertragen. Zu viel Lernen kann sogar dazu führen, dass das Gelernte nicht verinnerlicht wird. Von der Tageszeit her sind der Vormittag von 9 bis 12 Uhr sowie der Nachmittag von 14 bis 18 Uhr die normalerweise produktivsten des Tages. Darüber hinaus sollte man jedoch den Lernplan an seine eigenen Gewohnheiten anpassen.

Die Ziele, die man sich dabei pro Tag setzt, sollten so detailliert und konkret wie möglich formuliert werden. Anstatt also zu schreiben: 3 Stunden Englisch lernen wäre es besser zu schreiben: 100 Vokabeln lernen, Texte X & Y lesen. So hat man eine konkrete Aufgabeneinteilung. Eine wage und unkonkrete Zielsetzung mindert nachweislich die Motivation und es entsteht eine größere Wahrscheinlichkeit abzuschweifen.

So könnte beispielhaft ein Tagesplan aussehen:

Tageszeit Tätigkeit
08.30 – 09.00 Frühstück und Bad
09.00 – 11.30 Literaturrecherche
11.30 – 14.00 Mittagessen, kurzer Spaziergang
14.00 – 16.00 Wichtigste Literatur lesen
16.00 – 18.00 Zusammenfassen der Kernaussagen
18.00 – 22.00 Ausgehen mit Freunden

Freizeit und Erholung

Genauso wichtig wie das aktive Lernen, sind auch die Phasen der Erholung. Wie bereits erwähnt kann zu viel lernen sogar kontraproduktiv sein. Das Sozialleben sollte auch in Zeiten der Prüfungsphase nicht komplett vernachlässigt werden. Das Treffen mit Freunden, Zeit mit dem Partner, Aktivitäten beim Sport oder ein gemütlicher Abend zu Hause schüttet Glückshormone aus, mindert Stress und hält so die Energie und Motivation zum Lernen hoch. Auch eine gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf sind essentiell für den Lernerfolg. Vor allem im Schlaf werden gelernte Inhalte gefestigt und ins Langzeitgedächtnis übertragen. So sollte genügend Zeit für Freizeit und Erholung mit in den Lernplan eingebaut werden. Die Mittagszeit bietet sich an um etwas Gutes zu kochen, in Ruhe zu essen und sich vielleicht mit Mitlernenden auszutauschen. Der Abend sollte dann für Freunde, Partner oder ähnliches freigehalten werden.

Kontrolle

All das Planen und Konkretisieren bringen am Ende des Tages nichts, wenn die Ergebnisse des Lernprozesses nicht evaluiert werden können. Hat man sich an die eigens gesetzten Ziele und Vorgaben gehalten? Konnte man die Zeithorizonte einhalten? Hat man alle Lerninhalte in der Zeit unterbringen können? Feedback auf diese Fragen können äußerst motivierend wirken. Einerseits durch ein positives Gefühl, wenn man die Ziele erreicht hat. Andererseits kann ein wenig Druck auch motivierend wirken, falls man seine Ziele etwas verfehlt hat. Dabei ist ein Lernplan vor allem für diejenigen empfehlenswert, die unter Prokrastination leiden.

Fazit

Ein Lernplan bietet nun also die folgenden Vorteile

  • Verschafft Überblick und bringt Ordnung
  • Motiviert beim Lernen
  • Setzt stets Ziele vor Augen
  • Lernfortschritt kann kontrolliert werden

Somit bietet ein optimaler Lernplan einen wahrnehmbaren Mehrwert und kann so den Lernerfolg sicherstellen. Ganz nach den Worten von John ‚Hannibal‘ Smith aus dem A-Team: „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.“

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